Jemen ruft zur Mobilmachung gegen Huthi-Terroristen auf - Amnestie für ÜberläuferJemen ruft zur Mobilmachung gegen Huthi-Terroristen auf - Amnestie für Überläufer
Nach den jüngsten Huthi-Offensiven verschärft die international anerkannte Regierung ihren Kurs. Präsident Rashad al-Alimi ruft zum Eintritt in Armee und Sicherheitskräfte auf und verspricht Aussteigern Straffreiheit.

Bildnachweis: Symbolbild / KI
Jemens international anerkannte Führung reagiert auf die jüngsten Geländegewinne der vom Iran unterstützten HuthiHuthi: Terrororganisation des Iran-Netzwerks im JemenDie Huthi, auch Ansar Allah genannt, sind eine schiitisch-islamistische Terrororganisation aus dem Jemen. Sie kontrollieren große Teile des Nordwestens, werden vom Iran unterstützt und bedrohen Israel sowie die internationale Schifffahrt im Roten Meer.Mehr lesen-Terrororganisation mit einem offenen Mobilisierungsaufruf. Rashad al-Alimi, Vorsitzender des Präsidialrats und Oberbefehlshaber der Streitkräfte, forderte die Bevölkerung am Freitag auf, sich über offizielle Kanäle Armee und Sicherheitskräften anzuschließen. Ziel sei es, die Kontrolle des Staates über das gesamte Land einschließlich Sanaa wiederherzustellen.
Gleichzeitig öffnet al-Alimi Huthi-Kämpfern einen Ausweg. Wer die Terrororganisation verlässt und Kampf oder Mitarbeit beendet, soll ab dem 26. September unter eine allgemeine Amnestie fallen, die anschließend nach verfassungsrechtlichen Verfahren geregelt werden soll. Auch der Status früherer Armee- und Sicherheitsangehöriger soll geklärt werden. Das Angebot trennt damit bewusst zwischen der Führung und jenen Kämpfern, die bereit sind, sich von ihr abzusetzen.
Al-Alimi machte zugleich deutlich, dass die Regierung die jüngste Entwicklung nicht mehr nur eindämmen will. Bereits einen Tag zuvor hatte er erklärt, die Streitkräfte müssten von der Abwehr zur Initiative übergehen und die Huthi-Bedrohung beenden. Internationaler Beistand für die Regierung und ihre Streitkräfte sei aus seiner Sicht der nachhaltigste Weg, den iranischen Einfluss zurückzudrängen.
Der Krieg hat sich innerhalb weniger Wochen verschoben
Der Mobilisierungsaufruf kommt nach einer der schwersten militärischen Verschiebungen im Jemen seit Jahren. Huthi-Truppen rückten im September entlang der Rotmeerküste vor und kämpfen inzwischen um strategische Höhen zwischen dem Roten Meer und den weiterhin von Regierungskräften kontrollierten Gebieten im Süden. Reuters berichtet von fast 700 Toten und rund 130.000 Menschen, die allein während dieser jüngsten Eskalation ihre Häuser verlassen mussten. Die Vereinten Nationen rechnen mit bis zu 100.000 zusätzlichen Vertriebenen in den kommenden Monaten.
haOlam hatte die Entwicklung bereits mehrfach verfolgt: zunächst den Huthi-Vormarsch Richtung Bab al-Mandab, anschließend die wachsende Bedrohung für Aden und Marib und zuletzt den Angriff auf die wichtige Straße nach Aden. Der neue Aufruf al-Alimis ist deshalb mehr als eine weitere Rede. Er zeigt, dass die Regierung versucht, aus einer defensiven Lage wieder einen landesweiten politischen und militärischen Gegenangriff zu organisieren.
Für IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen reicht die Bedeutung weit über den innerjemenitischen Bürgerkrieg hinaus. Die Huthis haben Israel wiederholt mit Raketen und Drohnen angegriffen und den internationalen Schiffsverkehr im Roten Meer unter Beschuss genommen. Je stärker sie den Bab al-Mandab und die westjemenitische Küste kontrollieren, desto größer wird der strategische Hebel Teherans gegenüber Israel, Saudi-Arabien und dem Welthandel.
Auch die G7-Außenminister reagierten inzwischen. Sie forderten Iran ausdrücklich auf, Bewaffnung und Unterstützung der Huthis einzustellen, und warnten, die Eskalation bedrohe internationalen Handel und regionale Stabilität.
Al-Alimis Botschaft ist deshalb ungewöhnlich klar: Die Huthis sollen nicht länger nur aufgehalten werden. Die Regierung will verlorenes Gebiet zurückholen, Kämpfer aus der Organisation herausbrechen und die staatliche Kontrolle bis Sanaa wiederherstellen.
Ob dafür ausreichend militärische Stärke vorhanden ist, bleibt offen. Washington hat trotz jemenitischer und saudischer Bitten bislang keine direkte neue Militärhilfe gegen die Huthis zugesagt.
Damit beginnt für Jemen möglicherweise die nächste Phase des Krieges: Mobilmachung gegen die Huthi-Terrororganisation, Amnestie für Aussteiger und der Versuch, den iranischen Machtgewinn am Roten Meer wieder zurückzudrängen.
Autor: Redaktion
Samstag, 26 September 2026