Globaler Dschihad ohne Grenzen: Was der Terror 2026 plant und warum der Westen weiter wegsieht

Globaler Dschihad ohne Grenzen: Was der Terror 2026 plant und warum der Westen weiter wegsieht


Während westliche Regierungen noch über Begrifflichkeiten, Zuständigkeiten und Dialogformate diskutieren, ist die dschihadistische Welt längst einen Schritt weiter. Die erste Januarwoche 2026 zeigt mit brutaler Klarheit: Der globale Terror denkt vernetzt, handelt strategisch und sieht die Welt als ein einziges Schlachtfeld.

Globaler Dschihad ohne Grenzen: Was der Terror 2026 plant und warum der Westen weiter wegsieht
Bildnachweis: Symbolbild KI generiert

Der aktuelle Wochenbericht des Middle East Media Research Institute Jihad and Terrorism Threat Monitor zeichnet kein fragmentiertes Bild einzelner Extremistengruppen, sondern das Panorama einer ideologischen Allianz. HouthisHuthi: Terrororganisation des Iran-Netzwerks im JemenDie Huthi, auch Ansar Allah genannt, sind eine schiitisch-islamistische Terrororganisation aus dem Jemen. Sie kontrollieren große Teile des Nordwestens, werden vom Iran unterstützt und bedrohen Israel sowie die internationale Schifffahrt im Roten Meer.Mehr lesen, HamasHamas: Terrororganisation aus GazaHamas ist eine islamistische palästinensische Terrororganisation. Sie entstand 1987 aus dem Umfeld der Muslimbruderschaft, lehnt Israels Existenz ab und wird von Israel, den USA, der EU und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen, HisbollahHisbollah: Irans Terrorarmee im LibanonDie Hisbollah ist eine schiitisch islamistische Organisation im Libanon. Sie wurde in den frühen 1980er Jahren mit Unterstützung des Iran aufgebaut, verfügt über eine politische und militärische Struktur und wird von den USA, Israel und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen, Al-Qaida, ISIS und palästinensische Terrororganisationen agieren rhetorisch, propagandistisch und zunehmend operativ als Teil eines gemeinsamen Narrativs.

Venezuela als neues Symbol des globalen Dschihad

Auffällig ist die Internationalisierung der Feindbilder. Mehrere dschihadistische Akteure erklärten die US-Operation gegen das Maduro-Regime in Venezuela zum Beweis für einen angeblich weltweiten „imperialistischen Krieg“. Die Houthis propagierten offen, Venezuela müsse vom „Modell Jemen“ lernen: Seeblockaden herausfordern, Allianzen mit China, Russland und Nordkorea vertiefen und sich auf die direkte Konfrontation mit den USA vorbereiten.

Diese Rhetorik ist kein exotischer Ausreißer. Sie wurde verstärkt durch Stellungnahmen von Hisbollah, schiitischen Milizen im Irak und salafistischen Kommentatoren, die von einer „existentiellen Schlacht“ gegen die „zionistischZionismus: Das Recht der Juden auf SelbstbestimmungZionismus bezeichnet die jüdische Nationalbewegung, die für die Rückkehr des jüdischen Volkes in seine historische Heimat und für jüdische Selbstbestimmung im Land Israel eintrat. Der moderne Zionismus entstand im 19. Jahrhundert als Antwort auf Antisemitismus, Verfolgung und Entrechtung.Mehr lesen-amerikanische Achse“ sprechen. Der Dschihad wird nicht mehr regional begrenzt, sondern als globaler Ordnungsanspruch formuliert.

Antisemitischer Terror als verbindendes Element

Besonders erschütternd ist die Reaktion der dschihadistischen Szene auf das Massaker von Bondi Beach in Sydney, bei dem jüdische Familien während Chanukka gezielt ermordet wurden. Islamischer Staat feierte die Täter in seinem offiziellen Wochenmagazin als „Helden“ und „Stolz Sydneys“. Al-Qaida-Ableger riefen offen dazu auf, die Tat weltweit zu kopieren.

In einschlägigen Foren wurde nicht diskutiert, ob Juden getötet werden dürfen, sondern lediglich, ob auch Kinder „religiös legitim“ Ziel sein dürfen. Diese Debatten zeigen, wie weit die moralische Enthemmung bereits fortgeschritten ist.

Palästinensische Organisationen als Teil des globalen Netzwerks

Ein zentrales, oft verdrängtes Detail: Auch palästinensische Akteure sind fest in dieses globale Geflecht eingebunden. Organisationen wie Samidoun und Masar Badil, die mit der Volksfront zur Befreiung Palästinas verbunden sind, erklärten offen ihre Solidarität mit antiamerikanischen und antisemitischen Gewaltakteuren weltweit. Ihr Narrativ ist eindeutig: Wer Venezuela „verteidigt“, verteidigt zugleich Palästina - gegen einen gemeinsamen Feind.

Diese ideologische Klammer verbindet den Nahen Osten mit Lateinamerika, Europa, Afrika und Australien. Der Terror exportiert nicht nur Gewalt, sondern Deutungsmacht.

Der Westen als Projektionsfläche der Verachtung

In nahezu allen ausgewerteten Stellungnahmen taucht ein gemeinsames Motiv auf: die Verachtung westlicher Zurückhaltung. Internationales Recht wird offen verspottet, Diplomatie als Schwäche interpretiert, Meinungsfreiheit als Einfallstor. Ein Al-Qaida-nahes Forum sprach von „reiner Geisteskrankheit“, dass Amerikaner nicht das Weiße Haus oder Synagogen anzünden würden.

Diese Sprache ist keine Provokation, sondern ein Test. Und er fällt aus Sicht der Extremisten positiv aus.

Die israelische Anerkennung Somalilands wurde von Houthis, Al-Shabaab und islamistischen Netzwerken sofort als Kriegsgrund deklariert. Jede israelische Präsenz in der Region sei ein legitimes militärisches Ziel. Damit wird deutlich: Selbst diplomatische Schritte Israels werden in der dschihadistischen Logik automatisch militarisiert.

Der Bericht macht unmissverständlich klar: Der Terror des Jahres 2026 ist nicht reaktiv, sondern programmatisch. Er wartet nicht auf Anlässe, er nutzt sie. Er denkt nicht national, sondern zivilisatorisch. Und er sieht sich im Aufwind.

Wer weiterhin glaubt, man könne diese Dynamik mit Beschwichtigung, Sprachregelungen oder „KontextualisierungKontextualisierung: Fakten verständlich einordnenKontextualisierung bedeutet, Informationen in einen Zusammenhang zu stellen. Sie hilft, Ereignisse nicht isoliert zu betrachten, sondern mit Vorgeschichte, Ursachen, Folgen und beteiligten Akteuren zu verstehen.Mehr lesen“ einhegen, verkennt die Realität. Der globale Dschihad erklärt der Welt den Krieg - nicht metaphorisch, sondern wörtlich.




Autor: Samuel Benning
Freitag, 16 Januar 2026

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