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UNESCO macht Israels alte Hauptstadt zum palästinensischen Erbe

UNESCO macht Israels alte Hauptstadt zum palästinensischen Erbe


Sebastia war das politische Zentrum des antiken Königreichs Israel. Trotzdem wurde die Stätte als palästinensisches Welterbe anerkannt, nach Angaben von N12 sogar ohne die zuvor zugesagte Abstimmung.

UNESCO macht Israels alte Hauptstadt zum palästinensischen Erbe
Bildnachweis: Symbolbild / KI

Es gibt Orte, an denen Geschichte nicht ausgelegt werden muss, weil sie offen vor den Augen liegt. Sebastia ist ein solcher Ort. Wer dort über die alten Steine geht, bewegt sich auf dem Boden von SamariaJudäa und Samaria: Israels historisches Kernland im politischen StreitJudäa und Samaria bezeichnen historische Landschaften zwischen Jerusalem, dem Jordantal und den zentralen Höhenzügen des Landes Israel. In Israel ist der Begriff gebräuchlich. International wird das Gebiet oft anders bezeichnet und politisch als umstritten eingeordnet.Mehr lesen, der Hauptstadt des nördlichen Königreichs IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen. Hier regierten israelitische Könige. Hier entstand ein politisches Zentrum jüdischer Geschichte, viele Jahrhunderte bevor sich eine palästinensische Nationalbewegung entwickelte.

Und doch hat die UNESCO genau diesen Ort nun als Welterbestätte des „Staates Palästina“ anerkannt und zugleich auf die Liste des gefährdeten Welterbes gesetzt.

Der Beschluss ist mehr als eine weitere diplomatische Niederlage Israels in einer internationalen Organisation. Er zeigt, wie leicht historische Tatsachen politisch neu eingerahmt werden können, solange genügend Staaten bereit sind, eine passende Erzählung zu unterstützen.

Die jüdische Geschichte Sebastias wird von der UNESCO nicht einmal bestritten. In den offiziellen Unterlagen wird Samaria als Hauptstadt des antiken Königreichs Israel genannt. Trotzdem erscheint die Stätte künftig unter palästinensischer Zuständigkeit. Die historische Verbindung Israels wird erwähnt, die politische Zuordnung erhält jedoch die Palästinensische Autonomiebehörde.

Das ist kein nebensächlicher Widerspruch. Es ist der Kern der Entscheidung.

Die UNESCO kann die Ruinen nicht verändern. Sie kann keine israelitischen Mauern verschwinden lassen und keine archäologischen Funde aus dem Boden entfernen. Aber sie kann bestimmen, unter welchem Namen Millionen Menschen diesen Ort kennenlernen. Sie kann beeinflussen, was in Reiseführern, Schulbüchern, diplomatischen Dokumenten und Medienberichten stehen wird.

Dort wird künftig nicht zuerst „alte Hauptstadt IsraelsJerusalem: Hauptstadt Israels und Herz jüdischer GeschichteJerusalem ist die Hauptstadt Israels und die größte Stadt des Landes. Für Juden ist sie seit Jahrtausenden religiöser und historischer Mittelpunkt. Zugleich ist Jerusalem auch für Christen und Muslime heilig und steht im Zentrum politischer Streitfragen.Mehr lesen“ stehen, sondern „Welterbestätte des Staates Palästina“.

Genau darum ging es.

Eine Entscheidung, die offenbar nicht gezählt werden durfte

Besonders schwer wiegt, wie der Beschluss nach Angaben des israelischen Senders N12 zustande kam.

Den israelischen Vertretern sei vor der Sitzung zugesichert worden, dass über die Aufnahme Sebastias abgestimmt werde. Als es zur Entscheidung kam, habe der Vorsitzende des Welterbekomitees den Beschluss jedoch ohne förmliche Abstimmung angenommen.

Israelische Vertreter und die tschechische Botschafterin bei der UNESCO widersprachen demnach rund 40 Minuten lang. Tschechien verlangte ausdrücklich eine Abstimmung. Der Vorsitzende ließ sie trotzdem nicht zu. Am Ende durfte Prag lediglich seine Ablehnung zu Protokoll geben.

Sollte dieser Ablauf durch das vollständige Sitzungsprotokoll bestätigt werden, wäre er ein Skandal.

Eine Entscheidung wird nicht einvernehmlich, nur weil der Vorsitzende verhindert, dass die Gegenstimmen gezählt werden. Konsens bedeutet Zustimmung. Er bedeutet nicht, dass Einwände übergangen und anschließend als Randnotiz im Protokoll abgelegt werden.

Gerade bei Sebastia war offensichtlich, dass kein politischer Konsens bestand. Israel widersprach. Tschechien widersprach. Es gab eine lange Auseinandersetzung über das Verfahren. Dennoch wurde die Entscheidung so behandelt, als müsse sie nicht mehr zur Abstimmung gestellt werden.

Das wirkt nicht wie kultureller Schutz. Es wirkt wie politische Durchsetzung.

Die UNESCO beruft sich gern auf gemeinsame Verantwortung für das Erbe der Menschheit. Doch gemeinsame Verantwortung verlangt Offenheit. Wer eine umstrittene Entscheidung ohne Abstimmung durchsetzt, schützt nicht das Vertrauen in internationale Institutionen. Er beschädigt es.

