Nach Angriff auf drei IDF-Soldaten: Israel tötet zweiten Hisbollah-KommandeurNach Angriff auf drei IDF-Soldaten: Israel tötet zweiten Hisbollah-Kommandeur
Die israelische Reaktion auf den schweren Hisbollah-Angriff im Südlibanon geht weiter. Nach einem Radwan-Kommandeur meldet die IDF nun die Tötung eines zweiten ranghohen Hisbollah-Kommandeurs. Abu Hassan Alaa soll selbst Angriffe auf israelische Soldaten geführt haben.

Bildnachweis: Symbolbild / KI
Die israelische Armee hat ihre Angriffe auf die HisbollahHisbollah: Irans Terrorarmee im LibanonDie Hisbollah ist eine schiitisch islamistische Organisation im Libanon. Sie wurde in den frühen 1980er Jahren mit Unterstützung des Iran aufgebaut, verfügt über eine politische und militärische Struktur und wird von den USA, Israel und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen im Südlibanon am Wochenende fortgesetzt und dabei nach eigenen Angaben einen zweiten ranghohen Kommandeur der Terrororganisation getötet.
Wie die IDF am Sonntag mitteilte, wurde Abu Hassan Alaa bei einem Angriff im Gebiet Deir ez-Zahrani getötet. Er war demnach Kommandeur in der Bader-Einheit der Hisbollah und an Angriffen gegen israelische Soldaten beteiligt, die im Südlibanon operieren.
Der Angriff steht nach Angaben der Armee in unmittelbarem Zusammenhang mit der Eskalation vom Wochenende, bei der drei israelische Soldaten schwer verletzt wurden.
Bereits zuvor hatte IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen in Ansar eine Kommandozentrale der Hisbollah bombardiert und dort Ali Samir al-Hajj Hassan, einen Bataillonskommandeur der Radwan-Eliteeinheit, getötet.
Damit richtet sich die israelische Antwort nicht nur gegen Gebäude und militärische Infrastruktur. Die IDF geht gezielt gegen Kommandeure vor, die nach ihrer Darstellung an der Planung und Durchführung von Angriffen gegen israelische Kräfte beteiligt waren.
Die unmittelbare Botschaft ist eindeutig: Der bestehende Waffenstillstand soll nach israelischer Auffassung kein Schutzschild für Hisbollah-Kommandeure sein, die weiterhin militärische Operationen gegen die IDF organisieren.
Zwei Kommandeure nach einem Angriff auf israelische Soldaten
Ausgangspunkt der jüngsten Eskalation war eine Hisbollah-Aktion am Ali-Taher-Höhenzug innerhalb der israelischen Sicherheitszone im Südlibanon.
Das Büro des israelischen Ministerpräsidenten bestätigte am Samstag, dass dabei drei IDF-Soldaten schwer verletzt wurden. Nach späteren israelischen Angaben wurden sie durch eine mit Sprengstoff beladene Drohne getroffen. Die Regierung wertet den Angriff als eindeutige Verletzung der Waffenruhe. Auch AP berichtet, Israel habe seine Angriffe ausdrücklich als Vergeltung für den Hisbollah-Angriff bezeichnet.
Israel griff daraufhin mehrere Ziele in Ansar, am Ali-Taher-Höhenzug und im Raum Deir ez-Zahrani an.
In Ansar wurde nach israelischen Angaben die Kommandozentrale getroffen, von der die Operation gegen die Soldaten gesteuert worden sein soll. Dabei wurde der Radwan-Kommandeur Ali Samir al-Hajj Hassan getötet.
Nun bestätigt die IDF mit Abu Hassan Alaa einen weiteren getöteten Kommandeur.
Die Bader-Einheit gehört zu den regionalen militärischen Strukturen der Hisbollah. Nach Darstellung der IDF war Alaa persönlich an Angriffen auf israelische Kräfte beteiligt.
Diese Angaben stammen von der israelischen Armee. Eine unabhängige Bestätigung seiner konkreten Funktion oder seiner Beteiligung an einzelnen Angriffen liegt bislang nicht vor.
Dass die Hisbollah trotz Waffenruhe weiterhin militärisch aktiv ist, ist allerdings kein isolierter israelischer Vorwurf. Bereits in den vergangenen Monaten kam es wiederholt zu Raketen, Drohnen und bewaffneten Zwischenfällen im Südlibanon. Die IDF hatte deshalb mehrfach erklärt, auch während Waffenruhevereinbarungen gegen unmittelbar erkannte Bedrohungen vorzugehen.
Zivile Opfer verschärfen den politischen Druck
Die israelischen Angriffe haben gleichzeitig eine schwere Debatte über zivile Opfer ausgelöst.
