Netanyahu verteidigt Elon Musk – Kritik aus jüdischen Kreisen bleibt lautNetanyahu verteidigt Elon Musk – Kritik aus jüdischen Kreisen bleibt laut
Nach Vorwürfen über Nazi-Symbole verteidigt Israels Premier Elon Musk und hebt dessen Unterstützung Israels hervor. Doch Kritik reißt nicht ab.

Von Maurizio Pesce from Milan, Italia - Elon Musk, Tesla Factory, Fremont (CA, USA), CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=38354348
Israels Premierminister Benjamin Netanyahu hat den Tech-Milliardär Elon Musk in Schutz genommen, nachdem dieser durch Gesten und HolocaustShoah: Der nationalsozialistische Mord an sechs Millionen JudenShoah ist der hebräische Begriff für die Katastrophe der Vernichtung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland und seine Helfer. Rund sechs Millionen Juden wurden ermordet.Mehr lesen-Witze heftige Kritik auslöste. Auf der Social-Media-Plattform X schrieb Netanyahu, Musk werde „zu Unrecht verunglimpft“, und betonte dessen Verbundenheit mit IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen.
Netanyahu lobte besonders Musks Engagement nach dem HamasHamas: Terrororganisation aus GazaHamas ist eine islamistische palästinensische Terrororganisation. Sie entstand 1987 aus dem Umfeld der Muslimbruderschaft, lehnt Israels Existenz ab und wird von Israel, den USA, der EU und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen-Angriff vom 7. Oktober 20237. Oktober 2023: Das Hamas-Massaker, das Israel veränderteDer 7. Oktober 2023 war der Tag des Hamas-Massakers in Israel. Terroristen aus Gaza ermordeten etwa 1.200 Menschen, vor allem Zivilisten, und verschleppten mehr als 240 Geiseln in den Gazastreifen.Mehr lesen. „Er setzt sich für Israels Recht ein, sich gegen terroristische Regime zu verteidigen“, so Netanyahu. Trotz dieser Rückendeckung sorgt Musks Verhalten weiterhin international für Empörung.
Witze über den Holocaust heizen die Debatte an
Nur eine Stunde nach Netanyahus Dankesworten sorgte Musk mit einem Post für Empörung, in dem er Holocaust-Witze wie „His pronouns would’ve been He/Himmler!“ machte. Dieser Beitrag wurde unter anderem von Jonathan Greenblatt, CEO der Anti-Defamation League, als „unangemessen und beleidigend“ verurteilt. Greenblatt betonte, dass die Verharmlosung der ShoahHolocaust-Relativierung: Die Verharmlosung der ShoahHolocaust-Relativierung bezeichnet die Verharmlosung, Verzerrung oder Entwertung der Shoah. Sie leugnet den Holocaust nicht zwingend offen, stellt ihn aber durch falsche Vergleiche, Verkleinerung, Umdeutung oder Täter-Opfer-Umkehr in ein verzerrtes Licht.Mehr lesen inakzeptabel sei.
Auch Ted Deutch vom American Jewish Committee kritisierte Musks Äußerungen scharf: „Wortspiele über Nazis sind weder lustig noch clever, sondern gefährlich.“ Sogar auf internationaler Ebene kam es zu Protestaktionen, etwa in Deutschland und Italien, wo Musks Gesten und Worte mit historischen NS-Symbolen in Verbindung gebracht wurden.
Unterstützung Israels und Kontroversen
Musk ist ein wiederkehrender Unterstützer Israels, war nach den Hamas-Angriffen vor Ort und positionierte sich öffentlich gegen AntisemitismusAntisemitismus: Judenhass in alten und neuen FormenAntisemitismus bezeichnet Judenhass und Feindschaft gegen Juden. Er reicht von Vorurteilen und Verschwörungserzählungen bis zu Ausgrenzung, Bedrohung und Gewalt.Mehr lesen. Gleichzeitig steht er in der Kritik, weil seine Social-Media-Plattform X laut Kritikern Hass und antisemitische Inhalte verstärkt verbreitet.
Diese Entwicklungen zeigen, wie kontrovers und polarisiert Musks Handlungen wahrgenommen werden. Während Netanyahu die Verdienste des Tech-Milliardärs betont, rufen Holocaust-Witze und fragwürdige Gesten weltweit Entsetzen hervor – ein Widerspruch, der auch Israels eigene Position in ein kritisches Licht rückt.
Autor: Redaktion
Freitag, 24 Januar 2025