Waffenruhe nur auf dem Papier: Wie Medien Hamas und Hisbollah entlasten und Israel zum Schuldigen machenWaffenruhe nur auf dem Papier: Wie Medien Hamas und Hisbollah entlasten und Israel zum Schuldigen machen
Wenn Terrororganisationen Verträge brechen und dennoch Israel dafür verantwortlich gemacht wird, läuft etwas grundlegend falsch in der internationalen Berichterstattung.
Waffenruhen gelten als Hoffnungsmoment. Als fragile, aber notwendige Atempause nach Monaten oder Jahren der Gewalt. Sie sollen Zivilisten schützen, Eskalationen verhindern und Vertrauen schaffen. Doch was geschieht, wenn eine Seite diese Vereinbarungen systematisch missachtet und die andere dafür öffentlich an den Pranger gestellt wird?
Genau dieses Muster zeigt sich seit Monaten im Umgang vieler westlicher Medien mit den Waffenruhen zwischen Israel und Hamas sowie zwischen Israel und der Hisbollah.
Nicht die Verletzungen der Abkommen stehen im Mittelpunkt der Berichterstattung. Nicht die erneute Aufrüstung, nicht die Angriffe, nicht die Sabotage. Stattdessen entsteht ein verzerrtes Bild, in dem israelische Reaktionen als Ursache der Instabilität erscheinen, während die tatsächlichen Vertragsbrüche weitgehend ausgeblendet bleiben.
Das ist kein Zufall. Es ist ein wiederkehrendes Muster.
Wenn Terrororganisationen Waffenruhen als taktische Pause nutzen
Waffenruhen mit Terrororganisationen sind kein Friedensschluss. Sie sind ein Versuch, Gewalt zu begrenzen. Doch Hamas und Hisbollah haben in der Vergangenheit immer wieder gezeigt, dass sie Abkommen nicht als Verpflichtung begreifen, sondern als strategische Zwischenphase.
Seit Inkrafttreten der Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas im Oktober 2025 wurden nachweislich dutzende Verstöße dokumentiert. Angriffe auf israelische Soldaten, der Einsatz von Scharfschützen, Sprengfallen, erneute Nutzung von Tunneln und das gezielte Eindringen in vereinbarte Sperrzonen gehörten dazu.
Besonders schwer wiegt der Umgang mit den Geiseln. Die Rückgabe aller lebenden und getöteten Entführten war zentraler Bestandteil der Vereinbarung. Dennoch kam es wiederholt zu Verzögerungen, Inszenierungen, falschen Übergaben und bis heute zur Zurückhaltung mindestens eines Leichnams.
Diese Verstöße sind keine Formalien. Sie sind fundamentale Vertragsbrüche.
Dennoch liest man in vielen internationalen Medien Überschriften über angebliche israelische Provokationen, über eine „Gefährdung der Waffenruhe durch Israel“, über eine „neue Eskalation“. Der Auslöser wird selten genannt.
So wird Ursache und Wirkung vertauscht.
Der gelbe Streifen, der nie erklärt wird
Ein besonders deutliches Beispiel ist die sogenannte Pufferzone innerhalb des Gazastreifens. In der ersten Phase der Waffenruhe wurde klar festgelegt, welche Gebiete Hamas-Kämpfer nicht betreten dürfen.
Trotzdem kam es dutzendfach zu Grenzübertritten bewaffneter Terroristen. Teilweise mit dem Ziel, israelische Truppen anzugreifen oder Sprengsätze zu platzieren.
In der medialen Darstellung jedoch heißt es häufig nur: „Israelisches Feuer tötet mehrere Palästinenser.“
Ohne Hinweis darauf, dass diese Personen gegen eine gültige Vereinbarung verstoßen hatten. Ohne Kontext. Ohne Erklärung.
Was als Schutzmaßnahme begann, wird so zur Schlagzeile gegen Israel.
Hisbollah im Norden: tausendfache Verstöße, kaum Berichterstattung
Noch gravierender ist die Lage an der Nordgrenze.
Seit der Waffenruhe mit der Hisbollah im November 2024 wurden nahezu zweitausend Verstöße registriert. Darunter Waffenverlagerungen, Wiederaufbau militärischer Infrastruktur, Ausbildungseinrichtungen, Beobachtungsposten und die gezielte Rückkehr bewaffneter Einheiten südlich des Litani-Flusses.
Genau das, was das Abkommen verhindern sollte.
Israel reagierte auf einen Teil dieser Verstöße militärisch. Nicht wahllos, sondern gezielt gegen Infrastruktur, Waffenlager und operative Einheiten.
Doch auch hier dominiert in internationalen Medien oft ein anderes Narrativ. Israel habe „die Waffenruhe verletzt“. Israel habe „den Libanon bombardiert“. Die Tatsache, dass die Hisbollah sich nie entwaffnet hat und die Vereinbarung systematisch unterläuft, bleibt Randnotiz oder verschwindet ganz.
Hinzu kommt ein sprachliches Problem. Die Hisbollah wird vielfach nicht klar als Terrororganisation bezeichnet, sondern als politische oder militärische Akteurin beschrieben. Damit verschwimmt ihre Verantwortung.
Wer nicht klar benennt, mit wem Israel es zu tun hat, verzerrt zwangsläufig die Realität.
Wenn Kontext fehlt, entsteht moralische Täuschung
Medien haben eine besondere Verantwortung in Konflikten. Nicht, Partei zu ergreifen. Sondern vollständig zu berichten.
Doch genau das geschieht häufig nicht.
Wenn Verstöße durch Terrororganisationen verschwiegen werden, während israelische Reaktionen isoliert dargestellt werden, entsteht ein moralisch falsches Bild. Israel wirkt als treibende Kraft der Gewalt, während jene, die Abkommen brechen, aus der Verantwortung entlassen werden.
Das betrifft nicht nur Israel.
Auch die palästinensische Zivilbevölkerung leidet unter Hamas-Verstößen. Raketen, die innerhalb Gazas einschlagen. Einschüchterung von Zivilisten. Gewalt gegen vermeintliche Kollaborateure. All das findet statt und wird kaum thematisiert.
Eine Waffenruhe, die von Terrororganisationen unterlaufen wird, gefährdet nicht nur Israel, sondern auch jene, in deren Namen diese Gruppen vorgeben zu handeln.
Frieden beginnt mit Wahrheit
Waffenruhen scheitern nicht, weil Israel existiert. Sie scheitern, wenn Akteure existieren, die jede Vereinbarung als taktisches Werkzeug betrachten, nicht als Verpflichtung.
Wer das verschweigt, arbeitet nicht für den Frieden, sondern gegen ihn.
Eine ehrliche Berichterstattung müsste klar sagen: Diese Waffenruhen werden nicht von Israel ausgehöhlt. Sie werden von Hamas und Hisbollah untergraben.
Solange Medien diesen Kern verschleiern, tragen sie selbst zur Instabilität bei. Denn Frieden braucht Wahrheit. Und Wahrheit braucht Mut zur vollständigen Darstellung.
Nicht selektiv. Nicht ideologisch. Nicht bequem.
Autor: Redaktion
Bild Quelle:
Donnerstag, 29 Januar 2026