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Maskierte Israelgegner verfolgen und beschimpfen israelische Familie in New York

Maskierte Israelgegner verfolgen und beschimpfen israelische Familie in New York


Ein in sozialen Netzwerken verbreitetes Video zeigt, wie mutmaßlich propalästinensische Aktivisten drei Israelis minutenlang bedrängen. Der Vorfall steht in einem größeren Klima antisemitischer Einschüchterung in New York.

Maskierte Israelgegner verfolgen und beschimpfen israelische Familie in New York
Bildnachweis: Pixabay

Eine israelische Familie ist auf einer Straße in New York von einer Gruppe mutmaßlich propalästinensischer Demonstranten verfolgt, gefilmt und massiv beschimpft worden. Das mehrminütige Video des Vorfalls wurde am Mittwoch von mehreren israelischen Medien veröffentlicht und verbreitete sich anschließend in den sozialen Netzwerken.

Die Aufnahmen zeigen einen Mann und zwei Frauen, die israelischen Berichten zufolge einer Familie angehören. Mehrere Aktivisten laufen ihnen auf dem Bürgersteig hinterher. Mindestens ein Beteiligter ist maskiert und trägt eine libanesische Flagge. Die Gruppe richtet antiisraelische Parolen und persönliche Beleidigungen gegen die Israelis. Eine der jungen Frauen wird wiederholt mit einem sexualisierten Schimpfwort angegriffen.

Die Verfolger fordern die Familie auf, New York zu verlassen, erklären, niemand möge IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen, und bezeichnen die drei Israelis als „Hunde“. Außerdem rufen sie, in der Stadt seien keine „Zionisten“ erwünscht. Die Familie versucht zunächst weiterzugehen, reagiert im Verlauf der Konfrontation jedoch auf die Beleidigungen.

Der israelische Mann stellt sich zwischen die Aktivisten und seine mutmaßlichen Angehörigen. Die beiden Frauen versuchen zugleich, ihn vom unmittelbaren Wortgefecht wegzuziehen und eine weitere Eskalation zu verhindern. Trotzdem setzen die Aktivisten ihre Verfolgung und ihre Aufnahmen über mehrere Minuten fort.

Auf Grundlage des veröffentlichten Materials ist vor allem eine lang anhaltende verbale Bedrängung zu erkennen. Ein körperlicher Angriff auf die Israelis ist in den zugänglichen Ausschnitten nicht eindeutig dokumentiert. Deshalb sollte der Vorfall nicht ohne weitere Belege als physische Attacke bezeichnet werden. Die gezielte Verfolgung, Einschüchterung und Beschimpfung im öffentlichen Raum ist jedoch deutlich sichtbar.

Bislang liegen keine öffentlich auffindbare Stellungnahme der New Yorker Polizei, kein bekanntes Aktenzeichen und keine unabhängige Bestätigung der Identität sämtlicher Beteiligter vor. Auch der genaue Aufnahmeort und die unmittelbare Vorgeschichte lassen sich anhand der verbreiteten Medienberichte nicht abschließend feststellen. Diese Einschränkungen ändern nichts am Inhalt der dokumentierten Beschimpfungen, sind für eine seriöse Einordnung aber wichtig.

Politischer Protest wird zur persönlichen Einschüchterung

Demonstrationsfreiheit schützt in den Vereinigten Staaten auch scharfe, provozierende und für andere Menschen verletzende politische Aussagen. Sie ist jedoch kein Freibrief, einzelne Personen aufgrund ihrer israelischen Herkunft oder ihrer tatsächlichen beziehungsweise zugeschriebenen jüdischen Identität zu verfolgen und einzuschüchtern.

Das Video zeigt nicht mehr die Auseinandersetzung mit einer Regierung oder einer konkreten politischen Entscheidung. Die Aktivisten bedrängen gewöhnliche Passanten und machen deren vermutete Herkunft zum Anlass für persönliche Erniedrigungen. Der Begriff „ZionistZionismus: Das Recht der Juden auf SelbstbestimmungZionismus bezeichnet die jüdische Nationalbewegung, die für die Rückkehr des jüdischen Volkes in seine historische Heimat und für jüdische Selbstbestimmung im Land Israel eintrat. Der moderne Zionismus entstand im 19. Jahrhundert als Antwort auf Antisemitismus, Verfolgung und Entrechtung.Mehr lesen“ wird dabei nicht als politische Beschreibung verwendet, sondern als abwertende Kennzeichnung, mit der Israelis aus dem öffentlichen Raum ausgeschlossen werden sollen.

