Trump und Xi senken Zölle auf Waren im Wert von je 30 Milliarden DollarTrump und Xi senken Zölle auf Waren im Wert von je 30 Milliarden Dollar
Washington und Peking entschärfen ihren Handelsstreit, schaffen einen direkten Kanal für KI-Zwischenfälle und sind sich beim iranischen Atomprogramm zumindest in einem Punkt einig. Die großen Konflikte um Taiwan, Halbleiter und strategische Macht bleiben jedoch bestehen.

Bildnachweis: The White House /
QuelleEs war ein Gipfel mit großem Zeremoniell, aber die entscheidenden Ergebnisse liegen nicht in den Bildern aus dem Weißen Haus. Die USA und China haben sich auf gegenseitige Zollvergünstigungen für nicht sensible Waren im Wert von jeweils 30 Milliarden Dollar geeinigt. Gleichzeitig schaffen die beiden größten Volkswirtschaften der Welt neue Gesprächsstrukturen für Handel, Investitionen und Künstliche Intelligenz.
Damit endet der amerikanisch-chinesische Wirtschaftskonflikt keineswegs. Washington und Peking schaffen vielmehr Bereiche, in denen sie ihre Auseinandersetzung begrenzen wollen, während die besonders sensiblen Fragen weiterhin ausgeklammert bleiben.
Nach Angaben des Weißen Hauses betrifft die Zollvereinbarung auf amerikanischer Seite unter anderem Agrarprodukte, Fisch und Meeresfrüchte, Holzprodukte, Kosmetika und medizinische Geräte. Bei chinesischen Lieferungen in die USA geht es unter anderem um kleine Haushaltsgeräte, Spielzeug, Weihnachtsdekoration und Kindersitze. Für Waren im Wert von jeweils 30 Milliarden Dollar soll damit eine günstigere Zollbehandlung ermöglicht werden.
Hinzu kommt ein für Washington interessantes Geschäft: China soll 2027 und 2028 jeweils mindestens zehn Millionen Tonnen amerikanische Kohle importieren. Parallel dazu wurden ein gemeinsamer Handelsrat und ein Investitionsgremium aktiviert. Beim Thema seltene Erden und andere kritische Rohstoffe gibt es dagegen noch keine abschließende Lösung. Beide Seiten wollen weiter darüber verhandeln, wie Lieferengpässe vermieden werden können.
Auch die bereits bestehende Handelspause wurde verlängert. Die zuvor bis zum 10. November geltende Vereinbarung soll zwei weitere Monate Bestand haben. Dadurch gewinnen beide Regierungen Zeit für Verhandlungen über ein möglicherweise umfassenderes Handelsabkommen.
Neuer direkter Kanal bei Künstlicher Intelligenz
Bemerkenswert ist die Annäherung beim Thema Künstliche Intelligenz. Beide Seiten wollen einen institutionalisierten Dialog über Chancen und Risiken der Technologie führen. Die nächste Gesprächsrunde soll spätestens im November stattfinden. Zusätzlich wird ein direkter Kommunikationskanal eingerichtet, über den sich Washington und Peking bei schwerwiegenden KI-bezogenen Zwischenfällen verständigen können.
Das chinesische Außenministerium formuliert den Ansatz weitergehend. Xi Jinping erklärte, China und die USA verfügten beide über starke Fähigkeiten auf diesem Gebiet. Wettbewerb sei unvermeidlich, Zusammenarbeit jedoch möglich. KI müsse unter menschlicher Kontrolle bleiben und Missbrauch verhindert werden. Auch Trump sprach sich laut chinesischer Darstellung für die Fortsetzung des Dialogs aus.
Gerade dieser Teil der Vereinbarung ist strategisch interessant. Die USA und China konkurrieren um Rechenleistung, Chips, Datenzentren, Modelle und technologische Standards. Ein Sicherheitskanal beseitigt diese Konkurrenz nicht. Er zeigt jedoch, dass beide Regierungen offenbar ein gemeinsames Interesse daran haben, unkontrollierte Zwischenfälle oder Fehlinterpretationen in einem immer wichtigeren Technologiebereich zu vermeiden.
