Zehn Millionen israelische Einwohner: Israel wächst weiter trotz Auswanderung

Zehn Millionen israelische Einwohner: Israel wächst weiter trotz Auswanderung


Israel überschreitet eine demografische Schwelle. Vor Rosh Hashanah leben 10,305 Millionen Menschen im Land, darunter erstmals etwas mehr als zehn Millionen israelische Einwohner. 182.000 Geburten halten das Wachstum hoch, während die Migrationsbilanz weiter negativ bleibt.

Zehn Millionen israelische Einwohner: Israel wächst weiter trotz Auswanderung
Bildnachweis: Symbolbild / KI

IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen beginnt das jüdische Jahr 5787 mit einer Zahl von besonderer Bedeutung. Nach den am Mittwoch veröffentlichten Daten des israelischen Zentralamtes für Statistik, CBS, leben rund 10,305 Millionen Menschen im Land. Davon gehören 10,001 Millionen zur israelischen Bevölkerung, weitere rund 304.000 sind ausländische Staatsangehörige. Damit überschreitet die israelische Bevölkerung ohne die ausländischen Einwohner erstmals die Marke von zehn Millionen.

Von den israelischen Einwohnern zählt das CBS rund 7,828 Millionen zur Gruppe "Juden und andere". Darunter fallen neben Juden auch nichtarabische Christen, Angehörige anderer Religionen sowie Menschen ohne registrierte Religionszugehörigkeit. Diese Gruppe stellt 78,3 Prozent. Rund 2,173 Millionen Einwohner sind Araber, entsprechend 21,7 Prozent der israelischen Bevölkerung.

Seit dem vergangenen Rosh Hashanah wuchs die Bevölkerung nach Angaben des CBS um rund 124.000 Menschen. Das entspricht einer Wachstumsrate von 1,2 Prozent. Rund 182.000 Kinder wurden geboren, etwa 50.000 Menschen starben. Schon diese Zahlen erklären, weshalb Israel trotz Krieg, wirtschaftlicher Belastungen und einer weiterhin negativen Migrationsbilanz demografisch wächst.

Die Geburten gleichen die Abwanderung mehr als aus

Besonders auffällig bleibt Israels Geburtenrate. Die zusammengefasste Fruchtbarkeitsrate liegt nach den jüngsten Jahresdaten bei 2,88 Kindern je Frau. Der OECD Durchschnitt liegt bei lediglich 1,41. Israel bleibt damit unter den entwickelten Industriestaaten ein demografischer Sonderfall. Gleichzeitig liegt die Lebenserwartung bei 81,4 Jahren für Männer und 85,9 Jahren für Frauen.

Auch gesellschaftlich ist Israel weiterhin ein vergleichsweise junges Land. Dieses Wachstum ist langfristig von erheblicher Bedeutung. Mehr Einwohner bedeuten einen steigenden Bedarf an Wohnungen, Schulen, Verkehrswegen und Gesundheitsversorgung. Gleichzeitig wächst eine Bevölkerung, deren Erwerbsstruktur und Bildungsniveau darüber entscheiden werden, ob das starke demografische Wachstum auch wirtschaftlich getragen werden kann.

Beim Arbeitsmarkt zeigen die CBS Daten zunächst Stabilität. Rund 4,577 Millionen Menschen gehören zur Erwerbsbevölkerung, die Arbeitslosenquote liegt bei lediglich 2,9 Prozent. Gleichzeitig steigen die Wohnkosten weiter. Die durchschnittliche Monatsmiete erreichte rund 4.919 Schekel, während der durchschnittliche Kaufpreis einer Wohnung bei ungefähr 2,33 Millionen Schekel liegt.

Die Bevölkerungsentwicklung hat allerdings eine Schwachstelle: die internationale Migration.

