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Drei Schusswaffen nahe dem Weißen Haus: Mann soll Trump bedroht haben

Drei Schusswaffen nahe dem Weißen Haus: Mann soll Trump bedroht haben


Der Secret Service entdeckt einen bewaffneten Mann in einem mutmaßlich gestohlenen Fahrzeug in Washington. Nach Angaben des Heimatschutzministeriums sprach der Verdächtige davon, Donald Trump töten zu wollen. Der Fall erinnert an frühere Anschläge, doch ein konkreter Attentatsplan ist bislang nicht belegt.

Drei Schusswaffen nahe dem Weißen Haus: Mann soll Trump bedroht haben
Bildnachweis: Pixabay

Der amerikanische Secret Service hat in unmittelbarer Nähe des Weißen Hauses einen schwer bewaffneten Mann festgenommen, der nach Angaben des US-Heimatschutzministeriums eine Tötungsabsicht gegenüber Präsident Donald Trump geäußert haben soll. In dem Fahrzeug des Verdächtigen fanden die Sicherheitskräfte drei Schusswaffen und zahlreiche Patronen. Der Wagen war als gestohlen gemeldet. Die Festnahme erfolgte am späten Donnerstagabend, dem 5. November 2026, in Washington. Am Freitag veröffentlichten die Behörden Einzelheiten des Vorfalls.

Bei dem Verdächtigen handelt es sich um Ronny Yordrix Guanipa Chrinos, einen 26 Jahre alten venezolanischen Staatsangehörigen. Nach Darstellung des Heimatschutzministeriums soll er gegenüber Sicherheitsbeamten erklärt haben, Stimmen hätten ihn aufgefordert, nach Washington zu fahren und Präsident Trump zu töten.

Der Mann wurde ohne Schusswaffeneinsatz festgenommen. Er befindet sich in Gewahrsam des US Marshals Service. Gegen ihn wurden zahlreiche strafrechtliche Vorwürfe wegen unerlaubten Waffenbesitzes, des Transports nicht registrierter Waffen und mutmaßlicher Fahrzeugdelikte erhoben.

Eine Anklage wegen versuchten Mordes an Trump wurde in den bisher veröffentlichten Berichten nicht genannt. Auch ist bislang nicht nachgewiesen, dass der Verdächtige bereits konkrete Schritte zur Durchführung eines Attentats unternommen hatte.

Der Vorfall ist dennoch sicherheitspolitisch bedeutsam. Der Mann befand sich mit mehreren Waffen nur wenige Straßen vom Weißen Haus entfernt, und seine angeblichen Äußerungen richteten sich ausdrücklich gegen das Leben des Präsidenten.

Eine Kontrolle führt zu einem umfangreichen Waffenfund

Nach den veröffentlichten Gerichtsunterlagen fiel einem Beamten des Secret Service kurz vor Mitternacht ein blauer Ford F-150 auf, der an der Constitution Avenue im Bereich des Weißen Hauses abgestellt war.

Die Kontrolle begann offenbar nicht als gezielter Zugriff auf einen bereits identifizierten Attentäter. Der Beamte wollte zunächst überprüfen, ob es dem Insassen gut ging und ob von dem Fahrzeug eine Gefahr ausging.

Nach Angaben aus der eidesstattlichen Erklärung des Beamten machte Guanipa Chrinos bei der Frage nach Waffen eine Geste mit seiner Hand, die eine Schusswaffe andeutete.

Die weitere Verständigung erfolgte teilweise mithilfe eines Übersetzungsprogramms.

Der Mann erklärte demnach, in seinem Fahrzeug befänden sich Waffen. Er behauptete, andere Personen hätten versucht, ihn damit zu töten, und er habe ihnen die Waffe abgenommen. Die Gegenstände befänden sich in einer braunen Tasche.

Diese Darstellung stammt aus den Ermittlungsunterlagen und ist zunächst die Wiedergabe seiner angeblichen Aussagen.

Bei der anschließenden Durchsuchung entdeckten die Beamten ein Gewehr im Stil des AR-15, eine Maschinenpistole des Typs MAC-10 und eine Glock 43X. Außerdem wurden mehrere Dutzend Patronen sichergestellt.

Die Polizei stellte zudem fest, dass der Ford bereits als gestohlen gemeldet worden war. Nach Angaben örtlicher Medien stammte die entsprechende Meldung aus South Carolina.

Der Verdächtige wurde festgenommen und dem Haftrichter vorgeführt. Bei seiner ersten Anhörung am Freitag blieb er nach den vorliegenden Gerichtsinformationen ohne Möglichkeit einer Freilassung gegen Kaution in Haft.