Sebastia wurde zudem in einem beschleunigten Verfahren behandelt. Die Palästinensische Autonomiebehörde stellte den Ort als akut gefährdet dar. Israel widersprach dieser Darstellung und erklärte, die Arbeiten vor Ort dienten gerade dem Schutz, der Erforschung und der Entwicklung der archäologischen Stätte.

Natürlich gibt es einen echten Streit über Zugänge, Landnutzung, Ausgrabungen und Zuständigkeiten. Auch die Interessen der palästinensischen Bewohner des heutigen Ortes müssen ernst genommen werden. Doch dieser Streit rechtfertigt nicht, die tiefste historische Identität Sebastias politisch an den Rand zu schieben.

Wer den Schutz eines Ortes ernst meint, muss seine gesamte Geschichte schützen. Nicht nur den Teil, der heute diplomatisch nützlich ist.

Die Steine erzählen eine andere Geschichte

Sebastia liegt nordwestlich von Nablus in Samaria. Im 9. Jahrhundert vor unserer Zeit machte König Omri den Ort zur Hauptstadt des nördlichen Königreichs Israel. Später regierte dort auch König Ahab. Die Stadt war eines der wichtigsten politischen Zentren der israelitischen Geschichte.

Danach kamen Assyrer, Hellenisten, Römer, Byzantiner, muslimische Herrscher und Kreuzfahrer. Herodes der Große ließ die Stadt ausbauen und gab ihr den Namen Sebaste. Jede Epoche hinterließ Spuren.

Gerade diese Vielfalt macht den Ort bedeutend.

Niemand muss die spätere christliche, islamische oder palästinensische Geschichte Sebastias leugnen. Auch das heutige Dorf und seine Bewohner gehören zur Geschichte des Ortes. Doch Vielfalt bedeutet nicht, dass die früheste prägende Identität beliebig umbenannt werden darf.

Samaria war nicht irgendeine Stadt in der Region. Sie war die Hauptstadt eines israelitischen Königreichs.

Das ist keine politische Meinung der heutigen israelischen Regierung. Es ist historische und archäologische Tatsache.

Wenn die UNESCO diese Stätte nun als palästinensisches Welterbe führt, entsteht ein gefährlicher Eindruck: Als könne eine moderne diplomatische Mehrheit entscheiden, welchem Volk die Vergangenheit gehört.

Genau das kann sie nicht.

Keine internationale Organisation kann rückwirkend verändern, wer dort regierte. Kein Ausschuss kann die Geschichte des jüdischen Volkes aus Samaria entfernen. Kein Vorsitzender kann durch das Verhindern einer Abstimmung aus israelitischen Ruinen palästinensische Ursprünge machen.

Aber die UNESCO kann eine politische Erzählung aufwerten. Und genau das hat sie getan.

Die Palästinensische Autonomiebehörde erhält nicht nur ein kulturelles Gütesiegel. Sie erhält ein Instrument für ihren internationalen Anspruch auf Judäa und Samaria. Sebastia wird damit Teil einer Strategie, bei der archäologische Orte nicht nur geschützt, sondern politisch vereinnahmt werden.

Das ist besonders bitter, weil dieselbe UNESCO die israelitische Vergangenheit des Ortes in ihren eigenen Unterlagen bestätigt. Sie weiß, was Sebastia war. Sie kennt die Geschichte. Sie entscheidet sich dennoch für eine politische Kennzeichnung, bei der diese Geschichte nur noch als eine Schicht unter vielen erscheint.

Für Israel ist das keine akademische Debatte.

Das jüdische Volk wird seit Jahren mit der Behauptung konfrontiert, es sei ein fremder Eindringling in seinem eigenen historischen Land. Archäologische Orte wie Sebastia widerlegen diese Behauptung unmittelbar. Sie zeigen, dass jüdische Geschichte in Samaria nicht mit modernen Siedlungen, nicht mit dem Jahr 1967 und nicht mit der Gründung des Staates Israel begann.

Sie reicht Jahrtausende zurück.

Genau deshalb sind diese Orte politisch so umkämpft. Wer die Verbindung des jüdischen Volkes zum Land schwächen will, muss nicht jeden Fund zerstören. Es genügt, ihn neu zu beschriften.

Aus Samaria wird Sebastia. Aus der Hauptstadt Israels wird palästinensisches Welterbe. Aus einem offenen politischen Streit wird angeblicher Konsens.

Die UNESCO hat damit keinen Frieden geschaffen und keine gemeinsame Geschichte gefördert. Sie hat einer Seite einen symbolischen Sieg gegeben und die andere aufgefordert, sich mit einer Fußnote zur eigenen Vergangenheit zufriedenzugeben.

Außenminister Gideon Sa’ar sagte vor der Entscheidung, keine politische Resolution könne verändern, was unter den Füßen liege. Damit hat er recht.

Die Erde kennt keine diplomatischen Mehrheiten. Sie bewahrt, was tatsächlich war.

Unter Sebastia liegt die Geschichte des Königreichs Israel. Sie liegt dort unabhängig davon, welches Schild die UNESCO aufstellt, welche Delegation jubelt und welcher Vorsitzende eine Abstimmung verhindert.

Sebastia bleibt Samaria.

Und Samaria war die Hauptstadt Israels, lange bevor internationale Organisationen begannen, Geschichte nach politischen Mehrheiten zu verteilen.




Autor: Redaktion
Samstag, 25 Juli 2026

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