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Autobombe auf dem Schulweg: Jerusalemer Unterweltgröße und 13-jähriger Sohn schwer verletzt

Autobombe auf dem Schulweg: Jerusalemer Unterweltgröße und 13-jähriger Sohn schwer verletzt


Ein Sprengsatz detonierte am Dienstagmorgen an einem Auto im Jerusalemer Stadtteil Armon HaNatziv. Ziel war nach israelischen Medienberichten der bekannte Kriminelle Itzik Bar-Mucha. Mit ihm im Wagen saß sein 13-jähriger Sohn, den er zur Schule bringen wollte.

Autobombe auf dem Schulweg: Jerusalemer Unterweltgröße und 13-jähriger Sohn schwer verletzt
Bildnachweis: FIRE AND RESCUE AUTHORITY

Mitten im morgendlichen Berufs- und Schulverkehr ist am Dienstag in Israels Hauptstadt ein mutmaßlicher Mordanschlag aus dem Milieu der organisierten Kriminalität verübt worden. Im Jerusalemer Stadtteil Armon HaNatziv explodierte auf der Meir-Feinstein-Straße ein Fahrzeug, nachdem offenbar ein Sprengsatz an dem Wagen angebracht worden war. Der 58-jährige Itzik Bar-Mucha und sein 13 Jahre alter Sohn wurden schwer verletzt.

Besonders erschütternd ist der Zeitpunkt des Anschlags. Nach Angaben israelischer Medien war Bar-Mucha mit seinem Sohn auf dem Weg zur Schule, als die Bombe detonierte. Das Fahrzeug ging in Flammen auf, Trümmerteile wurden über die Straße geschleudert. Anwohner berichteten von einer gewaltigen Explosion, die noch in umliegenden Häusern deutlich zu spüren gewesen sei.

Rettungskräfte von Magen David Adom fanden Vater und Sohn bei Bewusstsein in der Nähe des brennenden Fahrzeugs. Beide wiesen Verbrennungen und weitere Verletzungen auf. Sie wurden in die Trauma-Abteilung des Hadassah-Krankenhauses Ein Kerem gebracht. Während der Zustand des Jungen in den ersten Meldungen noch als mittelschwer beschrieben worden war, teilte das Krankenhaus später mit, dass sowohl der 58-Jährige als auch der 13-Jährige schwer verletzt seien.

Die Jerusalemer Polizei sperrte den Tatort weiträumig ab, sicherte Spuren und leitete Ermittlungen ein. Nach den bisherigen Erkenntnissen gehen die Ermittler von einem kriminellen Hintergrund aus. Hinweise auf einen terroristischen Anschlag liegen derzeit nicht vor.

Ziel eines mutmaßlichen Mordanschlags aus der Unterwelt

Israelische Medien identifizierten den mutmaßlichen Hauptanschlagsgegner als Itzik Bar-Mucha. Er gilt seit vielen Jahren als bekannte Figur der Jerusalemer Unterwelt und wurde von der Polizei in der Vergangenheit zu den führenden Personen der sogenannten „Jerusalemer Bande“ gezählt.

Bar-Muchas Name tauchte über Jahrzehnte in Ermittlungen und Strafverfahren rund um illegales Glücksspiel, Erpressung, Gewalt und organisierte Kriminalität auf. Er verbrachte viele Jahre im Gefängnis. Auch nach seiner Freilassung beschäftigte er wiederholt Polizei und Justiz. Dabei ist bei früheren Verfahren allerdings zwischen rechtskräftigen Verurteilungen und Verdachtsfällen zu unterscheiden: Nicht jeder gegen ihn erhobene Verdacht führte zu einer Anklage oder Verurteilung.

Bereits in früheren Jahren war Bar-Mucha nach Medienberichten Ziel möglicher Mordpläne und gewaltsamer Auseinandersetzungen im kriminellen Milieu. Die Ermittler müssen nun klären, wer den Sprengsatz an seinem Fahrzeug angebracht hat, wann dies geschah und welcher Konflikt hinter dem Anschlag steht.

Dass sein 13-jähriger Sohn bei dem mutmaßlichen Mordversuch ebenfalls schwer verletzt wurde, zeigt erneut die Rücksichtslosigkeit solcher Abrechnungen. Wer einen Sprengsatz an einem Fahrzeug befestigt und ihn im öffentlichen Straßenraum detonieren lässt, gefährdet nicht nur das eigentliche Ziel. Kinder, Passanten, andere Autofahrer und Anwohner können jederzeit zu Opfern werden.

Genau darin liegt die besondere Gefahr der zunehmenden Gewalt im Umfeld organisierter Kriminalität in IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen. Schießereien und Sprengstoffanschläge bleiben nicht innerhalb abgeschotteter krimineller Strukturen. Sie verlagern sich auf Straßen, Wohnviertel und Verkehrsachsen und treffen damit unmittelbar den Alltag der Bevölkerung.

haOlam berichtete bereits im Juni über einen tödlichen Autobombenanschlag auf der stark befahrenen Ayalon-Autobahn. Auch dort gingen die Ermittler von einem kriminellen Hintergrund aus. Solche Fälle zeigen, dass Sprengsätze inzwischen wiederholt als Mittel bei gewaltsamen Auseinandersetzungen eingesetzt werden und dabei eine erhebliche Gefahr für völlig Unbeteiligte entsteht.

Der Anschlag in JerusalemJerusalem: Hauptstadt Israels und Herz jüdischer GeschichteJerusalem ist die Hauptstadt Israels und die größte Stadt des Landes. Für Juden ist sie seit Jahrtausenden religiöser und historischer Mittelpunkt. Zugleich ist Jerusalem auch für Christen und Muslime heilig und steht im Zentrum politischer Streitfragen.Mehr lesen macht diese Gefahr auf besonders drastische Weise sichtbar. Ein Vater bringt seinen Sohn zur Schule, ein Sprengsatz detoniert und ein 13-Jähriger landet schwer verletzt in der Trauma-Abteilung. Unabhängig von der kriminellen Vergangenheit des mutmaßlichen Anschlagsziels gibt es dafür keine Relativierung: Wer seine Rechnungen mit Autobomben im öffentlichen Raum begleicht, nimmt den Tod Unbeteiligter bewusst in Kauf.

Die Polizei ermittelt weiter. Wer den Sprengsatz angebracht beziehungsweise gezündet hat und welcher konkrete Konflikt hinter dem mutmaßlichen Mordanschlag steht, war am Dienstagvormittag noch nicht bekannt.




Autor: Redaktion
Dienstag, 06 Oktober 2026

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