Die strafrechtlichen Vorwürfe umfassen unter anderem unerlaubtes Führen und Transportieren von Waffen, den Besitz nicht registrierter Schusswaffen und Munition sowie mehrere Delikte im Zusammenhang mit dem Fahrzeug.

Die Ermittlungen dauern an.

Besonders wichtig ist dabei die Unterscheidung zwischen den polizeilich dokumentierten Feststellungen und den Aussagen des Heimatschutzministeriums über eine mögliche Bedrohung des Präsidenten.

In der von amerikanischen Medien ausgewerteten eidesstattlichen Erklärung des Secret-Service-Beamten findet sich die Darstellung über angebliche Stimmen, die zur Tötung Trumps aufgefordert hätten, nicht.

Diese Information wurde vielmehr gesondert vom Heimatschutzministerium veröffentlicht.

Das bedeutet nicht, dass die Aussage falsch sein muss. Es zeigt aber, dass die Öffentlichkeit bislang nicht sämtliche Grundlagen kennt, auf denen die Behörde ihre Darstellung stützt.

Eine abschließende Bewertung der möglichen Absicht des Mannes ist deshalb noch nicht möglich.

Ein Fall mit migrationspolitischer Brisanz

Das amerikanische Heimatschutzministerium erklärte, Guanipa Chrinos sei im März 2024 über Texas illegal in die Vereinigten Staaten eingereist.

Er sei damals von der amerikanischen Grenzschutzbehörde festgenommen, anschließend jedoch wieder freigelassen worden.

Damit fällt seine Einreise in die Amtszeit des damaligen demokratischen Präsidenten Joe Biden.

Nach der jetzigen Festnahme beantragte die Einwanderungsbehörde ICE, den Verdächtigen auch für ein mögliches ausländerrechtliches Verfahren in Gewahrsam zu behalten.

Heimatschutzminister Markwayne Mullin würdigte das Eingreifen des Secret Service und betonte, die Beamten hätten eine möglicherweise gefährliche Situation beendet, bevor Menschen verletzt worden seien.

Der Fall besitzt damit auch eine migrationspolitische Dimension.

Die Trump-Regierung vertritt seit Langem die Auffassung, dass unzureichende Grenzkontrollen und Fehler im amerikanischen Einwanderungssystem erhebliche Sicherheitsrisiken verursachen können.

Die Angaben zur Einreise des Verdächtigen werden diese Debatte voraussichtlich erneut aufgreifen.

Allerdings ist zwischen seinem Aufenthaltsstatus und der Frage einer möglichen Gewalttat zu unterscheiden. Aus einer unerlaubten Einreise lässt sich keine spätere Tötungsabsicht ableiten. Für den konkreten Fall sind die gefundenen Waffen, die Umstände der Festnahme und die angeblichen Äußerungen gegenüber den Sicherheitsbeamten entscheidend.

Auch eine politische oder ideologische Motivation ist bisher nicht nachgewiesen.

Es gibt bislang keine öffentlich bestätigten Hinweise darauf, dass Guanipa Chrinos im Auftrag einer terroristischen Organisation, eines ausländischen Nachrichtendienstes oder einer politischen Gruppierung gehandelt hätte.

Die Darstellung, er habe Stimmen gehört, ist eine behördlich wiedergegebene Aussage und keine medizinische Diagnose. Über seinen Gesundheitszustand und seine tatsächlichen Beweggründe ist öffentlich zu wenig bekannt, um daraus verlässliche Schlussfolgerungen zu ziehen.

Der Secret Service steht seit Jahren unter besonderem Druck

Der jüngste Vorfall trifft den amerikanischen Präsidentenschutz in einer Zeit außergewöhnlich hoher Sicherheitsanforderungen.

Donald Trump war während des Präsidentschaftswahlkampfes 2024 mehrfach Ziel schwerer Bedrohungen.

Am 13. Juli 2024 eröffnete ein Attentäter bei einer Wahlkampfveranstaltung in Butler im Bundesstaat Pennsylvania das Feuer auf Trump. Der damalige Präsidentschaftskandidat wurde am Ohr verletzt. Ein Besucher der Veranstaltung wurde getötet, zwei weitere schwer verletzt.

Der Anschlag löste eine umfassende Untersuchung der Sicherheitsmaßnahmen aus. Besonders die Frage, wie der Täter auf ein Dach mit freiem Schussfeld zur Bühne gelangen konnte, beschäftigte anschließend den Kongress und die zuständigen Behörden.

Im September 2024 wurde zudem ein bewaffneter Mann in der Nähe von Trumps Golfplatz in West Palm Beach in Florida entdeckt. Die Behörden untersuchten den Vorgang als mutmaßlichen Attentatsversuch.