Libanesische Behörden meldeten bei den Angriffen vom Samstag mindestens elf Tote. Beim Angriff auf Ansar sollen sieben Menschen getötet worden sein, darunter nach libanesischen Angaben auch Kinder. In Deir ez-Zahrani wurden weitere Tote und zahlreiche Verletzte gemeldet.
Israel räumt ein, dass sich Angehörige des Radwan-Kommandeurs Hassan während des Angriffs mit ihm in der Kommandozentrale befanden.
Die IDF erklärte ausdrücklich, dass diese Familienangehörigen nicht Ziel des Angriffs gewesen seien. Hassan sei als militärischer Kommandeur ein legitimes Ziel gewesen. Nach israelischer Darstellung habe er seine Familie bewusst in einem militärisch genutzten Komplex untergebracht und damit als menschliche SchutzschildeMenschliche Schutzschilde: Wie Terror Zivilisten als Deckung missbrauchtMenschliche Schutzschilde sind Zivilisten, deren Anwesenheit absichtlich genutzt wird, um militärische Ziele vor Angriffen zu schützen oder militärische Operationen zu behindern. Das humanitäre Völkerrecht verbietet diese Praxis.Mehr lesen benutzt.
Das Ministerpräsidentenamt erklärte, die IDF habe erst nach dem Angriff erfahren, dass sich Zivilisten dort befunden hätten.
Diese israelische Darstellung ist bislang nicht unabhängig bestätigt.
Ebenso wenig lässt sich aus den libanesischen Opferzahlen allein ableiten, dass Israel bewusst Zivilisten angegriffen hätte.
Genau diese Unterscheidung ist entscheidend.
Die Hisbollah war nach israelischen Angaben für einen Angriff verantwortlich, bei dem drei israelische Soldaten schwer verletzt wurden. Israel reagierte auf militärische Ziele und tötete mindestens zwei ranghohe Kommandeure. Gleichzeitig kamen bei diesen Angriffen offenbar auch Zivilisten ums Leben.
Beides kann gleichzeitig wahr sein.
Die Waffenruhe wird immer brüchiger
Politisch kommt die Eskalation zu einem besonders sensiblen Zeitpunkt.
Israel und die libanesische Regierung verhandeln unter amerikanischer Vermittlung über einen schrittweisen israelischen Rückzug. Dieser soll mit der Entwaffnung der Hisbollah und der Übernahme der betroffenen Gebiete durch die libanesische Armee verbunden werden.
Israel hat jedoch mehrfach klargemacht, dass es strategische Positionen nicht räumen werde, solange die Hisbollah weiterhin bewaffnet und militärisch handlungsfähig ist.
Der Angriff auf die drei Soldaten liefert dafür aus israelischer Sicht ein weiteres Argument.
Die Situation erinnert an ein grundsätzliches Problem der gesamten Waffenruhe: Sie existiert diplomatisch, während die militärischen Fähigkeiten der Hisbollah weiterhin vorhanden sind.
Israelische Militärvertreter haben in den vergangenen Monaten selbst eingeräumt, dass die Widerstandsfähigkeit und verbleibenden Kapazitäten der Hisbollah teilweise unterschätzt wurden. Die IDF geht inzwischen davon aus, dass die Organisation weiterhin über erhebliche Raketenbestände und militärische Strukturen verfügt.
Damit wird die zentrale Frage immer dringlicher:
Kann der Libanon die Hisbollah tatsächlich entwaffnen?
Solange diese Antwort offen bleibt, dürfte Israel auch künftig selbst militärisch handeln, wenn es eigene Soldaten oder die Gemeinden im Norden bedroht sieht.
Die Tötung von Abu Hassan Alaa zeigt, dass JerusalemJerusalem: Hauptstadt Israels und Herz jüdischer GeschichteJerusalem ist die Hauptstadt Israels und die größte Stadt des Landes. Für Juden ist sie seit Jahrtausenden religiöser und historischer Mittelpunkt. Zugleich ist Jerusalem auch für Christen und Muslime heilig und steht im Zentrum politischer Streitfragen.Mehr lesen die Reaktion auf den Angriff vom Wochenende noch nicht als abgeschlossen betrachtet.
Zwei Kommandeure der Hisbollah sind nun nach israelischen Angaben innerhalb weniger Tage getötet worden.
Und je länger die Terrororganisation bewaffnet bleibt und israelische Kräfte angreift, desto schwieriger wird es für Beirut, Israel von einem schnellen Rückzug aus der Sicherheitszone zu überzeugen.
Autor: Redaktion
Sonntag, 16 August 2026