Hamas-Spur nach Anschlag bei Hebron: Israel entdeckt Hinweise auf größeres TerrorvorhabenHamas-Spur nach Anschlag bei Hebron: Israel entdeckt Hinweise auf größeres Terrorvorhaben
Die beiden getöteten Attentäter waren offenbar nicht nur für einen Angriff auf einen Militärposten ausgerüstet. Israelische Sicherheitskreise berichten über eine Hamas-Verbindung, große Munitionsvorräte und einen geplanten Angriff auf Zivilisten.

Bildnachweis: Symbolbild / KI
Nach dem Terroranschlag bei Hebron verdichten sich Hinweise auf einen größeren Anschlagsplan mit möglicher Verbindung zur HamasHamas: Terrororganisation aus GazaHamas ist eine islamistische palästinensische Terrororganisation. Sie entstand 1987 aus dem Umfeld der Muslimbruderschaft, lehnt Israels Existenz ab und wird von Israel, den USA, der EU und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bezeichnete die beiden getöteten Attentäter ausdrücklich als Hamas-Terroristen. Nach einem Bericht derNew York Postbestätigte Generalstabschef Ejal Zamir eine Verbindung mindestens eines der beiden Männer zur Terrororganisation.
Die Identität der Angreifer ist inzwischen bekannt. Nach israelischen Medienberichten handelt es sich um Hamouda und Firas Juaaba, zwei 27-jährige Angehörige derselben Familie aus Hebron. Beide wurden am Freitagmorgen nach dem Angriff an der Juda-Kreuzung von israelischen Sicherheitskräften getötet.
Entscheidende neue Erkenntnisse lieferte die Untersuchung ihres Fahrzeugs. Dort fanden Soldaten nach Angaben der Armeeführung große Mengen Munition. Zamir erklärte, diese seien für einen wesentlich umfangreicheren Angriff vorgesehen gewesen.
Das ursprüngliche Ziel sollen israelische Zivilisten gewesen sein. Eine militärische Straßensperre habe verhindert, dass die Täter ihren Plan umsetzen konnten.
Fünf Menschen wurden bei dem anschließenden Schusswaffenangriff verletzt, zwei davon lebensgefährlich.
Israel verstärkt Fahndung nach Terrornetzwerken
Netanjahu ordnete als Reaktion die Abriegelung Hebrons an. Die Sicherheitskräfte sollen sich zudem auf eine vollständige Sperrung des Westjordanlands vorbereiten.
Parallel gehen Armee und Sicherheitsbehörden gegen mutmaßliche Terrornetzwerke vor. Nach Angaben des israelischen Militärs wurden innerhalb der vergangenen Woche rund 70 gesuchte Personen festgenommen, darunter Verdächtige mit Verbindungen zur Hamas und zum Islamischen Dschihad. Außerdem stellten die Einsatzkräfte zahlreiche Waffen sicher.
Die Festnahmen belegen nicht automatisch eine Verbindung der Verdächtigen zu dem Anschlag vom Freitag. Sie zeigen jedoch, dass die israelischen Behörden von einer breiteren terroristischen Bedrohung im Gebiet ausgehen.
Unklar bleibt insbesondere, ob die beiden Angreifer eigenständig handelten, einer organisierten Zelle angehörten oder konkrete Anweisungen erhielten. Eine öffentlich bestätigte Übernahme der Verantwortung durch die Hamas liegt bislang nicht vor.
Größerer Angriff offenbar verhindert
Die Funde im Fahrzeug verändern die Bewertung des Anschlags. Nach Darstellung der israelischen Armeeführung war der Schusswechsel an der Kreuzung nicht das ursprünglich geplante Ziel der Täter.
Vielmehr sollte offenbar eine größere Zahl von Zivilisten angegriffen werden. Dass dies nicht gelang, führt Zamir auf das Eingreifen der Soldaten zurück.
Der Anschlag ereignete sich zudem unmittelbar vor der israelischen Parlamentswahl. Netanjahu hatte bereits vor möglichen Versuchen der Hamas gewarnt, durch Gewalt Einfluss auf die Sicherheitslage zu nehmen. Ein konkreter Zusammenhang mit dem Wahltermin ist allerdings noch nicht nachgewiesen.
Sollte sich die Hamas-Verbindung der Täter bestätigen, wäre dies ein weiterer Hinweis darauf, dass die Organisation auch im Westjordanland Anschlagskapazitäten unterhält.
Die Ermittlungen richten sich deshalb nicht allein gegen mögliche Helfer der beiden getöteten Attentäter. Entscheidend wird sein, ob die Sicherheitsbehörden eine dahinterstehende Organisation, Waffenversorgung oder Befehlsstruktur nachweisen können.
Für die fünf Verletzten kommt diese Aufklärung zu spät, um den Angriff zu verhindern. Nach Einschätzung der israelischen Armee bewahrte das Eingreifen ihrer Soldaten jedoch weitere Zivilisten vor einem möglicherweise wesentlich schwereren Terroranschlag.
Autor: Redaktion
Freitag, 23 Oktober 2026