Trump fordert Waffenstillstand – und öffnet der Islamischen Republik neue TürenTrump fordert Waffenstillstand – und öffnet der Islamischen Republik neue Türen
Der US-Präsident bittet Israel, den Krieg in Gaza schnellstmöglich zu beenden – während er Teheran eine Bühne bietet.

By Michael Vadon - Own work, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=51236080
Donald Trump hat gesprochen. Und wie so oft, wenn der amerikanische Präsident öffentlich das Wort ergreift, bleiben Zweifel zurück: Zweifel an der Verlässlichkeit, Zweifel an der Richtung – und diesmal vor allem Zweifel an der Loyalität gegenüber Israels SicherheitStaatsräson: Bedeutung und Israels SicherheitStaatsräson meint ein grundlegendes Staatsinteresse, das als besonders wichtig für Bestand, Sicherheit oder Verantwortung eines Staates gilt. In Deutschland wird der Begriff häufig mit der Sicherheit Israels verbunden.Mehr lesen. In einer nächtlichen Pressekonferenz erklärte Trump, er habe mit IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen gesprochen und das Land dazu gedrängt, den Krieg gegen die HamasHamas: Terrororganisation aus GazaHamas ist eine islamistische palästinensische Terrororganisation. Sie entstand 1987 aus dem Umfeld der Muslimbruderschaft, lehnt Israels Existenz ab und wird von Israel, den USA, der EU und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen „so schnell wie möglich“ zu beenden. Kaum ausgesprochen, legte er nach – mit einem fast enthusiastischen Hinweis auf „sehr gute Gespräche“ mit dem iranischen Regime, das weiterhin ungebremst Uran anreichert und die HisbollahHisbollah: Irans Terrorarmee im LibanonDie Hisbollah ist eine schiitisch islamistische Organisation im Libanon. Sie wurde in den frühen 1980er Jahren mit Unterstützung des Iran aufgebaut, verfügt über eine politische und militärische Struktur und wird von den USA, Israel und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen, Hamas und HuthiHuthi: Terrororganisation des Iran-Netzwerks im JemenDie Huthi, auch Ansar Allah genannt, sind eine schiitisch-islamistische Terrororganisation aus dem Jemen. Sie kontrollieren große Teile des Nordwestens, werden vom Iran unterstützt und bedrohen Israel sowie die internationale Schifffahrt im Roten Meer.Mehr lesen-Rebellen mit Waffen versorgt.
Trump sagt: „Wir wollen sehen, ob wir das alles beenden können.“ Doch wer ist „wir“ – und zu welchem Preis?
Ein gefährlicher Doppelweg
Während die Hamas in GazaPalästina: Geschichte, Bedeutung und politischer Streit um einen aufgeladenen BegriffPalästina bezeichnet historisch eine Region im südlichen Levantegebiet und politisch heute vor allem den Anspruch auf palästinensische Staatlichkeit. Der Begriff ist eng mit jüdischer Geschichte, dem britischen Mandat, Israel und dem Nahostkonflikt verbunden.Mehr lesen weiter Menschen als Schutzschilde missbraucht, Raketen auf israelische Städte feuert und Geiseln gefangen hält, setzt Washington nun auf „Deeskalation“. Doch nicht durch Druck auf die Terrororganisation oder deren Förderer – sondern auf Israel. Zugleich deutet Trump neue Öffnungen gegenüber Teheran an. Gespräche mit einem Regime, das in der Region auf Vernichtung setzt, werden plötzlich zur positiven Entwicklung erklärt. Die Worte des Präsidenten klingen wie ein Freibrief für ein „neues Kapitel“ – ausgerechnet mit einem Land, das „Tod für Amerika“ und „Tod für Israel“ zu seiner offiziellen Staatsdoktrin erklärt hat.
Auch im Hinblick auf die laufenden Atomverhandlungen zeigt Trump sich hoffnungsvoll. In seinen Worten klingt fast ein Durchbruch an. Dabei ist bekannt, dass die islamische Republik bisher zu keinem Zeitpunkt bereit war, ihr Nuklearprogramm wirklich einzufrieren. Ein CNN-Bericht legt offen, dass Iran jeglichen Stopp der Urananreicherung kategorisch ablehnt – ein essenzieller Punkt für jede ernsthafte Einigung. Doch Trump bleibt optimistisch: „Ich denke, ich könnte euch in zwei Tagen etwas Gutes sagen.“ Was genau, lässt er offen. Dass Israel sich Sorgen macht, erwähnt er nicht.
Israel unter Druck – Syrien als Spielball
Doch Trumps neuer Kurs geht noch weiter. Nicht nur mit Iran wird geredet – auch mit Syrien. In Riad traf sich der US-Präsident mit dem syrischen Machthaber Ahmad al-Sharaa. Seitdem, so berichten israelische Quellen, hat die israelische Luftwaffe keine Angriffe mehr auf iranische Militärziele auf syrischem Boden geflogen. Die jahrelange Strategie, den Iran an der Waffenlieferung an die Hisbollah zu hindern, ist offenbar ausgesetzt. Der politische Schulterschluss zwischen Washington und Damaskus scheint ein neuer Faktor in einem ohnehin fragilen Gleichgewicht geworden zu sein – und er kostet Israel sicherheitspolitischen Handlungsspielraum.
Dabei war die syrische Front lange der Ort, an dem Israel das tat, was nötig war, um sich zu verteidigen: präzise, diskret, entschlossen. Jetzt droht ein Vakuum, das der Iran nutzen dürfte.
Falsche Symmetrie
Trump stellt Israel und seine Feinde auf eine Ebene. Wenn er sagt, „wir wollen das alles so schnell wie möglich stoppen“, spricht er, als wären beide Seiten gleich verantwortlich für das Blutvergießen. Doch das sind sie nicht. Die Hamas begann diesen Krieg – brutal, kaltblütig, mit Massenmord am 7. Oktober. Israel verteidigt sich. Und Israel verteidigt dabei nicht nur sich selbst, sondern die Grenze zwischen Zivilisation und Barbarei.
Die Gleichsetzung von Aggressor und Verteidiger ist nicht nur falsch – sie ist brandgefährlich. Denn sie ermutigt all jene, die weiterhin auf Terror setzen. Sie zeigt: Wer lange genug Gewalt ausübt, bekommt irgendwann diplomatische Gesprächsangebote.
Israel darf sich nicht beirren lassen
Trump mag den Krieg schnell beenden wollen. Doch ein voreiliger Waffenstillstand würde nur eines bedeuten: einen taktischen Sieg für die Hamas. Die Geiseln blieben verschleppt, die Terror-Infrastruktur bestünde fort, und der nächste Angriff wäre nur eine Frage der Zeit. Israel weiß das – und Israel weiß auch: Der Preis der Verteidigung ist hoch, aber der Preis für Nachlässigkeit wäre unermesslich.
Die israelische Regierung muss in diesen Tagen vieles aushalten – internationalen Druck, antisemitische Narrative und die Hoffnung auf schnelle Lösungen, die es nicht gibt. Was sie nicht tun darf: sich auf Kompromisse einlassen, die ihre Sicherheit untergraben. Auch nicht für ein paar warme Worte aus Washington.
Autor: Redaktion
Montag, 26 Mai 2025