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US-Bomber starteten von Israel aus zu Angriffen auf Iran

US-Bomber starteten von Israel aus zu Angriffen auf Iran


Verteidigungsminister Israel Katz bestätigt erstmals öffentlich, dass amerikanische Kampfjets und Bomber israelische Luftwaffenstützpunkte für Angriffe auf Iran nutzten. Israel beteiligte sich damit auch während seiner eigenen Angriffspause unmittelbar an der militärischen Infrastruktur der US-Operationen.

US-Bomber starteten von Israel aus zu Angriffen auf Iran
Bildnachweis: Ethan Wagner / Quelle

Die Vereinigten Staaten haben bei ihren jüngsten Angriffen auf Iran nicht nur auf Flugzeugträger, amerikanische Stützpunkte am Persischen Golf und Langstreckenbomber aus den USA zurückgegriffen. Amerikanische Kampfjets und Bomber starteten auch von israelischen Luftwaffenbasen zu Einsätzen gegen Ziele im Iran.

Das bestätigte Israels Verteidigungsminister IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen Katz am Dienstag in einem Interview mit dem israelischen Sender Channel 14. Die iranische Führung wisse, dass amerikanische Maschinen von Israel aus zu Angriffen gestartet seien, erklärte Katz. Welche Stützpunkte genutzt wurden, welche Flugzeugtypen dort stationiert waren und welche Ziele sie angriffen, sagte der Verteidigungsminister nicht.

Die Aussage ist dennoch von erheblicher strategischer Bedeutung. Israel hatte sich an den jüngsten amerikanischen Angriffswellen offiziell nicht mit eigenen Luftangriffen beteiligt. Während Washington über fast zwei Wochen hinweg erneut iranische Militäranlagen bombardierte, trat JerusalemJerusalem: Hauptstadt Israels und Herz jüdischer GeschichteJerusalem ist die Hauptstadt Israels und die größte Stadt des Landes. Für Juden ist sie seit Jahrtausenden religiöser und historischer Mittelpunkt. Zugleich ist Jerusalem auch für Christen und Muslime heilig und steht im Zentrum politischer Streitfragen.Mehr lesen öffentlich als Beobachter, Verbündeter und möglicher späterer Teilnehmer auf. Tatsächlich stellte Israel den amerikanischen Streitkräften offenbar aber einen entscheidenden Teil seiner militärischen Infrastruktur zur Verfügung.

Damit wird sichtbar, wie wenig die formale Trennung zwischen dem amerikanischen Krieg gegen Iran und Israels eigener Angriffspause über die tatsächliche Zusammenarbeit aussagte. Israelische Kampfflugzeuge mussten nicht selbst iranischen Luftraum erreichen, damit Israel operativ Teil der amerikanischen Kampagne blieb. Bereits die Bereitstellung von Flugplätzen, geschützten Abstellflächen, Wartungseinrichtungen, Treibstoff, Luftlageinformationen und gesicherten Startkorridoren kann für eine solche Operation entscheidend sein.

Katz bestätigte allerdings nur die Nutzung israelischer Luftwaffenstützpunkte. Er sagte nicht, welche weiteren Leistungen Israel erbrachte. Aussagen über konkrete Geheimdienstunterstützung, Zielauswahl oder die Betankung amerikanischer Maschinen lassen sich aus seinen Worten daher nicht sicher ableiten.

Auch das von der „Jerusalem Post“ verwendete Foto eines B-2-Tarnkappenbombers ist lediglich eine Illustration. Katz erklärte nicht, dass B-2-Bomber von Israel aus gestartet seien. Die amerikanische Luftwaffe setzte während des Krieges verschiedene Kampfflugzeuge, Tanker und schwere Bomber ein. Welche davon zeitweise auf israelischen Basen standen, bleibt geheim.

Die operative Logik ist jedoch eindeutig. Israel liegt erheblich näher an wichtigen Zielen im Westen und Zentrum Irans als viele amerikanische Stützpunkte außerhalb der unmittelbaren Region. Starts von israelischem Gebiet verkürzen mögliche Anflugwege, erleichtern die Begleitung durch Jagdflugzeuge und Tanker und ermöglichen eine schnellere Rückkehr beschädigter oder technisch beeinträchtigter Maschinen.

