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Hamas hält ihr Überleben für Sieg und rüstet Gaza-Stadt für die nächste Schlacht

Hamas hält ihr Überleben für Sieg und rüstet Gaza-Stadt für die nächste Schlacht


Drei Jahre Krieg, zerstörte Kommandostrukturen und große Gebietsverluste haben Hamas nicht zur Kapitulation gebracht. Nach israelischen Geheimdienstinformationen deutet die Terrororganisation gerade ihr bloßes Überleben als historischen Erfolg und baut Waffen, Tunnel und neue Einheiten für den nächsten Kampf auf.

Hamas hält ihr Überleben für Sieg und rüstet Gaza-Stadt für die nächste Schlacht
Bildnachweis: Symbolbild / KI
Drei Jahre nach dem Massaker vom 7. Oktober7. Oktober 2023: Das Hamas-Massaker, das Israel veränderteDer 7. Oktober 2023 war der Tag des Hamas-Massakers in Israel. Terroristen aus Gaza ermordeten etwa 1.200 Menschen, vor allem Zivilisten, und verschleppten mehr als 240 Geiseln in den Gazastreifen.Mehr lesen zeigt sich eines der schwierigsten Probleme des GazaPalästina: Geschichte, Bedeutung und politischer Streit um einen aufgeladenen BegriffPalästina bezeichnet historisch eine Region im südlichen Levantegebiet und politisch heute vor allem den Anspruch auf palästinensische Staatlichkeit. Der Begriff ist eng mit jüdischer Geschichte, dem britischen Mandat, Israel und dem Nahostkonflikt verbunden.Mehr lesen-Krieges immer deutlicher: HamasHamas: Terrororganisation aus GazaHamas ist eine islamistische palästinensische Terrororganisation. Sie entstand 1987 aus dem Umfeld der Muslimbruderschaft, lehnt Israels Existenz ab und wird von Israel, den USA, der EU und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen ist militärisch schwer getroffen worden, aber sie hält ihre eigene Niederlage keineswegs für erwiesen. Nach Informationen, die Israels politischer und militärischer Führung am Freitag vorgelegt wurden, interpretiert die Terrororganisation schon die Tatsache, dass sie nach drei Jahren noch bewaffnet existiert und Teile des Gazastreifens kontrolliert, als Sieg. Ein hochrangiger israelischer Sicherheitsvertreter beschreibt ein Denken, das mit westlichen Vorstellungen von militärischem Erfolg wenig zu tun hat. Für Hamas sei entscheidend, dass eine islamistische Organisation mit vergleichsweise einfachen Mitteln der stärksten Armee der Region über Jahre widerstanden habe, ohne zu kapitulieren und ohne ihre Waffen abzugeben. Die israelische Kontrolle über große Teile Gazas betrachte Hamas lediglich als vorübergehend.

Wie groß der von IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen kontrollierte Teil des Gazastreifens derzeit genau ist, wird unterschiedlich angegeben. Der aktuelle Bericht der JerusalemJerusalem: Hauptstadt Israels und Herz jüdischer GeschichteJerusalem ist die Hauptstadt Israels und die größte Stadt des Landes. Für Juden ist sie seit Jahrtausenden religiöser und historischer Mittelpunkt. Zugleich ist Jerusalem auch für Christen und Muslime heilig und steht im Zentrum politischer Streitfragen.Mehr lesen Post spricht von rund 70 Prozent. Die IDF veröffentlichte zum dritten Jahrestag des Krieges dagegen eine Zahl von etwa 63 Prozent und verwies auf inzwischen rund 40 israelische Militärposten in den kontrollierten Gebieten. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte zuvor die Ausweitung auf etwa 70 Prozent angeordnet. An der strategischen Lage ändert die Differenz wenig: Hamas herrscht nur noch über einen deutlich verkleinerten Teil des Gazastreifens, besitzt dort aber weiterhin bewaffnete Strukturen, Personal, Waffen und die Fähigkeit zum Wiederaufbau. Die IDF selbst erklärte diese Woche, Hamas sei nicht mehr die militärische und politische Organisation, die sie vor dem 7. Oktober gewesen sei, versuche aber weiterhin, sich neu zu bewaffnen und ihre Strukturen wiederherzustellen.

Tunnel, Sprengsätze, Raketen und neue Kämpfer

Nach der aktuellen israelischen Lageeinschätzung bereitet sich Hamas inzwischen konkret auf eine mögliche neue Bodenoffensive der IDF gegen Gaza-Stadt vor. Die Organisation rekrutiere neue Terroristen, verteile Waffen, grabe beziehungsweise repariere Verteidigungstunnel, produziere Sprengsätze und stelle erneut Kurzstreckenraketen her. Israelische Geheimdienststellen hatten schon im Juni davor gewarnt, dass Hamas monatlich hunderte Sprengsätze und Panzerabwehrwaffen produzieren, junge Männer im Alter zwischen 18 und 22 Jahren rekrutieren und sogar das Training ihrer Nukhba-Eliteeinheiten wieder aufnehmen soll. Damit bestätigt sich ein Muster, vor dem haOlam seit Monaten warnt: Eine Hamas, die ihre Regierung formal abgibt oder einem politischen Fahrplan zustimmt, ist noch lange keine entwaffnete Hamas.

