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Blutbad in jordanischer Kirche: Bewaffnete schießen auf Trauergäste

Blutbad in jordanischer Kirche: Bewaffnete schießen auf Trauergäste


Mindestens sieben Menschen wurden bei einem Angriff auf eine christliche Trauerfeier in Jordanien getötet. Zwei bewaffnete Männer eröffneten das Feuer auf die versammelten Angehörigen. Die Täter sind auf der Flucht.

Blutbad in jordanischer Kirche: Bewaffnete schießen auf Trauergäste
Bildnachweis: Symbolbild / KI

Eine christliche Beerdigung im Süden Jordaniens ist am Freitag zum Schauplatz eines tödlichen Angriffs geworden. Zwei bewaffnete Männer eröffneten an der Hammoud-Kirche in der Provinz Karak das Feuer auf Trauergäste. Nach Angaben des jordanischen Staatssenders Al-Mamlaka wurden mindestens sieben Menschen getötet und etwa zehn weitere verletzt. Einige schweben in Lebensgefahr.

Die Angreifer sollen mit einem Fahrzeug zur Kirche gekommen sein und unmittelbar nach dem Aussteigen geschossen haben. Ein Augenzeuge berichtete, einer der Männer habe ein Sturmgewehr getragen, der andere eine Pistole. Zwischen 150 und 200 Menschen hätten sich während der Trauerfeier in und vor dem Gotteshaus aufgehalten.

Die Menschen versuchten verzweifelt, hinter Mauern und Gebäudeteilen Schutz zu finden. Nach Zeugenaussagen dauerte der Beschuss mehrere Minuten. Die beiden Täter entkamen zunächst. Jordanische Sicherheitskräfte leiteten eine Fahndung ein.

Die jordanische Nachrichtenagentur Petra bestätigte unter Berufung auf die Sicherheitsdirektion einen bewaffneten Angriff auf eine Kirche mit mehreren Toten und Verletzten. Die genaue Opferzahl wurde von den Behörden zunächst nicht abschließend bestätigt.

Angriff auf eine christliche Gemeinde

Karak liegt südlich der jordanischen Hauptstadt Amman und gehört zu den Regionen des Königreichs mit einer bedeutenden christlichen Bevölkerung. Die christlichen Gemeinden sind seit Jahrhunderten Teil der jordanischen Gesellschaft.

Der Angriff traf Menschen, die sich versammelt hatten, um einen Verstorbenen zu verabschieden. Die Täter schossen nach den bisherigen Berichten auf eine Trauergemeinschaft, in der sich zahlreiche ältere Menschen befanden.

Ob die Angreifer die Versammlung gezielt wegen ihres christlichen Glaubens auswählten, ist noch nicht geklärt. Ihre Identität und das Tatmotiv waren am Freitagnachmittag unbekannt. Auch ein Bekennerschreiben einer Terrororganisation lag zunächst nicht vor.

Dass eine Kirche während einer Trauerfeier angegriffen wurde, macht die Tat besonders schwerwiegend. Angehörige religiöser Minderheiten müssen ihre Gottesdienste und Beerdigungen ohne Angst vor bewaffneter Gewalt abhalten können.

Sicherheitskräfte suchen nach den Tätern

Jordaniens Regierungssprecher Mohammed al-Momani bestätigte den laufenden Polizeieinsatz. Die Behörden kündigten an, weitere Informationen erst nach Überprüfung der Fakten zu veröffentlichen.

Die Sicherheitsdirektion warnte zugleich vor der Verbreitung unbestätigter Angaben.

Jordanien war bereits im Dezember 2016 Schauplatz eines schweren islamistischen Terrorangriffs in Karak. Damals wurden bei mehreren Schusswechseln zehn Menschen getötet. Der sogenannte Islamische Staat übernahm später die Verantwortung.

Eine Verbindung zwischen diesem früheren Anschlag und der heutigen Tat ist nicht bekannt.

Die Ermittler müssen nun feststellen, wer die beiden Angreifer sind, weshalb sie ausgerechnet eine christliche Trauerfeier angriffen und ob sie Unterstützung erhielten.

Während die Fahndung läuft, trauert eine Gemeinde, die sich eigentlich versammelt hatte, um von einem einzigen Menschen Abschied zu nehmen. Stattdessen wurden mindestens sieben weitere Menschen getötet.




Autor: Redaktion
Freitag, 23 Oktober 2026

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