Besonders beunruhigend ist, dass nach Darstellung von N12 während der minutenlangen Konfrontation kein Passant sichtbar eingriff. Außenstehende müssen sich bei aggressiven Auseinandersetzungen nicht selbst in Gefahr bringen. Sie können jedoch Abstand schaffen, Sicherheitskräfte verständigen, Betroffene ansprechen oder zumindest deutlich machen, dass eine Verfolgung auf offener Straße nicht akzeptiert wird.

Die Familie reagierte selbstbewusst und widersprach den Angreifern. Das mag vielen Zuschauern verständlich erscheinen. Bei einer zahlenmäßig überlegenen oder teilweise maskierten Gruppe bleibt eine direkte Konfrontation allerdings gefährlich. Für Betroffene ist es im Zweifel sicherer, ein belebtes Geschäft oder einen bewachten Ort aufzusuchen, die Polizei zu verständigen und die Situation aus sicherer Entfernung zu dokumentieren.

Antisemitische Delikte dominieren New Yorks Hasskriminalität

Der konkrete Vorfall muss noch weiter aufgeklärt werden. Er ereignet sich jedoch vor einem statistisch belegten Hintergrund. Nach Angaben der New Yorker Polizei waren in der ersten Hälfte des Jahres 2026 rund 55 Prozent der bestätigten Hassverbrechen in der Stadt gegen Juden gerichtet. Von Jahresbeginn bis Ende Juni wurden 178 bestätigte antisemitische Hassdelikte gezählt, gegenüber 174 im entsprechenden Vorjahreszeitraum.

Juden stellen nach Angaben der Stadt ungefähr zehn Prozent der New Yorker Bevölkerung. Trotzdem entfällt mehr als die Hälfte der bestätigten Hasskriminalität auf diese Gemeinschaft. Die Zahlen sagen nicht automatisch etwas über die Motivation jedes antiisraelischen Aktivisten aus. Sie zeigen aber, warum aggressive Parolen und das gezielte Verfolgen israelischer oder jüdischer Menschen nicht als bedeutungsloser Straßenstreit abgetan werden können.

Auch die Anti-Defamation League dokumentierte für den Bundesstaat New York 1.160 antisemitische Vorfälle im Jahr 2025. Das waren zwar rund 19 Prozent weniger als im Vorjahr, aber noch immer doppelt so viele wie 2022. Von den 90 registrierten körperlichen Angriffen im Bundesstaat ereigneten sich der Organisation zufolge 85 in New York City. Damit entfielen 44 Prozent aller von der ADL landesweit erfassten antisemitischen Angriffe auf New York.

Die Stadt hat auf die Entwicklung mit einem eigenen Büro zur Bekämpfung des AntisemitismusAntisemitismus: Judenhass in alten und neuen FormenAntisemitismus bezeichnet Judenhass und Feindschaft gegen Juden. Er reicht von Vorurteilen und Verschwörungserzählungen bis zu Ausgrenzung, Bedrohung und Gewalt.Mehr lesen und neuen Sicherheitsinitiativen reagiert. Solche Einrichtungen können Vorfälle erfassen, Opfer unterstützen und die Zusammenarbeit mit jüdischen Gemeinden verbessern. Entscheidend bleibt jedoch, ob Polizei, Staatsanwaltschaften und politische Verantwortliche konsequent zwischen legitimem Protest und gezielter Einschüchterung unterscheiden.

Israelische Politik darf in New York ebenso kritisiert werden wie jede andere Regierung. Die Forderung, Israelis oder „Zionisten“ hätten die Stadt zu verlassen, richtet sich dagegen nicht gegen eine konkrete politische Entscheidung. Sie bestreitet einer Gruppe von Menschen das Recht, sich frei und sicher im öffentlichen Raum zu bewegen.

Gerade New York, Heimat einer der größten jüdischen Gemeinschaften außerhalb Israels, darf sich an derartige Szenen nicht gewöhnen. Maskierung, zahlenmäßige Überlegenheit und eine laufende Kamera verwandeln die Verfolgung einzelner Passanten in eine öffentliche Machtdemonstration. Werden solche Handlungen als gewöhnlicher Aktivismus verharmlost, verschiebt sich die Grenze des gesellschaftlich Geduldeten weiter.

Der Fall sollte deshalb anhand des vollständigen Videomaterials geprüft werden. Falls die Familie Anzeige erstattet hat, müssen die Ermittler feststellen, ob Tatbestände wie Bedrohung, Belästigung oder eine durch Herkunft und Religion motivierte Straftat erfüllt sein könnten. Die rechtliche Bewertung ist Aufgabe der zuständigen Behörden. Die gesellschaftliche Bewertung fällt bereits jetzt klar aus: Politischer Protest endet dort, wo gewöhnliche Menschen wegen ihrer israelischen Identität verfolgt und entwürdigt werden.




Autor: Redaktion
Donnerstag, 16 Juli 2026

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