Das israelische Südkommando, der Militärgeheimdienst, die Luftwaffe und der Shin Bet verstärken deshalb gezielte Operationen gegen Terroristen, die am 7. Oktober beteiligt waren, neue Anschläge vorbereiten oder militärische Infrastruktur aufbauen. Gleichzeitig plant die IDF für den Fall, dass Hamas ihre Waffen und ihre Herrschaft nicht abgibt, offenbar eine weitere große Bodenoperation bis ins Zentrum von Gaza-Stadt. Nach der Darstellung des Sicherheitsvertreters wären dafür erneut umfangreiche Bewegungen der Zivilbevölkerung erforderlich. Ziel wäre die Zerschlagung jener Hamas-Bataillone, die weiterhin über eine vergleichsweise hohe Einsatzbereitschaft verfügen. Die Einschätzung innerhalb des Sicherheitsapparates lautet dem Bericht zufolge, dass eine solche Operation letztlich kaum zu vermeiden sein könnte. Eine Entscheidung wird allerdings erst nach der israelischen Parlamentswahl am 27. Oktober erwartet. Der Wahltermin selbst ist offiziell von der Zentralen Wahlkommission bestätigt.

Genau hier entscheidet sich auch die Zukunft des amerikanisch geführten Gaza-Plans. Hamas hat in den vergangenen Monaten mehrfach Bereitschaft zu einer späteren Entwaffnung signalisiert, ihre Waffen aber nicht tatsächlich abgegeben. Der vom Board of Peace vorangetriebene Wiederaufbau setzt dagegen voraus, dass Gaza nicht erneut über einer bewaffneten Hamas-Struktur aufgebaut wird. haOlam hat bereits darauf hingewiesen, dass neue Wohnungen, Kliniken und Straßen keinen dauerhaften Frieden schaffen können, wenn darunter gleichzeitig Tunnel repariert, Raketen produziert und neue Terroristen ausgebildet werden. Ein politisches Dokument kann militärische Entwaffnung nicht ersetzen.

Ahmed Yassins alte Prophezeiung lebt in Hamas weiter

Besonders aufschlussreich ist die ideologische Erklärung, die israelische Sicherheitskreise für dieses Verhalten geben. Hamas soll ihre heutige Lage weiterhin durch die Vorstellungen ihres Gründers Ahmed Yassin interpretieren. Yassin vertrat bereits 1999 die Vorstellung, Israel werde nach einem historischen Zyklus von 40 Jahren bis ungefähr 2027 verschwinden. Seine Konstruktion war keine militärische Prognose im klassischen Sinn, sondern eine religiös-politische Geschichtsdeutung. Die erste palästinensische Generation habe Niederlage und Vertreibung erlebt, die nächste Generation den bewaffneten Widerstand begonnen, die folgende werde schließlich Israel überwinden. Wissenschaftliche Untersuchungen zur Hamas-PropagandaDesinformation: Gezielte Täuschung der ÖffentlichkeitDesinformation bezeichnet bewusst verbreitete falsche oder irreführende Informationen. Ziel ist häufig, Menschen zu täuschen, Vertrauen zu zerstören, Konflikte zu verschärfen oder politische Entscheidungen zu beeinflussen.Mehr lesen bestätigen, dass die Vorstellung vom letztlichen Verschwinden Israels über Jahre ein zentraler Bestandteil ihrer ideologischen Kommunikation geblieben ist.

Dass 2027 unmittelbar bevorsteht und Israel offenkundig nicht vor seinem Verschwinden steht, dürfte diese Ideologie kaum beenden. Schon frühere israelische Geheimdiensteinschätzungen gingen davon aus, dass Hamas die Jahreszahl bei Bedarf neu interpretieren oder verschieben werde. Entscheidend ist nicht der Kalender, sondern die zugrunde liegende Vorstellung: Israel gilt nicht als dauerhafter Staat, mit dem man einen endgültigen Frieden schließen müsste, sondern als vorübergehendes Gebilde, dessen Vernichtung lediglich Zeit benötigt. In dieser Logik kann selbst ein militärisch verheerender Krieg als Erfolg erscheinen, solange Hamas überlebt.

Das erklärt auch, warum drei Jahre Krieg allein das Grundproblem nicht gelöst haben. Israel kann Kommandeure töten, Raketenlager zerstören, Tunnel sprengen und große Gebiete kontrollieren. Solange Hamas aber bewaffnet bleibt, neue Kämpfer rekrutieren und ihr Überleben als Bestätigung ihrer Ideologie verkaufen kann, entsteht aus militärischer Schwächung nicht automatisch strategische Niederlage.

Der 7. Oktober sollte Israel vernichten helfen. Stattdessen hat Hamas einen Krieg ausgelöst, der ihre eigene Organisation schwer beschädigt und Gaza verwüstet hat.

Doch genau darin liegt die gefährliche Verzerrung ihrer Logik.

Hamas muss nicht gewinnen, um sich zum Sieger zu erklären.

Sie muss nur überleben.

Und genau daran arbeitet sie offenbar bereits für die nächste Schlacht.





Autor: Redaktion
Samstag, 10 Oktober 2026

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