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Hamas überfällt UN-Lager in Gaza, doch die Vereinten Nationen nennen den Täter nicht

Hamas überfällt UN-Lager in Gaza, doch die Vereinten Nationen nennen den Täter nicht


Bewaffnete Kräfte dringen in eine Verteilstelle des Welternährungsprogramms ein und schlagen zwei Fahrer. Der zuständige UN-Vertreter bestätigt den Übergriff, versteckt Hamas aber hinter dem Begriff „De-facto-Behörden“ und kritisiert stattdessen erneut Israel.

Hamas überfällt UN-Lager in Gaza, doch die Vereinten Nationen nennen den Täter nicht
Bildnachweis: Symbolbild / KI

Bewaffnete Kräfte der HamasHamas: Terrororganisation aus GazaHamas ist eine islamistische palästinensische Terrororganisation. Sie entstand 1987 aus dem Umfeld der Muslimbruderschaft, lehnt Israels Existenz ab und wird von Israel, den USA, der EU und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen haben im nördlichen GazastreifenPalästina: Geschichte, Bedeutung und politischer Streit um einen aufgeladenen BegriffPalästina bezeichnet historisch eine Region im südlichen Levantegebiet und politisch heute vor allem den Anspruch auf palästinensische Staatlichkeit. Der Begriff ist eng mit jüdischer Geschichte, dem britischen Mandat, Israel und dem Nahostkonflikt verbunden.Mehr lesen eine Verteilstelle und ein Lager des Welternährungsprogramms überfallen. Zwei Fahrer, die Lebensmittel und andere Hilfsgüter anlieferten, wurden angegriffen. Mitarbeiter wurden eingeschüchtert, die Arbeit der Hilfsorganisation wurde gewaltsam behindert.

Der Vorfall ereignete sich am Samstag an der Verteilstelle Abu Rashid in Dschabalia. Einen Tag später veröffentlichte Ramiz Alakbarov, stellvertretender Sonderkoordinator der Vereinten Nationen für den Nahostfriedensprozess, eine ungewöhnlich scharfe Erklärung. Er sprach von einem gefährlichen Muster aus Einschüchterung, Gewalt, Behinderung, Schmuggelversuchen und Angriffen auf humanitäre Einrichtungen.

Nur einen Namen vermied er konsequent: Hamas.

Statt die Terrororganisation zu benennen, sprach Alakbarov von den „De-facto-Behörden“. Das klingt nach einer unübersichtlichen örtlichen Verwaltung, nach einem namenlosen Machtapparat ohne klare Verantwortliche. Tatsächlich wird der Gazastreifen weiterhin von Hamas-Strukturen kontrolliert. Sie verfügen über bewaffnete Kräfte, Sicherheitsdienste, Gefängnisse, Verwaltungsstellen und die Fähigkeit, Hilfsorganisationen einzuschüchtern.

Wenn bewaffnete Kräfte dieser Herrschaft in eine UN-Einrichtung eindringen, Fahrer schlagen und die Verteilung von Lebensmitteln behindern, ist das kein rätselhafter Zwischenfall. Es ist ein Angriff durch den Machtapparat der Hamas.

Die Vereinten Nationen bestätigen den Übergriff und weichen trotzdem aus

Alakbarovs Erklärung enthält eine schwerwiegende Feststellung. Er beschreibt nicht nur einen einzelnen Angriff. Er spricht ausdrücklich von einer wiederkehrenden Struktur aus Gewalt, Einschüchterung und Behinderung humanitärer Arbeit. Damit bestätigt ein hoher Vertreter der Vereinten Nationen genau das, worauf IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen seit Jahren hinweist: Hamas nutzt den humanitären Raum, bedroht Helfer und versucht, Kontrolle über Hilfsgüter und deren Verteilung zu behalten.

Doch die klare Feststellung wird sofort wieder abgeschwächt.

Noch in derselben Erklärung lenkt Alakbarov den Blick auf Israel. Die Ausweitung der von Israel kontrollierten Gebiete verringere den Raum für Zivilisten und erschwere die humanitäre Versorgung. Danach folgt die übliche Aufforderung an „alle Parteien“, Hilfspersonal, Einrichtungen und Lieferungen zu schützen.

Diese Ergänzung verändert den Charakter der Erklärung. Der konkrete Anlass war ein gewaltsamer Übergriff durch die in Gaza herrschenden Kräfte. Trotzdem wird Israel unmittelbar wieder in dieselbe Verantwortungsgemeinschaft aufgenommen. Aus einem Angriff der Hamas wird ein allgemeines Problem des Konflikts.

