Iran bringt Hamas in US Gespräche ein: Teheran nutzt den Deal gegen IsraelIran bringt Hamas in US Gespräche ein: Teheran nutzt den Deal gegen Israel
Außenminister Abbas Araghchi telefonierte mit Hamas-Funktionär Basem Naim. Teheran will Gaza in den Gesprächen mit Washington aufrufen und bekennt sich weiter zur Unterstützung der Hamas.

Bildnachweis: Symbolbild / KI
Der neue Iran Deal zeigt immer deutlicher, was IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen von Anfang an befürchten musste: Teheran versteht die Gespräche mit Washington nicht als Trennung von Atomfrage, Sanktionen und regionalem Terror, sondern als Hebel gegen Israel auf mehreren Fronten. Irans Außenminister Abbas Araghchi hat nach Berichten iranischer Staatsmedien mit Basem Naim, einem hochrangigen Funktionär des politischen Büros der HamasHamas: Terrororganisation aus GazaHamas ist eine islamistische palästinensische Terrororganisation. Sie entstand 1987 aus dem Umfeld der Muslimbruderschaft, lehnt Israels Existenz ab und wird von Israel, den USA, der EU und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen, telefoniert und dabei erklärt, Iran werde die Lage in GazaPalästina: Geschichte, Bedeutung und politischer Streit um einen aufgeladenen BegriffPalästina bezeichnet historisch eine Region im südlichen Levantegebiet und politisch heute vor allem den Anspruch auf palästinensische Staatlichkeit. Der Begriff ist eng mit jüdischer Geschichte, dem britischen Mandat, Israel und dem Nahostkonflikt verbunden.Mehr lesen auch in den Gesprächen mit den USA ansprechen.
Nach Angaben der mit den RevolutionsgardenIslamische Revolutionsgarden: Machtzentrum des iranischen RegimesDie Islamischen Revolutionsgarden sind eine mächtige militärische, politische und wirtschaftliche Organisation der Islamischen Republik Iran. Sie wurden nach der Revolution von 1979 gegründet, unterstehen dem Obersten Führer und steuern über die Quds-Einheit Irans regionales Terrornetzwerk.Mehr lesen verbundenen Nachrichtenagentur Tasnim sagte Araghchi, das iranische Verhandlungsteam werde die angebliche fortgesetzte Aggression Israels gegen Gaza gegenüber Washington thematisieren. Press TV berichtete zudem, Naim habe Iran für seine standhafte Unterstützung der palästinensischen Sache und des Widerstands gegen Israel gedankt. Araghchi wiederum bekräftigte die iranische Unterstützung für eine internationale politische Bewegung zugunsten der Palästinenser.
Das ist mehr als diplomatische Begleitmusik. Während Washington versucht, das Memorandum mit Iran als Einstieg in Deeskalation zu verkaufen, telefoniert Teherans Außenminister mit der Hamas und bindet Gaza ausdrücklich in die Gespräche ein. Damit wird sichtbar, dass Iran den Deal nicht nur als Atom- und Sanktionsfrage betrachtet. Teheran will die Vereinbarung nutzen, um Druck auf Israel aufzubauen und die eigene Rolle als Schutzmacht der Hamas politisch zu befestigen.
Der Zeitpunkt ist entscheidend. Das US-Iran-Memorandum sieht eine 60-tägige Verhandlungsphase vor. Zu den unmittelbaren Punkten gehören nach bisherigen Berichten ein Ende der Kämpfe auf verbundenen Fronten, die Wiederöffnung der Straße von HormusStraße von Hormus: Die gefährlichste Engstelle der WeltwirtschaftDie Straße von Hormus ist eine Meerenge zwischen Iran und Oman. Sie verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman und ist eine der wichtigsten Routen für Öl und Flüssigerdgas weltweit.Mehr lesen und der Zugriff auf eingefrorene iranische Vermögenswerte. Gerade erst hatte Teheran erklärt, nur Iran selbst werde über freigegebene Milliarden entscheiden. Nun folgt die nächste Botschaft: Auch Gaza und Hamas bleiben Teil des iranischen Verhandlungspakets.
Für Israel ist das hochgefährlich. Die Hamas ist keine entfernte politische Bewegung, sondern die Terrororganisation, die den 7. Oktober verantwortet, Geiseln verschleppt und Gaza über Jahre in eine bewaffnete Basis gegen Israel verwandelt hat. Wenn Iran während der Gespräche mit Washington ausgerechnet mit Hamas-Funktionären telefoniert und die Gaza-Frage in die Verhandlungen trägt, dann geht es nicht um Frieden. Es geht um die Absicherung eines regionalen Machtapparates, der Israel aus mehreren Richtungen unter Druck setzen soll.
Hinzu kommt die internationale Dimension. Iran unterstützt nicht nur Hamas und HisbollahHisbollah: Irans Terrorarmee im LibanonDie Hisbollah ist eine schiitisch islamistische Organisation im Libanon. Sie wurde in den frühen 1980er Jahren mit Unterstützung des Iran aufgebaut, verfügt über eine politische und militärische Struktur und wird von den USA, Israel und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen politisch und materiell. Westliche Dienste haben bereits vor iranischen Einflussoperationen gewarnt. Die damalige US-Geheimdienstchefin Avril Haines erklärte 2024, iranische Akteure hätten versucht, Gaza-Proteste auszunutzen, sich online als Aktivisten auszugeben und sogar Unterstützung für Proteste zu leisten. Sie stellte ausdrücklich klar, dass viele Demonstranten aus eigener Überzeugung handelten. Gerade deshalb ist der Hinweis so wichtig: Iran versucht, echte Debatten in westlichen Gesellschaften für seine Zwecke zu instrumentalisieren.
Das macht Araghchis Telefonat mit Basem Naim so aufschlussreich. Teheran sagt nicht im Geheimen, dass Hamas weiter dazugehört. Es sagt es offen. Die Islamische Republik will Sanktionserleichterungen, eingefrorene Gelder, politische Anerkennung und zugleich Schutzräume für ihre Stellvertreter. Washington spricht von Diplomatie. Teheran spricht mit Hamas.
Für Israel kann daraus nur eine Konsequenz folgen: Kein Abkommen mit Iran darf an den Terrorfronten vorbeisehen. Wer Milliarden freigibt, aber Hamas, Hisbollah und iranische Einflussnetze nicht begrenzt, stabilisiert genau jenes System, das Israel seit Jahren bekämpfen muss. Nach dem Iran Krieg 2026 darf die zentrale Frage nicht lauten, ob Teheran freundlichere Worte findet. Sie muss lauten, ob Iran weniger Geld, weniger Spielraum und weniger Macht bekommt, um Israel über Terrororganisationen anzugreifen.
Der neue Bericht legt nahe, dass Iran genau das Gegenteil anstrebt.
Autor: Redaktion
Mittwoch, 24 Juni 2026