Auch nach seiner Rückkehr ins Weiße Haus blieben schwere Bedrohungen bestehen.

Im April 2026 kam es bei einer Veranstaltung der White House Correspondents' Association im Washington Hilton zu einem weiteren Schusswaffenvorfall, bei dem Trump und Mitglieder seiner Regierung anwesend waren. Ein Sicherheitsbeamter wurde verletzt. Gegen den Verdächtigen wurden schwere strafrechtliche Vorwürfe erhoben.

Hinzu kommen Bedrohungen, die nach amerikanischen Ermittlungen aus dem Ausland organisiert worden sein sollen.

Besondere Aufmerksamkeit erhielten mutmaßliche iranische Anschlagspläne gegen Trump.

Bereits im November 2024 erhob das amerikanische Justizministerium Anklage gegen Farhad Shakeri. Er soll nach Darstellung der Ermittler vom iranischen Regime beauftragt worden sein, ein Attentat auf Trump vorzubereiten.

Im März 2026 wurde außerdem Asif Merchant in einem amerikanischen Strafverfahren wegen seiner Beteiligung an einem mutmaßlich vom iranischen Revolutionsgardenapparat unterstützten Auftragsmordplan schuldig gesprochen.

Diese Fälle verdeutlichen, dass die Sicherheitsbedrohung für den amerikanischen Präsidenten nicht allein aus isolierten Vorfällen in seinem unmittelbaren Umfeld besteht.

Im August wurde zudem bekannt, dass israelische Sicherheitsinformationen über eine mögliche iranische Bedrohung zu einer außergewöhnlichen Schutzmaßnahme des Secret Service geführt hatten. Trump wurde bei einer Auslandsreise heimlich auf eine andere Maschine umgeleitet.

Innerhalb amerikanischer Nachrichtendienste war die Belastbarkeit dieser konkreten Warnung umstritten. Der Secret Service entschied jedoch, das mögliche Risiko nicht einzugehen.

Mit der jetzigen Festnahme besteht kein nachgewiesener Zusammenhang zu diesen iranischen Vorgängen. Eine solche Verbindung wäre ohne neue Erkenntnisse reine Spekulation.

Die früheren Fälle erklären allerdings, weshalb die Sicherheitskräfte selbst bei zunächst unklaren Situationen im Umfeld des Weißen Hauses mit besonderer Vorsicht reagieren.

Secret-Service-Direktor Sean Curran erklärte nach der Festnahme, der Vorfall verdeutliche die weiterhin angespannte Bedrohungslage.

Die Beamten seien darauf vorbereitet, gefährliche Situationen zu entschärfen und Bedrohungen frühzeitig zu erkennen. Zugleich zeigte sich Curran besorgt über die zunehmende Zahl bewaffneter Personen, die sich zum Bereich des Weißen Hauses hingezogen fühlten.

Das Weiße Haus selbst gab zunächst keine ausführliche Stellungnahme ab und verwies für Informationen auf das Heimatschutzministerium und den Secret Service.

Die Reaktion der Sicherheitskräfte zeigt, dass die Kontrolle des verdächtigen Fahrzeugs eine mögliche Gefahr frühzeitig beendete. Sie beweist jedoch noch nicht, dass tatsächlich ein unmittelbar bevorstehender Mordanschlag verhindert wurde.

Dafür müssten die Ermittler zunächst klären, weshalb sich der Mann mit den Waffen in Washington aufhielt, ob er einen konkreten Tatplan verfolgte und welche Bedeutung seine angeblichen Aussagen hatten.

Auch die Herkunft der Waffen und die Umstände des mutmaßlichen Fahrzeugdiebstahls sind für die weitere Untersuchung von Bedeutung.

Der gesicherte Kern des Falls ist schwerwiegend genug: Nur wenige Straßen vom Weißen Haus entfernt wurde ein Mann in einem mutmaßlich gestohlenen Fahrzeug mit drei Schusswaffen und Munition festgenommen. Nach Angaben des Heimatschutzministeriums äußerte er eine Tötungsabsicht gegenüber dem amerikanischen Präsidenten.

Ob daraus ein tatsächlich vorbereiteter Anschlag hätte werden können, bleibt Gegenstand der Ermittlungen.

Für den Secret Service ist die Festnahme ein weiterer Hinweis darauf, wie rasch aus einer scheinbar gewöhnlichen Fahrzeugkontrolle eine potenziell lebensgefährliche Situation entstehen kann.




Autor: Redaktion
Samstag, 07 November 2026

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