Purim: Ein Fest der Freude – doch die Geiseln sind nicht vergessen

Purim: Ein Fest der Freude – doch die Geiseln sind nicht vergessen


Heute Abend beginnt Purim – doch während Israel feiert, sitzen noch immer Geiseln in der Gewalt der Hamas. Ein Fest zwischen Hoffnung und Schmerz.

Purim: Ein Fest der Freude – doch die Geiseln sind nicht vergessen
Von Dr. Bernd Gross - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=47742704

Heute Abend beginnt Purim, das jüdische Fest der Rettung und Freude. In IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen wird es traditionell mit bunten Kostümen, festlichen Mahlzeiten und großzügigen Spenden gefeiert. Doch während auf den Straßen Freude herrscht, bleibt eine schmerzliche Realität bestehen: mehrere Geiseln befinden sich immer noch in der Gewalt der HamasHamas: Terrororganisation aus GazaHamas ist eine islamistische palästinensische Terrororganisation. Sie entstand 1987 aus dem Umfeld der Muslimbruderschaft, lehnt Israels Existenz ab und wird von Israel, den USA, der EU und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen im GazastreifenPalästina: Geschichte, Bedeutung und politischer Streit um einen aufgeladenen BegriffPalästina bezeichnet historisch eine Region im südlichen Levantegebiet und politisch heute vor allem den Anspruch auf palästinensische Staatlichkeit. Der Begriff ist eng mit jüdischer Geschichte, dem britischen Mandat, Israel und dem Nahostkonflikt verbunden.Mehr lesen – seit mittlerweile fast fünf Monaten.

Purim: Ein Fest des Überlebens

Die Geschichte von Purim ist eine Geschichte der Rettung. Vor über 2.000 Jahren drohte den Juden im persischen Reich die Vernichtung durch Haman. Doch dank des Mutes von Königin Esther und ihres Onkels Mordechai konnte das Unheil abgewendet werden. Was damals ein Tag der Trauer hätte werden können, wurde zum Festtag – mit dem klaren Zeichen, dass das jüdische Volk seine Feinde überlebt.

Heute, sehen viele Israelis in dieser Erzählung eine Parallele zur Gegenwart. Nach dem 7. Oktober 20237. Oktober 2023: Das Hamas-Massaker, das Israel veränderteDer 7. Oktober 2023 war der Tag des Hamas-Massakers in Israel. Terroristen aus Gaza ermordeten etwa 1.200 Menschen, vor allem Zivilisten, und verschleppten mehr als 240 Geiseln in den Gazastreifen.Mehr lesen, dem schlimmsten Massaker an Juden seit dem HolocaustShoah: Der nationalsozialistische Mord an sechs Millionen JudenShoah ist der hebräische Begriff für die Katastrophe der Vernichtung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland und seine Helfer. Rund sechs Millionen Juden wurden ermordet.Mehr lesen, steht Israel vor einer neuen Prüfung. Während die Armee gegen die Hamas kämpft, kämpfen Familien um die Rückkehr ihrer entführten Angehörigen.

Feiern mit einem schweren Herzen

Trotz der anhaltenden Trauer und der Angst um die Geiseln wird Purim gefeiert – denn Purim ist mehr als nur ein fröhlicher Tag. Es ist ein Ausdruck des Überlebenswillens. Doch überall im Land sind die Spuren des 7. Oktobers zu sehen. In Tel Aviv, JerusalemJerusalem: Hauptstadt Israels und Herz jüdischer GeschichteJerusalem ist die Hauptstadt Israels und die größte Stadt des Landes. Für Juden ist sie seit Jahrtausenden religiöser und historischer Mittelpunkt. Zugleich ist Jerusalem auch für Christen und Muslime heilig und steht im Zentrum politischer Streitfragen.Mehr lesen und vielen anderen Städten erinnern leere Stühle, Kerzen und Poster mit den Gesichtern der Entführten daran, dass dieses Purim kein normales Fest ist.

Statt lauter Partys stehen in diesem Jahr Gebete, Demonstrationen und Solidaritätsbekundungen im Vordergrund. Familien, deren Angehörige sich noch in Gaza befinden, begehen den Feiertag in Hoffnung – oder in Verzweiflung.

Ein Fest mit einer Botschaft

Die Mitzwot (Gebote) von Purim – das Lesen der Megillat Esther, das Geben von Spenden, das Verschenken von Speisen – haben in diesem Jahr eine besondere Bedeutung. Viele Israelis spenden für die Familien der Geiseln, organisieren Mahnwachen oder nutzen die Gelegenheit, um die Forderung nach einer Rückkehr der Verschleppten noch lauter zu machen.

Die zentrale Botschaft von Purim bleibt auch dieselbe: Das jüdische Volk hat Bedrohungen überlebt – und es wird auch diese überstehen. Doch solange auch nur eine Geisel in den Händen der Hamas ist, bleibt die Freude unvollständig.

Thematische Einordnung



Autor: Redaktion
Donnerstag, 13 März 2025

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