So entsteht erneut der Eindruck, beide Seiten hätten in diesem konkreten Fall in vergleichbarer Weise gehandelt. Das ist falsch.

Israel hat die Fahrer in Dschabalia nicht geschlagen. Israel ist nicht in das Lager des Welternährungsprogramms eingedrungen. Israel hat die Mitarbeiter an dieser Verteilstelle nicht eingeschüchtert. Der aktuelle Vorfall hat einen klar benennbaren Verantwortlichen.

COGAT formulierte deshalb wesentlich deutlicher. Die israelische Behörde erklärte, der Angriff sei ein weiterer Beleg dafür, dass Hamas den humanitären Raum für eigene Zwecke missbrauche. Hilfsgüter gelangten in den Gazastreifen, doch Hamas störe die Verteilung, bringe Lieferungen unter ihre Kontrolle und verhindere, dass sie die Zivilbevölkerung erreichten.

Diese Darstellung ist keine abstrakte israelische Behauptung mehr. Die Vereinten Nationen selbst bestätigen inzwischen Gewalt, Einschüchterung und Eingriffe durch die örtlichen Machthaber. Der Unterschied liegt nur noch in der Sprache. Israel nennt Hamas. Die Vereinten Nationen verstecken sie hinter einer Amtsbezeichnung.

Wer Lebensmittel kontrolliert, kontrolliert Menschen

Für Hamas sind Lebensmittel und Hilfsgüter nicht nur humanitäre Mittel. Sie sind Macht.

Wer Lastwagen, Lager und Verteilstellen kontrolliert, entscheidet mit darüber, wer Lebensmittel erhält, welche Familien bevorzugt werden und wer abhängig bleibt. Wer Mitarbeiter einschüchtern kann, zwingt internationale Organisationen, sich den Bedingungen der Hamas anzupassen. Wer Fahrer schlägt, sendet eine Botschaft an alle anderen: Niemand arbeitet in Gaza unabhängig vom Willen der Terrororganisation.

Das erklärt, weshalb Übergriffe auf Hilfsorganisationen keine Randerscheinung sind. Hamas braucht die Kontrolle über Versorgung, Verteilung und öffentliche Ordnung, um ihre Herrschaft zu erhalten. Jede unabhängige Struktur gefährdet diesen Anspruch.

Hilfsgüter sind deshalb auch ein politisches Werkzeug. Hamas kann eigene Netzwerke versorgen, Gegner unter Druck setzen und gleichzeitig Israel für jede Knappheit verantwortlich machen. Gerät die Verteilung ins Stocken, erscheinen in internationalen Meldungen schnell israelische Grenzkontrollen, militärische Sperrgebiete oder fehlende Lieferungen als Ursache. Gewalt und Behinderung innerhalb Gazas werden dagegen häufig nur vorsichtig oder anonym beschrieben.

Genau dieses Muster zeigt sich nun erneut.

Die Vereinten Nationen erklären, die Menschen im Gazastreifen dürften nicht unter weiteren Verzögerungen und Unterbrechungen leiden. Das ist richtig. Doch wer solche Verzögerungen verursacht, muss benannt werden. Sonst bleibt die Warnung folgenlos.

Hamas hat Anfang Juli erklärt, ihre bisherige Regierungsstruktur aufzulösen und zivile Aufgaben an ein Fachgremium zu übergeben. Der Überfall in Dschabalia zeigt, wie wenig solche Ankündigungen bedeuten, solange die Terrororganisation ihre Waffen, Sicherheitskräfte und Einschüchterungsmöglichkeiten behält.

Eine Behörde kann ihren Namen ändern. Ein bewaffneter Machtapparat verschwindet dadurch nicht.

Die eigentlichen Opfer sind die Menschen im Gazastreifen. Für sie bestimmte Lebensmittel werden zum Gegenstand eines Machtkampfes. Fahrer und Lagerarbeiter müssen um ihre Sicherheit fürchten. Internationale Helfer werden bedroht. Familien warten auf Versorgung, während Hamas ihre Kontrolle über Verteilungswege verteidigt.

Die Vereinten Nationen können diese Wirklichkeit nicht länger glaubwürdig beschreiben, ohne die Verantwortlichen beim Namen zu nennen.

„De-facto-Behörden“ haben keinen Fahrer geschlagen. Ein abstrakter Verwaltungsbegriff ist nicht in ein Lager eingedrungen. Es waren Kräfte des Hamas-Apparats.

Wer das verschweigt, schützt nicht die Neutralität humanitärer Arbeit. Er schützt die Täter vor klarer Benennung.




Autor: Redaktion
Montag, 13 Juli 2026

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