Im vergangenen jüdischen Jahr kamen rund 24.000 neue Einwanderer nach Israel. Weitere etwa 4.000 Menschen kamen im Rahmen von Familienzusammenführungen. Rund 21.000 Israelis kehrten aus dem Ausland zurück. Dem standen etwa 57.000 Israelis gegenüber, die nach der CBS Methodik als Auswanderer eingestuft wurden. Unter dem Strich verringerte die internationale Migration die israelische Bevölkerung damit um rund 8.000 Menschen.

Das ist negativ, aber gegenüber dem Vorjahr eine deutliche Verbesserung. Vor Rosh Hashanah 2025 hatte das CBS noch einen migrationsbedingten Verlust von rund 28.000 Menschen gemeldet. Damals wurden etwa 79.000 israelische Auswanderer registriert. Der aktuelle Wert von rund 57.000 zeigt, dass die Abwanderung weiterhin hoch ist, sich zuletzt jedoch abgeschwächt hat.

haOlam hatte bereits zum Jahreswechsel über das Überschreiten der Zehn Millionen Marke bei der gesamten Bevölkerung und die zugleich negative Migrationsbilanz berichtet. Die neuen Zahlen zeigen nun eine Fortsetzung dieser Entwicklung, allerdings mit einem deutlich kleineren Wanderungsverlust.

Bei Auswanderungszahlen entscheidet die Definition

Gerade bei den seit Monaten diskutierten Auswanderungszahlen ist eine saubere Unterscheidung wichtig. Eine Studie der Universität Tel Aviv berichtete Anfang August von 268.509 israelischen Staatsbürgern, die zwischen 2023 und 2025 das Land für mindestens drei aufeinanderfolgende Monate verließen. Davon entfielen 86.509 auf 2023, 91.499 auf 2024 und 90.922 auf 2025.

Diese Zahlen sind nicht identisch mit der offiziellen CBS Kategorie der Auswanderer. Die Universität verwendet für ihre aktuelle Analyse einen Aufenthalt von mindestens drei Monaten im Ausland als Messgröße. Nach der strengeren Methode für längerfristige Auswanderung schätzen die Forscher die Zahl für 2025 dagegen auf etwa 45.000 bis 50.000 Menschen. Deshalb dürfen beide Statistiken nicht einfach miteinander addiert oder verglichen werden.

Das ist auch deshalb relevant, weil in Medienberichten unterschiedliche Werte kursieren. Die Universität Tel Aviv selbst nennt für die Jahre 2023 bis 2025 insgesamt 268.509 Personen, nicht 268.930. Für den Vergleichszeitraum 2013 bis 2015 nennt sie 183.219 Personen, die mindestens drei Monate außerhalb Israels waren.

Trotz dieser Entwicklung bleibt Israels demografische Basis außergewöhnlich stark. Rund 46 Prozent der weltweit etwa 15,9 Millionen Juden lebten Anfang 2026 in Israel. Seit Staatsgründung kamen rund 3,51 Millionen Einwanderer ins Land.

Die neuen Zahlen zeichnen deshalb kein einfaches Bild von Wachstum oder Krise. Israel wächst weiter, und zwar schneller als die meisten westlichen Industriestaaten. Die Zahl der Geburten übersteigt die Zahl der Todesfälle bei weitem. Gleichzeitig verlassen mehr Menschen das Land, als durch AliyahAliyah: Die jüdische Rückkehr nach IsraelAliyah bedeutet wörtlich „Aufstieg“ und bezeichnet die Einwanderung von Juden nach Israel. Der Begriff ist eng mit Zionismus, jüdischer Diaspora, Rückkehr nach Zion und dem israelischen Rückkehrgesetz von 1950 verbunden.Mehr lesen, Rückkehr und Familienzusammenführung hinzukommen.

Doch selbst nach mehreren Kriegsjahren, Terror, Raketenangriffen und wirtschaftlicher Unsicherheit wächst die Bevölkerung weiter.

Zum jüdischen Neujahr steht damit eine Zahl, die vor wenigen Jahrzehnten noch kaum vorstellbar schien: Mehr als zehn Millionen israelische Einwohner leben heute im jüdischen Staat.




Autor: Redaktion
Donnerstag, 10 September 2026

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