Bei den wirklich harten Technologiefragen bleibt der Konflikt bestehen. Halbleiter, Exportkontrollen, moderne KI-Chips und der Zugang Chinas zu westlicher Spitzentechnologie gehören weiterhin zu den zentralen Streitpunkten. Auch bei Taiwan ist keine Annäherung erkennbar. Xi forderte Washington erneut auf, sich gegen eine Unabhängigkeit Taiwans zu stellen und die Taiwan-Frage aus Pekings Sicht mit besonderer Vorsicht zu behandeln.
Iran bringt Washington und Peking zumindest sprachlich zusammen
Für IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen ist ein anderer Teil des Gipfels besonders relevant. Nach Angaben des Weißen Hauses waren sich Trump und Xi darin einig, dass Iran keine Atomwaffe erhalten dürfe. Beide Seiten erklärten außerdem, kein Staat und keine Organisation dürfe auf internationalen Wasserstraßen eigenmächtig Durchfahrtsgebühren erheben.
Das ist angesichts der Rolle Chinas für Teheran keine nebensächliche Formulierung. Peking gehört zu den wichtigsten wirtschaftlichen Partnern Irans und hat erheblichen Einfluss auf das Regime, vor allem über Handel und Energieimporte. Zugleich ist China selbst auf sichere internationale Handelswege angewiesen. Störungen an strategischen Meerengen treffen deshalb auch chinesische Wirtschaftsinteressen.
Wie weit die chinesische Bereitschaft tatsächlich reicht, Druck auf Teheran auszuüben, bleibt allerdings offen. Eine gemeinsame Erklärung gegen iranische Atomwaffen ist noch keine gemeinsame Iran-Politik. China und die Vereinigten Staaten verfolgen im Nahen Osten weiterhin unterschiedliche Interessen. Für Israel wird entscheidend sein, ob Peking seine öffentlich erklärte Position auch dann durchsetzt, wenn dafür wirtschaftlicher oder politischer Druck auf Teheran notwendig wird.
Gerade darin zeigt sich der Charakter des gesamten Gipfels. Trump und Xi haben ihre Rivalität nicht beendet. Sie haben versucht, sie berechenbarer zu machen.
Das Weiße Haus spricht von großen Fortschritten und wirtschaftlichen Erfolgen. Peking beschreibt das Verhältnis als eine angestrebte „strategische Stabilität“, in der Kooperation möglich und Konkurrenz kontrolliert werden soll. Die Vereinbarungen über Zölle, Investitionen und KI zeigen, dass beide Seiten Bereiche gefunden haben, in denen ein Interessenausgleich möglich ist.
Doch daneben bleiben die Konfliktlinien deutlich sichtbar: Taiwan, amerikanische Waffenlieferungen an die Insel, Halbleitertechnologie, seltene Erden, militärische Macht im Indopazifik und Chinas Beziehungen zu Iran.
Der Gipfel von Washington ist deshalb weder das Ende des amerikanisch-chinesischen Machtkampfes noch lediglich diplomatische Show. Er ist der Versuch zweier rivalisierender Großmächte, dort Geschäfte zu machen und Kommunikationswege offenzuhalten, wo beide davon profitieren.
Ob daraus dauerhafte Stabilität entsteht, wird sich nicht an Staatsbanketten und Gipfelfotos entscheiden. Entscheidend wird sein, was geschieht, wenn Washington und Peking beim nächsten Mal nicht über Spielzeug, Kohle oder Kosmetika sprechen, sondern über Taiwan, Hochleistungschips oder einen Iran, der die Grenzen des jetzt erklärten Konsenses erneut testet.
Autor: Redaktion
Samstag, 26 September 2026