Zugleich verfügen Israels Luftwaffenbasen über die Infrastruktur eines Landes, das seit Jahren auf einen großen Krieg mit Iran vorbereitet ist. Die gemeinsame amerikanisch-israelische Kampagne vom 28. Februar hatte bereits gezeigt, wie eng beide Streitkräfte bei Luftlage, Aufklärung, elektronischer Kriegführung und Zielbekämpfung zusammenarbeiten können. Nach Angaben des amerikanischen Verteidigungsministeriums waren an der damaligen ersten Angriffswelle mehr als 100 bemannte und unbemannte Fluggeräte beteiligt.

Die nun bestätigte Nutzung israelischer Basen bedeutet deshalb mehr als eine logistische Gefälligkeit. Sie macht Israel zu einem vorgeschobenen Operationsraum der Vereinigten Staaten gegen Iran. Washington konnte seine Kräfte näher an das Zielgebiet verlegen, während Jerusalem selbst zunächst keine neue direkte Angriffswelle eröffnen musste.

Diese Arbeitsteilung hatte für beide Seiten Vorteile. Die USA konnten den militärischen Druck auf Iran erhöhen und zugleich auf bereits vorhandene israelische Infrastruktur zurückgreifen. Israel vermied eine sofortige Wiederaufnahme des direkten Krieges, unterstützte aber weiterhin die Zerschlagung iranischer Militärstrukturen.

Für Teheran dürfte diese Unterscheidung kaum Bedeutung besitzen. Aus iranischer Sicht wurden die amerikanischen Angriffe nicht nur mit israelischer Zustimmung, sondern teilweise von israelischem Boden aus durchgeführt. Katz machte deutlich, dass die iranische Führung darüber informiert sei. Seine Aussage ist damit auch eine bewusste Abschreckungsbotschaft: Israel versucht seine Beteiligung nicht länger vollständig im Hintergrund zu halten.

Katz formulierte zugleich eine direkte Warnung. Sollte Iran Israel erneut angreifen, werde Israel mit voller Kraft zurückschlagen. Das Land sei jederzeit zu neuen Angriffen auf Iran bereit. Die einst selbstbewusst auftretende Macht, die Israel mit Vernichtung bedroht habe, sei zusammengebrochen, erklärte der Verteidigungsminister.

Die Beschreibung eines vollständigen iranischen Zusammenbruchs ist politische Rhetorik. Iran verfügt weiterhin über Raketen, Drohnen, unterirdische Anlagen und bewaffnete StellvertreterStellvertreterkrieg: Irans indirekter Krieg gegen IsraelEin Stellvertreterkrieg ist ein Konflikt, in dem ein Staat oder Akteur andere bewaffnete Gruppen unterstützt, um eigene Ziele zu verfolgen, ohne selbst vollständig offen Krieg zu führen. Im Nahen Osten nutzt Iran dieses Modell besonders gegen Israel.Mehr lesen in mehreren Ländern. Gerade die drei Drohnen, die am Montag und Dienstag im Grenzraum zu Jordanien abgefangen wurden, zeigen, dass die Bedrohung nicht beendet ist. Nach Informationen aus israelischen Sicherheitskreisen wurden sie wahrscheinlich von iranisch unterstützten schiitischen Milizen im Irak gestartet.

Katz wollte mit seiner Formulierung offenbar einen anderen Punkt hervorheben: Iran kann Israel nicht mehr glaubhaft damit drohen, es ungehindert zu vernichten, während seine eigenen Kommandozentralen, Raketenanlagen und militärischen Einrichtungen vor amerikanischen und israelischen Luftangriffen geschützt bleiben. Die iranische Führung weiß inzwischen, dass die Luftwaffen beider Staaten tief in ihr Gebiet eindringen können.

Die Bereitstellung israelischer Basen verschärft diese Unsicherheit. Iran kann nicht länger zuverlässig davon ausgehen, dass amerikanische Angriffe nur von weit entfernten Stützpunkten oder Flugzeugträgern beginnen. Amerikanische Maschinen können offenbar auch direkt aus Israel starten, während israelische Flugzeuge parallel für eigene Einsätze bereitstehen.

Für die iranische Luftverteidigung vergrößert sich dadurch die Zahl möglicher Angriffsrichtungen. Gleichzeitig wird die Vorwarnzeit kürzer. Ein Start aus Israel kann militärisch anders bewertet werden als ein Langstreckenflug aus den Vereinigten Staaten oder ein Einsatz aus dem zentralen Persischen Golf.

