Vier Jahrzehnte später: Verdächtiger des Pariser Anschlags auf jüdisches Restaurant verhaftetVier Jahrzehnte später: Verdächtiger des Pariser Anschlags auf jüdisches Restaurant verhaftet
1982 erschütterte ein Anschlag auf das Pariser Restaurant Jo Goldenberg die jüdische Gemeinde: Sechs Menschen starben, mehr als 20 wurden verletzt. Nun wurde ein mutmaßlicher Täter in Judäa und Samaria festgenommen – ein Schritt, der auch politisch brisant ist.

By David Monniaux - Own work, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=184814
Frankreich hat am Freitag die Nachricht begrüßt, dass ein Verdächtiger des Anschlags auf das jüdische Restaurant „Jo Goldenberg“ in der Pariser Rue des Rosiers im Jahr 1982 von den palästinensischen Behörden festgenommen wurde. Bei dem Attentat, einem der schlimmsten antisemitischen Angriffe in Frankreich nach 1945, hatten palästinensische Terroristen mit Handgranaten und Schusswaffen sechs Menschen getötet und mehr als 20 verletzt.
Der mutmaßliche Täter, Mahmoud Khader Abed Adra, alias Hicham Harb, war jahrzehntelang auf der Flucht. Nun bestätigte die französische Anti-Terror-Staatsanwaltschaft (PNAT), dass Interpol die Behörden in Paris über seine Festnahme informiert habe. Französische Richter hatten im Juli ein Verfahren gegen ihn und fünf weitere Verdächtige vor einem Sondergericht eröffnet.
Außenminister Jean-Noël Barrot erklärte, die Festnahme sei auch durch die Entscheidung von Präsident Emmanuel Macron begünstigt worden, Palästina als Staat anzuerkennen. „Damit konnten wir offiziell ein Auslieferungsersuchen stellen“, schrieb Barrot auf X/Twitter. Macron selbst sprach von einem „wichtigen Schritt der Zusammenarbeit mit der Palästinensischen Autonomiebehörde“ und äußerte die Hoffnung auf eine rasche Überstellung.
Der Anschlag von 1982 war Teil einer Welle palästinensischen Terrors in Europa seit den 1970er Jahren. Bis heute ist keiner der Täter rechtskräftig verurteilt worden. Bürgermeisterin Anne Hidalgo hatte erst im August 2024 bei einer Gedenkveranstaltung betont, dass Paris „den Opfern von Rue des Rosiers niemals vergessen“ werde.
Die Verhaftung fällt in eine Phase, in der mehrere westliche Länder – darunter neben Frankreich auch Australien, Belgien, Großbritannien und Kanada – die Anerkennung eines palästinensischen Staates vorbereiten. Kritiker warnen, dass dies den Druck auf IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen erhöht, während Täter von Terroranschlägen noch immer in palästinensischem Umfeld Unterschlupf finden.
Barrot betonte indes: „Nichts kann Frankreichs Entschlossenheit schwächen, gegen Terrorismus und AntisemitismusAntisemitismus: Judenhass in alten und neuen FormenAntisemitismus bezeichnet Judenhass und Feindschaft gegen Juden. Er reicht von Vorurteilen und Verschwörungserzählungen bis zu Ausgrenzung, Bedrohung und Gewalt.Mehr lesen vorzugehen.“ Ob und wie schnell der Verdächtige tatsächlich nach Frankreich ausgeliefert wird, ist nun ein entscheidender Lackmustest für die Kooperation mit der Palästinensischen Autonomiebehörde – und für den Wert politischer Gesten im Kampf gegen jahrzehntealten Terror.
Autor: Redaktion
Samstag, 20 September 2025