Irans Griff nach Bab al-Mandab: Huthis wollen Welthandel erpressen und Israel stärker bedrohenIrans Griff nach Bab al-Mandab: Huthis wollen Welthandel erpressen und Israel stärker bedrohen
Ein ehemaliger Huthi-Sprecher warnt vor einer iranischen Machtverschiebung am Roten Meer. Die Terrororganisation könnte Schiffe zur Kasse bitten, leichter neue Waffen erhalten und bei der nächsten Eskalation Israels südliche Lebensader blockieren.

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Die jüngsten Geländegewinne der HuthiHuthi: Terrororganisation des Iran-Netzwerks im JemenDie Huthi, auch Ansar Allah genannt, sind eine schiitisch-islamistische Terrororganisation aus dem Jemen. Sie kontrollieren große Teile des Nordwestens, werden vom Iran unterstützt und bedrohen Israel sowie die internationale Schifffahrt im Roten Meer.Mehr lesen-Terrororganisation im Jemen bekommen eine noch gefährlichere Dimension. Nach der Einnahme von Mocha, Mayun und inzwischen auch der strategischen Hanisch-Inseln kontrollieren die vom Iran unterstützten HuthisHuthi: Terrororganisation des Iran-Netzwerks im JemenDie Huthi, auch Ansar Allah genannt, sind eine schiitisch-islamistische Terrororganisation aus dem Jemen. Sie kontrollieren große Teile des Nordwestens, werden vom Iran unterstützt und bedrohen Israel sowie die internationale Schifffahrt im Roten Meer.Mehr lesen wichtige Positionen entlang der jemenitischen Seite des Bab al-Mandab. Der frühere Huthi-Sprecher Ali al-Bukhaiti warnt nun ausdrücklich: Was dort entsteht, sei faktisch iranischer Einfluss über eine zweite der wichtigsten Meerengen der Welt.
„Die Kontrolle der Huthis über Bab al-Mandab ist die Kontrolle Irans über eine weitere Meerenge“, sagte al-Bukhaiti im Gespräch mit N12. Dadurch könnten Teheran und seine jemenitischen Verbündeten die WeltwirtschaftStraße von Hormus: Die gefährlichste Engstelle der WeltwirtschaftDie Straße von Hormus ist eine Meerenge zwischen Iran und Oman. Sie verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman und ist eine der wichtigsten Routen für Öl und Flüssigerdgas weltweit.Mehr lesen unter Druck setzen und Washington zu einem für Iran günstigen Arrangement zwingen. (mako.co.il)
Seine Wortwahl ist zugespitzt, trifft aber einen realen strategischen Kern. Die Huthis beherrschen nicht völkerrechtlich oder militärisch jeden Meter des Bab al-Mandab. Die gegenüberliegende afrikanische Küste liegt außerhalb ihrer Kontrolle. Doch ihre Stellungen auf der jemenitischen Küste und den vorgelagerten Inseln geben ihnen erheblich bessere Möglichkeiten, Schiffe zu beobachten, mit Raketen und Drohnen anzugreifen oder allein durch die glaubhafte Angriffsdrohung den Verkehr zu beeinflussen.
Am Montag meldete die Associated Press die Einnahme von Groß- und Klein-Hanisch. Zuvor hatten die Huthis bereits Mocha und Mayun, auch Perim genannt, unter ihre Kontrolle gebracht. Damit wächst ihr militärischer Zugriff auf jene Wasserstraße weiter, die das Rote Meer mit dem Golf von Aden verbindet. (apnews.com)
Für IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen ist dies keine entfernte Krise am anderen Ende der Arabischen Halbinsel. Der Bab al-Mandab ist der südliche Zugang zum Roten Meer und damit zur israelischen Hafenstadt Eilat. Die Huthis haben Israel bereits mit ballistischen Raketen und Drohnen angegriffen und versucht, seine maritime Verbindung nach Asien wirtschaftlich abzuschneiden. Jede zusätzliche Huthi-Stellung an der Meerenge verbessert die Ausgangslage einer Terrororganisation, deren Führung die Vernichtung Israels offen propagiert.
