Bewaffneter Eindringling verletzt Achtjährigen an jüdischer Schule in New YorkBewaffneter Eindringling verletzt Achtjährigen an jüdischer Schule in New York
Ein bewaffneter 42-Jähriger folgte einer jungen Frau bis zu einer jüdischen Schule in Queens. Beim Eingreifen des Sicherheitsdienstes wurde ein achtjähriger Junge am Kopf verletzt. Ein antisemitisches Motiv ist bislang nicht erkennbar.

Ein mit einem Hammer bewaffneter Mann hat am Dienstagvormittag auf dem Gelände einer jüdischen Schule in New York einen Großeinsatz ausgelöst. Der 42-Jährige soll einer 19 Jahre alten Frau durch den Stadtteil Elmhurst gefolgt sein. Als sie sich in das Jewish Institute of Queens flüchtete, versuchte er, ihr auf das Schulgelände und in das Gebäude zu folgen.
Ein Sicherheitsmitarbeiter stoppte den Mann. Während des anschließenden Gerangels geriet ein achtjähriger Junge zwischen die Beteiligten und prallte mit dem Kopf gegen einen Zaun. Er erlitt eine Platzwunde und wurde in das Long Island Jewish Hospital gebracht. Nach Angaben der Behörden wird er sich voraussichtlich vollständig erholen. Mit dem Hammer wurde niemand geschlagen.
Der Verdächtige wurde noch am Tatort festgenommen. Die Polizei stellte den Hammer sicher. Welche Straftaten ihm konkret vorgeworfen werden, war zunächst noch nicht abschließend bekannt.
Sicherheitsdienst verhinderte das Eindringen
Der Vorfall ereignete sich gegen 10.50 Uhr an der Woodhaven Boulevard in Queens. Auf dem Gelände fand zu diesem Zeitpunkt das Ferienprogramm Ohr Avner Day Camp statt. Kinder spielten im Außenbereich, als der Unbefugte erschien.
Nach Darstellung des Camps versuchte der Mann, sich Zugang zum Gebäude zu verschaffen. Der Sicherheitsmitarbeiter überwältigte ihn und hielt ihn bis zum Eintreffen der Polizei fest. Dadurch sei weiterer Schaden verhindert worden.
Der Vorfall zeigt erneut, weshalb jüdische Schulen und andere jüdische Einrichtungen inzwischen auf professionelle Sicherheitskräfte angewiesen sind. In diesem Fall entschieden wenige Sekunden darüber, ob ein bewaffneter Mann in ein Gebäude voller Kinder gelangen konnte.
Kein bestätigter antisemitischer Hintergrund
Die New Yorker Polizei prüft auch, ob ein antisemitisches Motiv vorliegen könnte. Nach dem derzeitigen Ermittlungsstand gibt es dafür jedoch keine konkreten Hinweise. Der Mann soll keine antisemitischen Äußerungen gemacht haben. Die Polizei geht bislang auch nicht davon aus, dass die Schule oder der verletzte Junge gezielt ausgewählt wurden.
Die junge Frau, der der Verdächtige folgte, ist nach Informationen der „New York Post“ selbst nicht jüdisch. Sie suchte offenbar lediglich in der Schule Schutz, weil sie sich von dem Mann bedroht fühlte.
Auch die jüdische Sicherheitsorganisation Queens Shmira erklärte, nach ihren Erkenntnissen habe es sich nicht um ein Hassverbrechen gehandelt. Der Mann habe psychisch auffällig gewirkt. Das Feriencamp sprach ebenfalls von einem vermutlich zufälligen Vorfall.
Diese Einordnung ist wichtig. Die Tatsache, dass sich die Tat auf dem Gelände einer jüdischen Schule ereignete, reicht allein nicht aus, um ein antisemitisches Motiv zu behaupten. Angesichts der Bedrohungslage jüdischer Einrichtungen ist es dennoch richtig, dass die Polizei auch diesen möglichen Hintergrund vollständig prüft.
Mehr als 50 frühere Festnahmen
Besonders brisant ist die Vorgeschichte des Verdächtigen. Nach Angaben von Strafverfolgungsquellen wurde der 42-Jährige in New York bereits 51-mal festgenommen. Erst am Freitag soll er Waren im Wert von rund 1.300 Dollar aus dem Kaufhaus Bergdorf Goodman gestohlen haben. Anschließend kam er ohne Kaution wieder auf freien Fuß.
Weitere Festnahmen erfolgten demnach im Mai und Juli wegen mutmaßlicher Diebstahlsdelikte und des Besitzes gestohlener Gegenstände. Außerdem soll der Mann bei den Behörden wegen zahlreicher psychischer Krisen bekannt sein und Verbindungen zu einer Bande besitzen.
Die Zahl der Festnahmen ist nicht mit der Zahl rechtskräftiger Verurteilungen gleichzusetzen. Dennoch muss gefragt werden, weshalb ein Mann mit einer derart langen Vorgeschichte kurz nach einer erneuten Festnahme wieder frei war und bewaffnet eine junge Frau verfolgen konnte.
Der Vorfall hätte erheblich schlimmer enden können. Der Mann trug einen Hammer bei sich, folgte einer verängstigten Frau und versuchte, auf ein Gelände zu gelangen, auf dem Kinder spielten. Nur das Eingreifen des Sicherheitsdienstes verhinderte, dass er weiter vordrang.
Dass der verletzte Junge voraussichtlich wieder gesund wird, ist eine Erleichterung. Es ändert nichts daran, dass ein bekannter Wiederholungstäter offenbar erneut freikam und wenige Tage später eine gefährliche Situation an einer Schule verursachte.
New York muss nicht nur klären, ob ein Hassmotiv vorlag. Die Stadt muss auch erklären, warum ein Mann mit 51 früheren Festnahmen erneut auf der Straße war.
Autor: Redaktion
Mittwoch, 29 Juli 2026