Terroranschlag bei Hebron: Netanjahu ordnet Abriegelung anTerroranschlag bei Hebron: Netanjahu ordnet Abriegelung an
Fünf Menschen wurden bei einem bewaffneten Angriff verletzt, zwei von ihnen lebensgefährlich. Israelische Soldaten verhinderten nach Armeeangaben einen geplanten Anschlag auf Zivilisten.

Bildnachweis: Symbolbild / KI
Nach dem schweren Terroranschlag nahe Hebron hat Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu die sofortige Abriegelung der Stadt angeordnet. Zugleich sollen sich die Sicherheitskräfte auf eine vollständige Abriegelung des Westjordanlands vorbereiten. Bei dem Angriff am Freitagmorgen wurden fünf Menschen verletzt, zwei von ihnen lebensgefährlich. Die israelische Armee tötete beide Terroristen nach einem Schusswechsel.
Die Täter wurden nach israelischen Medienberichten als Hamouda und Firas Juaaba identifiziert, zwei 27-jährige Angehörige derselben Familie aus Hebron. Sie waren mit einem M16-Sturmgewehr und einer Pistole bewaffnet.
Der Anschlag ereignete sich an der Juda-Kreuzung auf der Straße 35 südlich von Hebron. Nach bisherigen Erkenntnissen erreichten die Angreifer den Bereich mit einem Fahrzeug, stiegen aus und eröffneten das Feuer.
Ein dramatischer Schusswechsel folgte. Rettungskräfte konnten die Verletzten zunächst nicht in Sicherheit bringen, weil die Täter weiter schossen. Aufnahmen vom Einsatz dokumentieren, wie Helfer während des Beschusses Schutz suchen und versuchen, die Verwundeten zu evakuieren.
Ein Rettungshelfer berichtete, dass der Schusswechsel bereits mehr als 20 Minuten andauere und die Verletzten noch immer nicht vollständig geborgen werden könnten.
Zwei Schwerverletzte mussten am Einsatzort intensivmedizinisch behandelt werden. Drei weitere Menschen wurden zur Behandlung in Jerusalemer Krankenhäuser gebracht.
Armee: Eigentlich sollten Zivilisten angegriffen werden
Nach einer Lagebesprechung erklärte Israels Generalstabschef Ejal Zamir, die Terroristen hätten ursprünglich einen Anschlag auf Zivilisten geplant. Eine von israelischen Soldaten errichtete Straßensperre habe dies verhindert.
Damit erhält der Angriff eine zusätzliche Bedeutung. Nach Darstellung der Armeeführung gerieten die Soldaten nicht zufällig unter Beschuss, sondern verhinderten durch ihre Präsenz, dass die Angreifer ihr eigentliches Ziel erreichten.
Die Sicherheitskräfte erschossen beide Täter. Anschließend suchten Soldaten die Umgebung nach möglichen weiteren Gefahren ab.
Nach Angaben israelischer Militärvertreter hatte es keine konkrete Vorwarnung gegeben, dass die beiden Männer an dieser Stelle angreifen würden. Die Armee verwies jedoch auf bereits verstärkte Sicherheitsvorkehrungen im Westjordanland.
Ministerpräsident Netanjahu ordnete nach einer Beratung mit den Sicherheitschefs die vollständige Abriegelung Hebrons an. Darüber hinaus ließ er Vorbereitungen für eine umfassende Abriegelung des Westjordanlands treffen.
Die Regierung reagiert damit auf die Gefahr weiterer Anschläge. Die Anordnungen betreffen allerdings auch zahlreiche palästinensische Zivilisten, die nicht an der Gewalttat beteiligt waren. Umfang und Dauer der Maßnahmen waren zunächst nicht abschließend bekannt.
Anschlag in einer politisch angespannten Woche
Der Terroranschlag ereignete sich nur wenige Tage vor der israelischen Parlamentswahl. Sicherheitsbehörden hatten bereits vor möglichen Angriffen im Umfeld des Wahltermins gewarnt.
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Ein Zusammenhang zwischen dem Anschlag und der Wahl ist bislang nicht nachgewiesen. Die Verantwortung für die Tat liegt bei den beiden Angreifern und möglichen Unterstützern, nicht bei politischen Gegnern der israelischen Regierung.
Die Ermittlungen müssen nun klären, ob die beiden Terroristen weitere Helfer hatten und wie sie ihren Angriff vorbereiteten. Eine Terrororganisation hatte zunächst keine Verantwortung übernommen.
Für Israel steht nach der Tat zunächst die Versorgung der Verwundeten und die Verhinderung weiterer Anschläge im Vordergrund.
Besonders schwer wiegt die Erkenntnis der Armeeführung, dass offenbar Zivilisten das eigentliche Ziel waren. Der von Soldaten errichtete Kontrollpunkt verhinderte nach israelischen Angaben, dass die Täter ihren ursprünglichen Plan verwirklichen konnten.
Fünf Menschen wurden dennoch verletzt, zwei kämpfen um ihr Leben. Der Anschlag zeigt, wie schnell bewaffnete Terroristen selbst an gesicherten Verkehrsknotenpunkten eine lebensgefährliche Situation schaffen können.
Autor: Redaktion
Freitag, 23 Oktober 2026