Iranische Waffen, Berater und Revolutionsgarden
Besonders schwer wiegt, dass die iranische Rolle inzwischen nicht mehr nur aus allgemeinen politischen Verbindungen abgeleitet werden muss.
Reuters berichtete bereits am 10. September unter Berufung auf jemenitische, iranische und regionale Quellen, dass der Huthi-Vormarsch an der Rotmeerküste mit direkter Beratung der iranischen RevolutionsgardenIslamische Revolutionsgarden: Machtzentrum des iranischen RegimesDie Islamischen Revolutionsgarden sind eine mächtige militärische, politische und wirtschaftliche Organisation der Islamischen Republik Iran. Sie wurden nach der Revolution von 1979 gegründet, unterstehen dem Obersten Führer und steuern über die Quds-Einheit Irans regionales Terrornetzwerk.Mehr lesen erfolgt sei. Mehrere hochrangige IRGC-Kommandeure sollen in den Jemen gereist sein. Iran habe den Huthis zudem zusätzliche Finanzierung, Waffen und Führungspersonal zugesagt. Teheran bestreitet weiterhin, die Organisation direkt zu kontrollieren. (reuters.com)
Ein von N12 befragter hochrangiger jemenitischer Analyst beschreibt dieselbe Entwicklung. Ohne iranische Unterstützung hätten die Huthis ihre heutige Stellung am Bab al-Mandab nicht erreichen können. Er verweist auf iranische Experten in Sanaa, militärische Beratung, Hilfe beim Raketenabschuss und bei der Operationsplanung.
Damit bestätigt sich eine Entwicklung, vor der haOlam bereits im Juli warnte. Damals bereitete Iran nach Berichten die Huthis darauf vor, Bab al-Mandab als zweite maritime Druckzone neben der Straße von Hormus einzusetzen. Im September folgte der Vormarsch auf Mocha. Wenige Tage später standen die Huthis nicht mehr nur vor der Meerenge, sondern auf strategischen Inseln mitten im Seeweg. (haolam.de)
Der Umfang dieses Hebels ist enorm. Nach aktuellen Daten der US-Energiebehörde EIA passierten im zweiten Quartal 2026 durchschnittlich rund 8,1 Millionen Barrel Rohöl und Erdölprodukte pro Tag den Bab al-Mandab. Ein Jahr zuvor waren es noch etwa 4,5 Millionen Barrel. Der drastische Anstieg erklärt sich auch dadurch, dass sich die Lage an der Straße von Hormus verschlechtert hatte und alternative Routen an Bedeutung gewannen. (eia.gov)
Damit entsteht genau jene strategische Zange, die Iran nützt: Auf der Ostseite der Arabischen Halbinsel setzt Teheran Hormus unter Druck. Auf der Westseite verfügt seine Huthi-Terrororganisation über immer bessere Möglichkeiten, den Zugang zum Roten Meer zu bedrohen.
Für Saudi-Arabien ist das besonders gefährlich. Das Königreich nutzt seine Ost-West-Pipeline, um Öl aus den Fördergebieten am Persischen Golf nach Yanbu am Roten Meer zu transportieren und Hormus zu umgehen. Nach einem Drohnenangriff ist diese Pipeline nun teilweise für mehrere Wochen außer Betrieb. Gleichzeitig sitzen die Huthis an der Route, die Tanker von Yanbu aus anschließend passieren müssen. (apnews.com)
Aus Terror soll ein Geschäftsmodell werden
Al-Bukhaiti warnt jedoch vor einem weiteren Schritt, der über Raketenangriffe hinausgeht. Nach seiner Einschätzung wollen die Huthis ihre geografische Position langfristig monetarisieren.
