Ein neues Jahr beginnt – und wir tragen Verantwortung füreinanderEin neues Jahr beginnt – und wir tragen Verantwortung füreinander
Rosch HaSchana ist mehr als ein Datum im Kalender. Es ist ein Augenblick, in dem wir uns fragen müssen: Wie gehen wir miteinander um, wie halten wir zusammen – in Israel, in Deutschland, in der ganzen Welt?

Rosch HaSchana bedeutet Neubeginn. Doch in diesem Jahr liegt ein Schatten über den Feiertagen. In IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen sind Stühle an den Festtischen leer geblieben – weil Angehörige noch immer von Terroristen festgehalten werden oder weil sie am 7. Oktober ihr Leben verloren haben. Für viele Familien ist der Jahreswechsel kein Fest, sondern eine schmerzvolle Erinnerung an das, was fehlt.
Und doch ist Rosch HaSchana auch eine Einladung: innezuhalten, ehrlich auf uns selbst zu blicken und die Bindungen zu stärken, die uns als Gemeinschaft tragen. Dabei geht es nicht nur um die jüdische Gemeinschaft allein. Auch ihre Freunde, Nachbarn und Unterstützer sind Teil dieser Verantwortung. Denn Solidarität darf niemals auf die Grenzen einer Religion beschränkt bleiben.
In Deutschland erleben wir, wie antisemitische Vorfälle zunehmen und wie Gleichgültigkeit sich ausbreitet. Es gibt Menschen, die den Terror relativieren, die Israels ExistenzrechtExistenzrecht Israels: Das Recht des jüdischen Staates auf SicherheitDas Existenzrecht Israels bezeichnet das Recht des jüdischen Staates, als souveräner Staat sicher und anerkannt zu bestehen. Wer Israel dieses Recht abspricht, kritisiert nicht nur eine Regierung, sondern stellt jüdische Selbstbestimmung grundsätzlich infrage.Mehr lesen infrage stellen oder das Leid der Geiseln aus dem Blick verlieren. Dem dürfen wir nicht nachgeben. Gerade jetzt ist die Stunde, in der wir uns gegenseitig stützen – Juden und Nichtjuden, Gläubige und Atheisten, alle, die verstanden haben, dass Freiheit und Sicherheit nicht selbstverständlich sind.
Rosch HaSchana ruft uns zu: Wir können das neue Jahr nur bestehen, wenn wir füreinander einstehen. Wenn wir das Leid nicht verdrängen, sondern ihm mit Mitgefühl begegnen. Wenn wir den Mut haben, AntisemitismusAntisemitismus: Judenhass in alten und neuen FormenAntisemitismus bezeichnet Judenhass und Feindschaft gegen Juden. Er reicht von Vorurteilen und Verschwörungserzählungen bis zu Ausgrenzung, Bedrohung und Gewalt.Mehr lesen beim Namen zu nennen. Und wenn wir begreifen, dass die Geschichte Israels nicht nur eine ferne Angelegenheit ist, sondern auch unsere eigene Zukunft berührt.
Das jüdische Neujahr ist damit eine Mahnung an uns alle. Es erinnert daran, dass die Kraft zum Neubeginn aus dem Zusammenhalt erwächst – aus der Fähigkeit, Verantwortung zu teilen und sich nicht abwenden zu lassen. Für Juden, für ihre Freunde und für jede Gesellschaft, die nicht bereit ist, Hass das letzte Wort zu überlassen.
Die Redaktion von haOlam.de wünscht allen Leserinnen und Lesern, ihren Familien, Freunden und Unterstützern: Schana towa u-metuka – ein gutes und süßes Jahr 5786!
Autor: Redaktion
Montag, 22 September 2025