Nova-Überlebende konfrontiert Ehefrau des New-York-Bürgermeisters wegen Leugnung der Vergewaltigungen vom 7. OktoberNova-Überlebende konfrontiert Ehefrau des New-York-Bürgermeisters wegen Leugnung der Vergewaltigungen vom 7. Oktober
Eine Überlebende des Nova-Festivals widerspricht öffentlich einer Behauptung, die sexualisierte Gewalt der Hamas als „Erfindung“ darstellt. Ihre Worte schildern brutal, was am 7. Oktober geschah und warum die Leugnung dieser Verbrechen für die Opfer unerträglich ist.
Eine Überlebende des Massakers beim Nova-Musikfestival hat scharf auf eine Kontroverse in den Vereinigten Staaten reagiert. Auslöser war ein Social-Media-„Gefällt mir“ der Ehefrau des New-Yorker Bürgermeisters Zohran Mamdani. Rama Duwaji hatte einen Beitrag markiert, in dem behauptet wurde, die Berichte über Vergewaltigungen durch Hamas-Terroristen am 7. Oktober seien eine „Massenlüge“.
Für Tali Biner, die das Massaker überlebt hat, ist diese Darstellung unerträglich. In einem Interview erklärte sie, politische Narrative dürften niemals die Realität der Ereignisse überdecken. Sie selbst sei dort gewesen und habe gesehen und gehört, was geschehen sei.
Biner arbeitete damals als chirurgische Krankenschwester. Am Morgen des Angriffs befand sie sich auf dem Nova-Festival nahe der Grenze zum Gazastreifen. Als Hamas-Terroristen das Gelände überfielen, verbrachte sie nach eigenen Angaben sieben Stunden versteckt in einem kleinen Wohnwagen.
Während dieser Zeit hörte sie Schreie, die sie bis heute verfolgen. Frauen hätten verzweifelt um Hilfe gerufen, teilweise über viele Minuten hinweg. Immer wieder seien Worte wie „Nein“ oder „Stopp“ zu hören gewesen. Danach fielen Schüsse.
Für sie bestand kein Zweifel daran, dass es sich nicht nur um Gewalt, sondern auch um sexuelle Übergriffe handelte.
Schockierende Szenen nach dem Angriff
Als Biner schließlich ihr Versteck verließ, sah sie die Folgen des Massakers. Überall lagen Tote. Nach ihrer Darstellung hatten die Terroristen nicht nur Menschen ermordet, sondern auch Leichen geschändet und sexuelle Gewalt gegen Frauen und Männer verübt.
Sie sprach von Vergewaltigungen und schweren Misshandlungen, darunter auch das Einführen von Gegenständen in die Körper der Opfer. Diese Verbrechen seien keine Gerüchte, sondern Tatsachen, betonte sie.
Während sie sich versteckte, sei ihr klar geworden, dass sie im Fall einer Gefangennahme nicht zulassen würde, sexuell misshandelt zu werden. In diesem Moment habe sie für sich entschieden, dass sie lieber sofort sterben würde, als diese Gewalt zu erleben.
Diese Entschlossenheit habe ihr letztlich geholfen zu überleben. Heute sehe sie es als ihre Verantwortung an, über das Geschehene zu sprechen.
Kritik an politischer Instrumentalisierung
Die Aussagen von Rama Duwaji, beziehungsweise ihre Zustimmung zu entsprechenden Beiträgen, lösten bei der Überlebenden große Empörung aus. Besonders schmerzhaft sei es für sie, wenn ausgerechnet Frauen solche Behauptungen verbreiten oder unterstützen.
Wenn sexualisierte Gewalt politisch relativiert oder geleugnet werde, schwäche das den Schutz von Frauen überall auf der Welt. Für Biner geht es nicht um politische Debatten, sondern um grundlegende moralische Verantwortung.
Sie fordert, dass Menschen, die die Verbrechen des 7. Oktober in Frage stellen, versuchen sollten, sich vorzustellen, was tatsächlich geschehen ist: Terroristen dringen in Häuser ein, greifen Familien an, misshandeln Frauen vor den Augen ihrer Angehörigen und töten Kinder.
Genau das hätten viele Israelis an diesem Tag erlebt.
Verantwortung der Überlebenden
Das Trauma des Angriffs hat Biner tief verändert. Sie verließ ihren Beruf als Krankenschwester, weil sie die Erinnerungen nicht mehr bewältigen konnte. Heute versucht sie, ihre Erfahrungen durch Musik und Schreiben zu verarbeiten.
Gleichzeitig sieht sie es als Verpflichtung gegenüber den Opfern, ihre Stimme zu erheben. Viele der Menschen, die am 7. Oktober ermordet wurden, können ihre Geschichte nicht mehr erzählen.
Für sie selbst bedeutet das, immer wieder über das Geschehene zu sprechen, auch wenn es schmerzhaft ist.
Die Leugnung dieser Verbrechen bezeichnet sie als gefährlich. Wer die Gewalt relativiere oder bestreite, greife nicht nur die Erinnerung an die Opfer an, sondern untergrabe auch den Schutz von Frauen überall auf der Welt.
Für Biner ist klar: Die Ereignisse des 7. Oktober dürfen nicht zu einem politischen Streitpunkt werden. Es gehe um Wahrheit, Würde und Verantwortung gegenüber den Menschen, die an diesem Tag ermordet oder misshandelt wurden.
Autor: Redaktion
Bild Quelle: By NYC Mayor"s Office, CC BY 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=181082963
Sonntag, 15 März 2026