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Huckabee widerspricht Trump und erinnert Amerika an Israels Bedeutung

Huckabee widerspricht Trump und erinnert Amerika an Israels Bedeutung


Trump behauptet, ohne ihn gebe es Israel nicht. Sein eigener Botschafter in Jerusalem dreht den Satz um und trifft einen wunden Punkt im Verhältnis beider Staaten.

Huckabee widerspricht Trump und erinnert Amerika an Israels Bedeutung
Bildnachweis: DHSgov / Quelle

Donald Trump spricht gern, als beginne die Weltgeschichte mit ihm. Mal hat er Kriege beendet, mal Staaten gerettet, mal Verbündete erst möglich gemacht. Seine jüngste Behauptung, ohne die Vereinigten Staaten und ohne ihn selbst gebe es IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen nicht, passt genau in diese Art politischer Selbstvergrößerung. Sie ist laut, eingängig und falsch genug, um hängen zu bleiben. Nun hat ausgerechnet sein eigener Botschafter in Israel eine Antwort gegeben, die in Washington nicht jedem gefallen dürfte.

Mike Huckabee sagte bei der International Conference on Israeli Heritage in Judea and SamariaJudäa und Samaria: Israels historisches Kernland im politischen StreitJudäa und Samaria bezeichnen historische Landschaften zwischen Jerusalem, dem Jordantal und den zentralen Höhenzügen des Landes Israel. In Israel ist der Begriff gebräuchlich. International wird das Gebiet oft anders bezeichnet und politisch als umstritten eingeordnet.Mehr lesen, ohne Israel und ohne die jüdische Grundlage gebe es Amerika nicht. Die Formulierung ist bewusst groß. Sie meint nicht, dass der moderne Staat Israel im technischen Sinn vor den Vereinigten Staaten existiert habe. Huckabee spricht von der biblischen, jüdischen und geistigen Grundlage, aus der viele amerikanische Selbstbilder entstanden sind: Bund, Freiheit, Gesetz, Exodus, JerusalemJerusalem: Hauptstadt Israels und Herz jüdischer GeschichteJerusalem ist die Hauptstadt Israels und die größte Stadt des Landes. Für Juden ist sie seit Jahrtausenden religiöser und historischer Mittelpunkt. Zugleich ist Jerusalem auch für Christen und Muslime heilig und steht im Zentrum politischer Streitfragen.Mehr lesen, Verantwortung vor Gott. In dieser Sprache liegt eine Erinnerung, die Trump gerade vergessen zu haben scheint: Amerika ist nicht nur Geber. Es ist auch Erbe.

Natürlich kann man auch Huckabees Satz überhöht finden. Staaten entstehen durch viele Kräfte, durch Geschichte, Geografie, Macht, Krieg, Ideen und Zufälle. Aber politisch trifft er den Punkt besser als Trump. Denn Trumps Satz macht Israel klein. Huckabees Satz macht sichtbar, dass die Beziehung zwischen Amerika und Israel keine Einbahnstraße ist. Israel ist nicht ein amerikanisches Hilfsprojekt mit eigener Flagge. Israel ist ein souveräner Staat, dessen Geschichte älter ist als jede amerikanische Regierung und dessen Bedeutung für das westliche Denken nicht erst mit Militärhilfen begann.

Historisch ist Trumps Behauptung ohnehin kaum haltbar. Die USA erkannten Israel 1948 zwar sehr schnell de facto an, doch während des Unabhängigkeitskrieges hielt Washington ein Waffenembargo gegen alle Kriegsparteien aufrecht. Das junge Israel kämpfte also nicht als amerikanisches Schutzgebiet, sondern unter schwerem Mangel und existenzieller Bedrohung. Die strategische Nähe, die heute selbstverständlich wirkt, entstand vor allem später, besonders nach 1967 und noch stärker nach dem Jom Kippur Krieg 1973.

Gerade deshalb wirkt Trumps Ton so verletzend. Die Vereinigten Staaten sind Israels wichtigster Verbündeter. Das bestreitet in Jerusalem niemand ernsthaft. Amerikanische Waffen, diplomatische Rückendeckung, gemeinsame Technologie und politische Unterstützung haben Israels SicherheitStaatsräson: Bedeutung und Israels SicherheitStaatsräson meint ein grundlegendes Staatsinteresse, das als besonders wichtig für Bestand, Sicherheit oder Verantwortung eines Staates gilt. In Deutschland wird der Begriff häufig mit der Sicherheit Israels verbunden.Mehr lesen immer wieder gestärkt. Aber Stärke geben ist nicht dasselbe wie Existenz schenken. Israel verdankt sein Überleben zuerst den Menschen, die es aufgebaut, verteidigt und durch Kriege getragen haben.

Huckabees Einwurf ist deshalb mehr als eine fromme Bemerkung. Er ist eine kleine Korrektur im eigenen Lager. Während Trump Israel öffentlich belehrt, im Libanon zurückhaltender zu handeln, und sogar Syrien als möglichen Akteur gegen die HisbollahHisbollah: Irans Terrorarmee im LibanonDie Hisbollah ist eine schiitisch islamistische Organisation im Libanon. Sie wurde in den frühen 1980er Jahren mit Unterstützung des Iran aufgebaut, verfügt über eine politische und militärische Struktur und wird von den USA, Israel und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen ins Spiel bringt, erinnert sein Botschafter daran, dass die Beziehung zu Israel nicht auf Trumps persönlicher Bilanz beruht. Sie ist tiefer, älter und ernster als eine Pressekonferenz am Rand eines Gipfels.

Für Jerusalem ist das wichtig. Israel braucht die USA, aber es darf sich nicht auf die Launen eines Präsidenten reduzieren lassen. Wenn Trump heute erklärt, ohne ihn gebe es Israel nicht, kann er morgen daraus ableiten, Israel müsse nun auch tun, was er verlangt. Genau hier wird Sprache politisch gefährlich. Aus Dankbarkeit wird schnell Abhängigkeit. Aus Bündnis wird schnell Besitzanspruch.

Huckabee hat diesen Besitzanspruch nicht frontal angegriffen. Er hat ihn umgedreht. Und manchmal reicht genau das. Amerika sollte sich daran erinnern, dass Israel nicht nur Empfänger amerikanischer Hilfe ist, sondern Teil jener geistigen und historischen Landschaft, aus der die westliche Freiheit immer wieder ihre stärksten Bilder bezogen hat. Wer Israel kleinredet, verkennt nicht nur die Geschichte des jüdischen Staates. Er verkennt auch etwas von Amerika selbst.




Autor: Redaktion
Mittwoch, 17 Juni 2026

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