Mehrheit der Israelis für Hilfe an Saudi-Arabien gegen Huthis viele verlangen Normalisierung als GegenleistungMehrheit der Israelis für Hilfe an Saudi-Arabien gegen Huthis viele verlangen Normalisierung als Gegenleistung
Eine neue Umfrage zeigt, wie stark sich die regionalen Frontlinien verschoben haben: 54 Prozent der Israelis unterstützen Hilfe für Saudi-Arabien im Kampf gegen die vom Iran unterstützten Huthis. Die Mehrheit dieser Befürworter will dafür jedoch eine Normalisierung der Beziehungen zwischen Riad und Jerusalem.

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Noch vor wenigen Jahren wäre die Frage ungewöhnlich gewesen. Heute hält eine Mehrheit der Israelis Unterstützung für Saudi-Arabien gegen die HuthisHuthi: Terrororganisation des Iran-Netzwerks im JemenDie Huthi, auch Ansar Allah genannt, sind eine schiitisch-islamistische Terrororganisation aus dem Jemen. Sie kontrollieren große Teile des Nordwestens, werden vom Iran unterstützt und bedrohen Israel sowie die internationale Schifffahrt im Roten Meer.Mehr lesen für richtig.
In einer am Freitag veröffentlichten Maariv-Umfrage sprachen sich 54 Prozent dafür aus, Saudi-Arabien im Kampf gegen die vom Iran unterstützte jemenitische Terrororganisation zu helfen. Allerdings unterscheiden sich die Bedingungen deutlich: 38 Prozent wollen israelische Unterstützung nur im Zusammenhang mit einem NormalisierungsabkommenAbraham-Abkommen: Israels Durchbruch in der arabischen WeltDie Abraham-Abkommen sind Normalisierungsvereinbarungen zwischen Israel und mehreren arabischen beziehungsweise muslimisch geprägten Staaten. Sie begannen 2020 mit den Vereinigten Arabischen Emiraten und Bahrain.Mehr lesen zwischen IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen und Saudi-Arabien. 16 Prozent würden Riad auch ohne unmittelbare diplomatische Gegenleistung unterstützen. 26 Prozent lehnen Hilfe ab, 20 Prozent machten keine Angabe.
Die Zahlen spiegeln eine sicherheitspolitische Entwicklung wider, die in den vergangenen Wochen immer sichtbarer geworden ist. Die Huthis haben ihre Angriffe auf Saudi-Arabien intensiviert, saudische Städte und Energieanlagen attackiert und ihren militärischen Einfluss entlang der jemenitischen Rotmeerküste ausgeweitet. Reuters berichtete zuletzt von erheblichen saudischen Sicherheitsproblemen und einem Vormarsch der Huthis in Richtung des strategisch entscheidenden Bab al-Mandab.
Damit treffen Israel und Saudi-Arabien erneut auf denselben Gegner.
Die Huthis werden vom iranischen Regime unterstützt und haben seit dem 7. Oktober 20237. Oktober 2023: Das Hamas-Massaker, das Israel veränderteDer 7. Oktober 2023 war der Tag des Hamas-Massakers in Israel. Terroristen aus Gaza ermordeten etwa 1.200 Menschen, vor allem Zivilisten, und verschleppten mehr als 240 Geiseln in den Gazastreifen.Mehr lesen wiederholt Raketen und Drohnen gegen Israel eingesetzt sowie den Schiffsverkehr im Roten Meer bedroht. Zugleich greifen sie nun verstärkt saudische Infrastruktur an. Saudi-Arabien bat deshalb die USA um zusätzliche Unterstützung; Washington sagte nach Reuters-Angaben Geheimdienst- und Zielaufklärungshilfe zu, vermied bislang jedoch eine direkte größere amerikanische Intervention.
haOlam hatte bereits berichtet, dass auch Israel Geheimdienstinformationen zur Abwehr der Huthi-Bedrohung bereitstellt. Eine formelle diplomatische Normalisierung zwischen JerusalemJerusalem: Hauptstadt Israels und Herz jüdischer GeschichteJerusalem ist die Hauptstadt Israels und die größte Stadt des Landes. Für Juden ist sie seit Jahrtausenden religiöser und historischer Mittelpunkt. Zugleich ist Jerusalem auch für Christen und Muslime heilig und steht im Zentrum politischer Streitfragen.Mehr lesen und Riad besteht weiterhin nicht. Gerade deshalb ist bemerkenswert, dass 38 Prozent der Befragten militärische beziehungsweise nachrichtendienstliche Hilfe ausdrücklich mit einem politischen Preis verbinden wollen: diplomatischen Beziehungen zu Israel.
Likud bei 18 Mandaten, Eisenkots Yashar bei 23
Die Umfrage enthält zugleich neue Daten zur israelischen Wahl am 27. Oktober.
Gadi Eisenkots Partei Yashar kommt in der Erhebung auf 23 Mandate, der Likud von Ministerpräsident Benjamin Netanyahu auf 18. B’Yachad erhält 13 Sitze, die Demokraten und Yisrael Beytenu jeweils neun. Otzma Yehudit erreicht acht, Vereinigtes Tora-Judentum und Shas jeweils sieben. Die gemeinsame Liste von Religiösem ZionismusZionismus: Das Recht der Juden auf SelbstbestimmungZionismus bezeichnet die jüdische Nationalbewegung, die für die Rückkehr des jüdischen Volkes in seine historische Heimat und für jüdische Selbstbestimmung im Land Israel eintrat. Der moderne Zionismus entstand im 19. Jahrhundert als Antwort auf Antisemitismus, Verfolgung und Entrechtung.Mehr lesen und Zehut wird mit sechs Mandaten gemessen. Ra’am erhält fünf Sitze. Ofer Winters Partei People of Israel sowie die gemeinsame Liste von Yoaz Hendel und Yaron Zelekha liegen jeweils bei vier Mandaten.
Beide kleineren Listen liegen allerdings nur knapp über der Sperrklausel von 3,25 Prozent: Hendel und Zelekha wurden mit 3,5 Prozent gemessen, Winters Partei mit 3,4 Prozent. Schon geringe Abweichungen könnten deshalb die rechnerische Zusammensetzung der Knesset verändern. Die Umfrage ist eine Momentaufnahme, keine Prognose.
Auch bei der Frage nach der bevorzugten Person für das Amt des Ministerpräsidenten liegt Eisenkot in dieser Erhebung vor Netanyahu: 48 zu 40 Prozent. Gegen Naftali Bennett werden 44 zu 41 Prozent gemessen, während Netanyahu gegenüber Avigdor Liberman mit 42 zu 38 Prozent vorne liegt. Diese Werte beziehen sich jeweils auf direkte Paarvergleiche und dürfen nicht mit der Sitzverteilung gleichgesetzt werden.
Befragt wurden am 16. und 17. September 600 israelische Erwachsene aus der jüdischen und arabischen Bevölkerung. Die maximale statistische Fehlertoleranz wird mit vier Prozentpunkten angegeben.
Politisch auffällig ist damit vor allem eines: Während Israels Parteien um jeden Sitz kämpfen, zeigt sich bei der Bedrohung durch Iran und die Huthis eine neue regionale Realität.
Saudi-Arabien und Israel haben noch keinen Friedensvertrag.
Aber der gemeinsame Gegner steht längst vor ihrer Tür.
Autor: Redaktion
Freitag, 18 September 2026