Die Bestätigung wirft aber auch politische Fragen auf. Die im April vereinbarte Angriffspause wurde der Öffentlichkeit als Unterbrechung der direkten Kämpfe zwischen den Vereinigten Staaten, Israel und Iran präsentiert. Israel stellte seine eigenen Angriffe weitgehend ein. Dennoch blieben die israelischen Streitkräfte offenbar tief in die amerikanische Operationsplanung eingebunden. Die Waffenruhe bedeutete daher keine israelische Neutralität, sondern lediglich, dass die IDF zunächst nicht selbst als offen angreifende Streitmacht auftrat.

Das ist kein Bruch mit Israels Sicherheitsinteressen. Iran hatte Israel über Jahre mit Vernichtung bedroht, sein Atomprogramm ausgebaut, ballistische Raketen entwickelt und Terrororganisationen an Israels Grenzen bewaffnet. Israel wäre kaum verpflichtet gewesen, einem amerikanischen Verbündeten die Nutzung seiner militärischen Infrastruktur zu verweigern, während dieser iranische Angriffe und die Blockade der Straße von HormusStraße von Hormus: Die gefährlichste Engstelle der WeltwirtschaftDie Straße von Hormus ist eine Meerenge zwischen Iran und Oman. Sie verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman und ist eine der wichtigsten Routen für Öl und Flüssigerdgas weltweit.Mehr lesen bekämpfte.

Der Vorgang zeigt vielmehr, wie eng die strategischen Interessen beider Staaten inzwischen verbunden sind. Katz erklärte, die Vereinigten Staaten hätten in Iran sogar Interessen, die über die israelischen hinausgingen. Washington müsse amerikanische Soldaten und Stützpunkte schützen, die internationale Schifffahrt sichern, die Ausbreitung des iranischen Einflusses begrenzen und verhindern, dass Teheran eine Atomwaffe erlangt.

Diese Aussage richtet sich auch gegen die Behauptung, die USA führten den Krieg lediglich für Israel. Amerikanische Einrichtungen, Soldaten und Handelspartner wurden selbst von Iran und dessen Stellvertretern angegriffen. Die USA handelten daher nicht als israelische Hilfstruppe, sondern aus eigenen militärischen und wirtschaftlichen Interessen.

Dass sie dabei israelische Stützpunkte nutzten, zeigt zugleich, welchen strategischen Wert Israel für Washington besitzt. Israel stellt nicht nur Geheimdiensterkenntnisse und hochentwickelte Luftverteidigung bereit. Es bietet den Vereinigten Staaten einen politisch zuverlässigen und militärisch leistungsfähigen Standort in unmittelbarer Nähe der wichtigsten Krisengebiete des Nahen Ostens.

Iran wird daraus ebenfalls Konsequenzen ziehen. Israelische Luftwaffenbasen könnten bei einer weiteren Eskalation stärker in den Fokus iranischer Raketenangriffe geraten. Teheran könnte argumentieren, dass von ihnen amerikanische Angriffe ausgehen und sie deshalb militärische Ziele seien.

Genau darauf zielt Katz’ Abschreckung. Jeder iranische Angriff auf Israel würde nach seinen Worten eine massive israelische Antwort auslösen. Teheran soll verstehen, dass ein Versuch, die amerikanisch-israelische Zusammenarbeit durch Raketenangriffe auf israelische Basen zu unterbrechen, keinen Schutz vor weiteren Angriffen schaffen würde, sondern die direkte Rückkehr Israels in den Krieg auslösen könnte.

Die Zukunft der Iran-Strategie soll auch beim Treffen von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Donald Trump in Washington besprochen werden. Netanjahu erklärte bereits vor seiner Abreise, Iran stehe ganz oben auf der Tagesordnung. Es ist das erste Treffen beider Regierungschefs seit dem Beginn der gemeinsamen Luftkampagne im Februar.

Dabei wird es nicht nur um die vergangenen Angriffe gehen. Washington und Jerusalem müssen entscheiden, welche Bedingungen Iran für eine dauerhafte Beendigung des Krieges erfüllen muss, wie mit seinem Raketenprogramm umgegangen wird und was geschieht, wenn Teheran die Pause zur Wiederherstellung zerstörter Anlagen nutzt.

Auch die militärische Arbeitsteilung dürfte neu bewertet werden. Katz’ Erklärung zeigt, dass diese Zusammenarbeit bereits weiterging, als öffentlich bekannt war. Amerikanische Maschinen starteten von Israel aus, während Israel selbst offiziell außerhalb der jüngsten Angriffswellen blieb.

Das war keine Distanz zum Krieg.

Es war koordinierte Kriegsführung mit verteilten Rollen.

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Autor: Redaktion
Dienstag, 28 Juli 2026

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