Huckabee greift jüdische Extremisten scharf an: US-Botschaft interveniert in Kusra

Huckabee greift jüdische Extremisten scharf an: US-Botschaft interveniert in Kusra


Mike Huckabee gehört zu den entschiedensten Unterstützern Israels. Umso bemerkenswerter ist seine Reaktion auf Übergriffe gegen eine palästinensische Familie in Judäa und Samaria: Er spricht von kriminellen Handlungen und bezeichnet die Verantwortlichen als israelische Terroristen.

Huckabee greift jüdische Extremisten scharf an: US-Botschaft interveniert in Kusra
Bildnachweis: DHSgov / Quelle

US-Botschafter Mike Huckabee hat ungewöhnlich scharf auf mutmaßliche Übergriffe jüdischer Extremisten gegen eine palästinensische Familie im Dorf Kusra reagiert. Zugleich widersprach er der Behauptung, die amerikanische Vertretung habe auf die Ereignisse nicht reagiert.

Die US-Botschaft sei vielmehr sehr intensiv mit dem Fall befasst, erklärte Huckabee auf X. Auf amerikanische Initiative hin seien die IDF und die israelische Polizei eingeschaltet worden, um die Verantwortlichen zu entfernen. Deren Handlungen am Haus der betroffenen Familie bezeichnete der Botschafter ausdrücklich als kriminell. In seiner Wortwahl ging Huckabee noch weiter und sprach von „israelischen Terroristen“.

Dass gerade Huckabee diese Bezeichnung verwendet, besitzt politisches Gewicht. Der frühere Gouverneur von Arkansas gehört seit Jahren zu den verlässlichsten Unterstützern Israels in den Vereinigten Staaten. Er hat wiederholt die besondere Verbindung zwischen beiden Ländern verteidigt und sich gegen pauschale internationale Angriffe auf IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen gestellt. Gleichzeitig hat er bereits in der Vergangenheit klargemacht, dass Gewalt gegen palästinensische Zivilisten für ihn nicht durch politische oder religiöse Überzeugungen entschuldigt werden kann.

Genau diese Unterscheidung ist notwendig.

Wer in Judäa und SamariaJudäa und Samaria: Israels historisches Kernland im politischen StreitJudäa und Samaria bezeichnen historische Landschaften zwischen Jerusalem, dem Jordantal und den zentralen Höhenzügen des Landes Israel. In Israel ist der Begriff gebräuchlich. International wird das Gebiet oft anders bezeichnet und politisch als umstritten eingeordnet.Mehr lesen lebt, ist nicht automatisch für extremistische Gewalt verantwortlich. Hunderttausende Israelis leben dort, ohne palästinensische Nachbarn anzugreifen. Straftaten einzelner Extremisten pauschal der gesamten israelischen Bevölkerung in Judäa und Samaria anzulasten, wäre ebenso falsch wie ihre Taten zu verharmlosen.

Wenn Menschen Häuser belagern, Familien einschüchtern, Eigentum zerstören oder religiöse Einrichtungen anzünden, muss der israelische Rechtsstaat dagegen vorgehen.

Washington erhöht den Druck

Huckabees Äußerungen folgen auf einen Bericht von KAN, wonach ein hochrangiger Vertreter des Weißen Hauses der Ansicht ist, Israel unternehme nicht genug gegen gewalttätige Extremisten in Judäa und Samaria. Washington wolle das Thema gegenüber dem Büro von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu ansprechen und eine Erklärung dafür verlangen, weshalb die Sicherheitsbehörden die Lage bislang nicht ausreichend unter Kontrolle gebracht hätten.

Der konkrete aktuelle Fall betrifft Kusra. Nach dem Bericht der JerusalemJerusalem: Hauptstadt Israels und Herz jüdischer GeschichteJerusalem ist die Hauptstadt Israels und die größte Stadt des Landes. Für Juden ist sie seit Jahrtausenden religiöser und historischer Mittelpunkt. Zugleich ist Jerusalem auch für Christen und Muslime heilig und steht im Zentrum politischer Streitfragen.Mehr lesen Post sollen Extremisten am Mittwoch palästinensische Häuser faktisch abgeriegelt beziehungsweise deren Bewohner bedrängt haben. Als IDF und Grenzpolizei eintrafen und zugleich gegen einen Außenposten vorgingen, kam es zu Auseinandersetzungen. Bis zum Mittwochabend war die Situation offenbar noch nicht vollständig beendet.

