Machtpoker in Muscat: USA und Iran vor neuer Atom-Entscheidung – Kann Trump Teheran stoppen?Machtpoker in Muscat: USA und Iran vor neuer Atom-Entscheidung – Kann Trump Teheran stoppen?
In Oman treffen sich US- und iranische Delegationen – doch hinter den Kulissen brodelt ein explosiver Konflikt, der den gesamten Nahen Osten erschüttern könnte.

By Alexey Komarov - Own work, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=87838917
Ein Ort mit diplomatischer Vergangenheit wird erneut zur Bühne globaler Machtpolitik: Muscat, die Hauptstadt Omans, empfängt Vertreter der Vereinigten Staaten und des iranischen Regimes zu Verhandlungen über das iranische Atomprogramm. Es ist ein Gespräch, das über Krieg und Frieden im Nahen Osten entscheiden könnte – und das eine klare Warnung in sich trägt: Sollte es keine Einigung geben, droht US-Präsident Donald Trump mit militärischer Gewalt gegen Teheran.
Angeführt wird die iranische Delegation vom stellvertretenden Außenminister Abbas Araghchi, während der Trump-Gesandte Steve Witkoff die US-Seite repräsentiert. Beide Seiten nähern sich dem Gespräch mit Misstrauen. Für Teheran ist Trump ein unzuverlässiger Gegner, dessen Wort wenig Gewicht habe – ein Mann, der ein Abkommen unterschrieb, es dann einseitig aufkündigte und nun mit Bomben droht, falls der Iran keine Zugeständnisse macht.
Seit dem Ausstieg der USA aus dem Atomabkommen von 2015 und der Reaktivierung der Sanktionen hat der Iran sein Atomprogramm massiv beschleunigt. Das Regime reichert Uran mittlerweile auf bis zu 60 % an – nur einen technischen Schritt von waffenfähigem Material entfernt. Die westlichen Staaten sehen darin keinen zivilen Zweck mehr, sondern einen klaren Pfad zur Atombombe.
Trump hat die Gangart verschärft, spricht von einer „Maximum Pressure“-Strategie – und lässt keinen Zweifel daran, dass ein nuklear bewaffneter Iran für ihn keine Option ist. Der neue US-Außenminister Marco Rubio unterstrich: „Iran wird niemals eine Atombombe besitzen – darüber gibt es keinen Zweifel.“ Das ist die Linie, die Washington auch in Muscat vertritt.
In Teheran herrscht Unsicherheit – aber auch Vorsicht. Das Mullah-Regime weiß, dass seine regionale Vormachtstellung wankt. Der Iran hat mit dem Zusammenbruch des Assad-Regimes in Syrien einen zentralen Verbündeten verloren. Die HisbollahHisbollah: Irans Terrorarmee im LibanonDie Hisbollah ist eine schiitisch islamistische Organisation im Libanon. Sie wurde in den frühen 1980er Jahren mit Unterstützung des Iran aufgebaut, verfügt über eine politische und militärische Struktur und wird von den USA, Israel und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen in Libanon ist durch massive israelische Luftschläge schwer angeschlagen. HamasHamas: Terrororganisation aus GazaHamas ist eine islamistische palästinensische Terrororganisation. Sie entstand 1987 aus dem Umfeld der Muslimbruderschaft, lehnt Israels Existenz ab und wird von Israel, den USA, der EU und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen wird im GazastreifenPalästina: Geschichte, Bedeutung und politischer Streit um einen aufgeladenen BegriffPalästina bezeichnet historisch eine Region im südlichen Levantegebiet und politisch heute vor allem den Anspruch auf palästinensische Staatlichkeit. Der Begriff ist eng mit jüdischer Geschichte, dem britischen Mandat, Israel und dem Nahostkonflikt verbunden.Mehr lesen militärisch zurückgedrängt, und die HuthiHuthi: Terrororganisation des Iran-Netzwerks im JemenDie Huthi, auch Ansar Allah genannt, sind eine schiitisch-islamistische Terrororganisation aus dem Jemen. Sie kontrollieren große Teile des Nordwestens, werden vom Iran unterstützt und bedrohen Israel sowie die internationale Schifffahrt im Roten Meer.Mehr lesen-Rebellen im Jemen geraten zunehmend unter internationalen Druck. Der sogenannte „Axis of ResistanceAchse des Widerstands: Irans Terrornetzwerk gegen Israel„Achse des Widerstands“ ist die Eigenbezeichnung eines von Iran unterstützten Netzwerks aus Terrororganisationen und Milizen. Dazu zählen unter anderem Hisbollah, Hamas, Islamischer Dschihad, Huthi und proiranische Milizen im Irak und in Syrien. Das Netzwerk bedroht Israel mit Raketen, Drohnen, Terroranschlägen und Stellvertreterkrieg.Mehr lesen“, das Netzwerk iranischer Stellvertreter, liegt am Boden.
Zugleich droht IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen immer unverhohlener mit militärischem Eingreifen, sollte Diplomatie nicht zum Ziel führen. Für JerusalemJerusalem: Hauptstadt Israels und Herz jüdischer GeschichteJerusalem ist die Hauptstadt Israels und die größte Stadt des Landes. Für Juden ist sie seit Jahrtausenden religiöser und historischer Mittelpunkt. Zugleich ist Jerusalem auch für Christen und Muslime heilig und steht im Zentrum politischer Streitfragen.Mehr lesen ist ein nuklear bewaffneter Iran eine existenzielle Bedrohung – eine Bedrohung, die man nicht abwartend hinnehmen wird. Und obwohl die USA keine offiziellen Sicherheitsgarantien gegenüber Israel ausgesprochen haben, ist klar, dass ein israelischer Alleingang kaum ohne Rückendeckung geschehen würde.
Die iranische Führung unter Ayatollah Ali Khamenei hat Araghchi „volle Autorität“ für die Gespräche in OmanStraße von Hormus: Die gefährlichste Engstelle der WeltwirtschaftDie Straße von Hormus ist eine Meerenge zwischen Iran und Oman. Sie verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman und ist eine der wichtigsten Routen für Öl und Flüssigerdgas weltweit.Mehr lesen erteilt – ein ungewöhnlicher Schritt in einem System, das sonst auf Zögerlichkeit und Kontrolle baut. Das könnte als Zeichen gewertet werden, dass Teheran weiß: Die Zeit läuft davon.
Trotzdem bleibt das Regime hart, lehnt Verhandlungen über sein Raketenprogramm und seine „Verteidigungsfähigkeiten“ kategorisch ab. In Wirklichkeit sind genau diese Raketen jedoch das Rückgrat seiner hegemonialen Strategie im Nahen Osten – von Bagdad bis Beirut, von Sanaa bis Damaskus.
Ein Scheitern der Gespräche wäre fatal – nicht nur für den Iran, sondern für die gesamte Region. Die Spannungen am Roten Meer, der Krieg in Gaza, die Kämpfe an der israelisch-libanesischen Grenze, das Vakuum in Syrien: Sie alle sind Teil eines größeren Bildes, das sich derzeit rasant verändert. Die USA und Israel versuchen, dem iranischen Einfluss endgültig ein Ende zu setzen. Und der Iran, der jahrzehntelang als Brandstifter agierte, steht nun selbst vor dem Feuer.
Autor: Redaktion
Samstag, 12 April 2025