Ihr Ziel sei nicht nur der Kampf gegen Israel und die USA, erklärte der frühere Sprecher. Die Organisation wolle zu einer regionalen Macht werden und Staaten beziehungsweise Schiffe, die den Bab al-Mandab passieren, zur Zahlung von Transitgebühren zwingen. Dadurch könnten enorme Einnahmen entstehen, die wiederum in zusätzliche militärische Fähigkeiten fließen würden. (mako.co.il)
Für eine tatsächlich bereits eingeführte allgemeine Huthi-Maut auf internationale Schiffe gibt es bislang keine unabhängige Bestätigung. Die Aussage ist deshalb zunächst eine Warnung al-Bukhaitis und keine gesicherte Tatsache.
Doch sie wäre keine völlig neue Logik. Die Huthis haben bereits versucht, den internationalen Schiffsverkehr nach politischen Kriterien zu kontrollieren, Schiffe angegriffen, gekapert und sogenannte Blockaden verkündet. haOlam bezeichnete diese Strategie bereits im August als maritime Erpressung: Eine Terrororganisation beansprucht faktisch das Recht, darüber zu entscheiden, welches zivile Schiff fahren darf und welches mit Raketen beschossen wird. (haolam.de)
Al-Bukhaiti kennt die Organisation von innen. Er war selbst Huthi-Sprecher, bevor er sich von der Bewegung lossagte und heute im britischen ExilDiaspora: Jüdisches Leben außerhalb IsraelsDiaspora bezeichnet die Zerstreuung eines Volkes außerhalb seiner historischen Heimat. In jüdischem Zusammenhang meint der Begriff besonders die jüdischen Gemeinschaften außerhalb Israels. Die jüdische Diaspora entstand durch Exil, Vertreibung, Migration und jahrhundertelanges Leben als Minderheit.Mehr lesen lebt. Bereits Anfang 2024 warnte er, die Huthis würden mit zunehmender Reichweite schließlich auch Tel Aviv direkt treffen können. Damals wurde eine solche Warnung von vielen noch als Zukunftsszenario betrachtet. Inzwischen haben die Huthis Israel wiederholt mit Langstreckenraketen und Drohnen angegriffen. (timesofisrael.com)
Nun warnt er vor dem nächsten Entwicklungsschritt: Die neue territoriale Position werde den Huthis nicht nur mehr Möglichkeiten gegen Israel geben, sondern auch den Nachschub erleichtern. Mehr iranische Waffen könnten ebenso folgen wie Komponenten oder Unterstützung aus China, Russland oder anderen Quellen.
Genau darin liegt für Israel die langfristige Gefahr.
Eine Terrororganisation mit eigener Küste, wichtigen Häfen, Inselstellungen, Raketenarsenal und einem stetigen Waffenstrom aus Iran ist etwas anderes als eine Guerillabewegung im jemenitischen Hinterland. Sie entwickelt sich zu einer regionalen Militärmacht, die eine internationale Handelsader als Waffe einsetzen kann.
Und Teheran muss dafür nicht einmal selbst am Bab al-Mandab stehen.
Die Huthis erledigen die Arbeit.
Die jüngste Entwicklung zeigt zugleich, wie kurzsichtig es wäre, die Organisation lediglich als saudisches Problem oder als Folge des jemenitischen Bürgerkriegs zu behandeln. Ihr Schlachtruf richtet sich ausdrücklich gegen Israel und die Vereinigten Staaten. Ihre Raketen wurden bereits gegen Israel eingesetzt. Ihre Angriffe auf Handelsschiffe haben Eilat wirtschaftlich getroffen. Ihre militärische Expansion wird nach übereinstimmenden Berichten von Iran unterstützt.
Aus israelischer Sicht ist deshalb entscheidend, dass sich am Bab al-Mandab kein zweites Hormus etabliert: eine strategische Meerenge, an der ein feindliches Regime oder seine Terrororganisation mit Raketen, Blockadedrohungen und wirtschaftlicher Erpressung bestimmen kann, wer passieren darf.
Denn wenn die Warnungen al-Bukhaitis zutreffen, geht es längst nicht mehr nur darum, dass die Huthis eine neue Position erobert haben.
Es geht darum, was sie daraus machen wollen: mehr Geld, mehr Waffen und mehr Möglichkeiten, Israel anzugreifen.
Autor: Redaktion
Dienstag, 15 September 2026