Kusra war bereits Ende Juli Schauplatz schwerwiegender Vorfälle. Damals wurden nach Angaben der IDF und israelischer Medien eine Moschee sowie weitere Ziele in der Umgebung angezündet. Die Armee erklärte, Soldaten seien in das Dorf geschickt worden, die Verdächtigen seien jedoch bereits geflohen. Israelische Sicherheitskräfte verurteilten die Angriffe ausdrücklich und kündigten Ermittlungen an.

Das macht die aktuelle amerikanische Kritik besonders unangenehm für Jerusalem.

Denn Huckabee ist kein Diplomat, der grundsätzlich gegen die israelische Präsenz in Judäa und Samaria argumentiert. Im Gegenteil. Noch 2025 hatte er betont, Entscheidungen über das Gebiet seien grundsätzlich Sache Israels.

Gerade deshalb lässt sich seine jetzige Kritik nicht einfach als weiterer internationaler Angriff auf Israel abtun.

Huckabee unterscheidet zwischen der politischen Frage über die Zukunft Judäas und Samarias und dem Verhalten einzelner Gewalttäter.

Das sollte auch Israel selbst tun.

Extremisten schaden zuerst Israel

Der israelische Staat kann nicht glaubwürdig verlangen, dass Terror gegen Juden konsequent verfolgt wird, und gleichzeitig bei politisch oder religiös motivierter Gewalt jüdischer Täter wegsehen.

Dabei geht es nicht um eine künstliche Gleichsetzung von HamasHamas: Terrororganisation aus GazaHamas ist eine islamistische palästinensische Terrororganisation. Sie entstand 1987 aus dem Umfeld der Muslimbruderschaft, lehnt Israels Existenz ab und wird von Israel, den USA, der EU und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen Terrorismus mit jedem gewalttätigen Zwischenfall in Judäa und Samaria. Hamas ist eine organisierte Terrororganisation, die den israelischen Staat vernichten will und das Massaker vom 7. Oktober7. Oktober 2023: Das Hamas-Massaker, das Israel veränderteDer 7. Oktober 2023 war der Tag des Hamas-Massakers in Israel. Terroristen aus Gaza ermordeten etwa 1.200 Menschen, vor allem Zivilisten, und verschleppten mehr als 240 Geiseln in den Gazastreifen.Mehr lesen verübte. Das ist eine völlig andere Dimension.

Aber auch jüdische Täter können terroristische oder schwere kriminelle Handlungen begehen.

Das anzuerkennen schwächt Israel nicht.

Es stärkt den Anspruch Israels, ein Rechtsstaat zu sein.

Huckabee hat diese Linie bereits bei früheren Angriffen vertreten. Nach Übergriffen auf das christlich-palästinensische Dorf Taybeh forderte er harte Konsequenzen. Er betonte gleichzeitig ausdrücklich, dass solche Täter nicht stellvertretend für die rund eine halbe Million Israelis in Judäa und Samaria stehen.

Genau dieser Punkt sollte in der gegenwärtigen Debatte nicht verloren gehen.

Diejenigen, die palästinensische Familien terrorisieren, helfen Israel nicht. Sie erschweren den Sicherheitskräften ihre Arbeit, beschädigen Israels internationale Stellung und liefern Gegnern des Landes Bilder, mit denen anschließend sämtliche Israelis in Judäa und Samaria zu Extremisten erklärt werden.

Und sie gefährden letztlich auch israelische Bürger.

Gewalt erzeugt Gegengewalt, bindet IDF-Kräfte und verschärft eine ohnehin angespannte Sicherheitslage, in der israelische Soldaten gleichzeitig palästinensischen Terror verhindern müssen.

Deshalb ist es richtig, wenn Polizei, Grenzpolizei und IDF gegen solche Täter vorgehen.

Und es wäre falsch, Huckabees Kritik deshalb abzulehnen, weil sie von außen kommt.

Ein Freund Israels darf genau dann besonders deutlich werden, wenn Menschen unter israelischer Verantwortung glauben, sie könnten das Gesetz selbst in die Hand nehmen.

Huckabee hat seine Position deutlich gemacht.

Die amerikanische Botschaft habe sich eingeschaltet. Die israelischen Sicherheitskräfte seien auf ihre Bitte hin tätig geworden. Und diejenigen, die eine palästinensische Familie bedrohen, werden von ihm nicht als Vertreter Israels betrachtet.

Sondern als Kriminelle.

Das ist eine Unterscheidung, die Israel selbst mit aller Konsequenz durchsetzen sollte.




Autor: Redaktion
Donnerstag, 13 August 2026

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