Guardiola nutzt seine Fußballbühne für ein einseitiges politisches NarrativGuardiola nutzt seine Fußballbühne für ein einseitiges politisches Narrativ
Der Startrainer spricht über Menschlichkeit, verschweigt aber den Terror der Hamas. Wenn Fußball zur politischen Bühne wird, entsteht ein verzerrtes Bild, das Millionen erreicht und Verantwortung ausblendet.
Pep Guardiola ist einer der bekanntesten Fußballtrainer der Welt. Seine Worte erreichen Fans weit über den Sport hinaus. Genau deshalb ist sein erneuter Auftritt zugunsten der palästinensischen Seite kein privater Kommentar, sondern eine politische Botschaft mit enormer Wirkung.
Beim sogenannten Konzert für Palästina in Barcelona trat Guardiola mit Kufiya auf, eröffnete seine Rede mit einem arabischen Gruß und sprach anschließend über das Leid palästinensischer Kinder. Er warf der Welt vor, sie habe diese Kinder im Stich gelassen, und erklärte seine Solidarität mit Palästina zu einer Frage der Menschlichkeit.
Was fehlte, war offensichtlich.
Kein Wort über das Massaker der Hamas am 7. Oktober. Kein Wort über ermordete israelische Familien. Kein Wort über verschleppte Kinder, vergewaltigte Frauen und über 240 Geiseln.
Diese Auslassung ist keine Nebensächlichkeit. Sie ist der Kern der Aussage.
Denn wer über einen Krieg spricht, ohne seinen Auslöser zu benennen, formt kein vollständiges Bild, sondern ein politisches Narrativ. Ein Narrativ, in dem Gewalt plötzlich ursachslos erscheint und Verantwortung verschwindet.
Guardiola sprach von Unterdrückung, von moralischer Pflicht, von historischer Parallele zu europäischen Bombardierungen. Er stellte Israel indirekt in eine Linie mit Kriegsverbrechen vergangener Jahrzehnte, ohne je zu erwähnen, dass dieser Krieg mit einem gezielten Terrorangriff auf Zivilisten begann.
Das ist keine neutrale Position. Das ist eine klare politische Einordnung.
Besonders problematisch ist dabei nicht, dass Guardiola Mitgefühl äußert. Mitgefühl für ziviles Leid ist legitim. Problematisch ist, dass dieses Mitgefühl selektiv bleibt. Dass es nur eine Seite kennt. Dass jüdisches Leid darin keinen Platz hat.
Wenn ein internationaler Sportstar so spricht, wird dies nicht als politische Analyse wahrgenommen, sondern als moralische Orientierung. Millionen hören zu, ohne Einordnung, ohne Kontext, ohne Widerspruch.
So entsteht ein Bild, in dem Israel automatisch Täter ist und Terror zur Fußnote wird.
In Europa ist dieses Muster längst bekannt. Öffentliche Figuren äußern sich lautstark gegen Israel, oft emotional, oft mit starken Bildern, aber fast nie mit vollständiger Darstellung. Wer hingegen auf Hamas verweist oder Israels Sicherheitslage benennt, gilt schnell als unbequem oder politisch belastend.
Die Konsequenz ist eine Schieflage der öffentlichen Debatte.
Nicht, weil Kritik an Israel verboten wäre, sondern weil sie zunehmend losgelöst von Fakten und Ursachen erfolgt. Weil der Terror, der diesen Krieg ausgelöst hat, systematisch aus dem Diskurs gedrängt wird.
Guardiolas Auftritt ist deshalb kein isolierter Vorfall. Er steht exemplarisch für eine Entwicklung, in der Prominenz politische Deutungshoheit erhält, ohne Verantwortung für Vollständigkeit zu übernehmen.
Der Fußballtrainer nutzt seine Bühne, um Haltung zu zeigen. Doch Haltung ohne Kontext ist keine Moral, sondern Meinungsmacht.
Und Meinungsmacht verpflichtet.
Gerade wenn sie Millionen erreicht. Gerade wenn sie Konflikte betrifft, in denen Wahrheit und Verzerrung über Leben entscheiden.
Autor: Redaktion
Bild Quelle: By Steffen Prößdorf, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=164906016
Freitag, 30 Januar 2026