Kanadische Bank verkauft Anteile an israelischem Rüstungskonzern Elbit nach politischem DruckKanadische Bank verkauft Anteile an israelischem Rüstungskonzern Elbit nach politischem Druck
Ein internationaler Finanzkonzern zieht sich aus einem der wichtigsten israelischen Verteidigungsunternehmen zurück. Die Entscheidung zeigt, wie stark politischer Aktivismus inzwischen wirtschaftliche Beziehungen zu Israel beeinflusst.
Die kanadische Großbank Scotiabank hat ihre Beteiligung am israelischen Verteidigungsunternehmen Elbit Systems vollständig verkauft. Damit reagierte ihre Investmenttochter 1832 Asset Management auf anhaltenden öffentlichen und politischen Druck, der sich gegen Investitionen in israelische Sicherheitsfirmen richtete.
Noch im November hielt die Investmentgesellschaft rund 165000 Aktien des Unternehmens. Nun geht aus regulatorischen Unterlagen hervor, dass diese Beteiligung vollständig aufgelöst wurde. Eine offizielle Begründung durch die Bank selbst steht bisher aus. Eine Anfrage blieb unbeantwortet.
Elbit Systems gehört zu den zentralen Unternehmen der israelischen Verteidigungsindustrie. Der Konzern entwickelt unter anderem Drohnen, elektronische Schutzsysteme und Verteidigungstechnologie, die für die Sicherheit Israels eine entscheidende Rolle spielen. Gerade nach dem Angriff der Hamas am 7. Oktober und dem folgenden Krieg ist die Nachfrage nach solchen Systemen erheblich gestiegen. Israel ist gezwungen, seine Verteidigungsfähigkeit aufrechtzuerhalten, um seine Bevölkerung vor weiteren Angriffen zu schützen.
Der Rückzug der Bank erfolgte vor dem Hintergrund anhaltender Proteste. Aktivisten hatten die Beteiligung an Elbit Systems öffentlich kritisiert und argumentiert, das Unternehmen liefere militärische Ausrüstung an Israel. In Kanada kam es zu Demonstrationen vor Bankfilialen. Auch kulturelle Veranstaltungen gerieten unter Druck, darunter ein bedeutender Literaturpreis, der von Scotiabank unterstützt wurde. Die Zusammenarbeit wurde später beendet.
Für Israel ist diese Entwicklung mehr als eine wirtschaftliche Randnotiz. Sie zeigt, wie stark der Konflikt inzwischen globale Finanzentscheidungen beeinflusst. Unternehmen, die Israels Sicherheit gewährleisten, geraten zunehmend ins Visier politischer Kampagnen. Dabei wird oft ausgeblendet, dass diese Technologie nicht der Aggression dient, sondern der Verteidigung eines Landes, das seit seiner Gründung existenziellen Bedrohungen ausgesetzt ist.
Gleichzeitig wächst die wirtschaftliche Bedeutung von Elbit Systems weiter. Das Unternehmen konnte zuletzt deutlich steigende Gewinne verzeichnen. Verantwortlich dafür sind neben israelischen Aufträgen auch steigende Verteidigungsausgaben weltweit. Viele Staaten investieren angesichts wachsender Unsicherheit stärker in ihre militärische Sicherheit.
Der Verkauf der Anteile ist deshalb kein Zeichen wirtschaftlicher Schwäche des Unternehmens, sondern Ausdruck politischer Einflussnahme auf Finanzmärkte. Für Israel bedeutet dies eine neue Realität. Der Konflikt wird nicht mehr nur auf militärischer und diplomatischer Ebene geführt, sondern zunehmend auch in Banken, Universitäten und kulturellen Institutionen.
Die Entscheidung der kanadischen Bank wirft eine grundsätzliche Frage auf. Wenn Investitionen in israelische Verteidigungsunternehmen zum Ziel politischer Kampagnen werden, betrifft das nicht nur einzelne Firmen. Es betrifft die Fähigkeit Israels, sich zu verteidigen und wirtschaftlich zu bestehen. Für ein Land, dessen Existenz seit Jahrzehnten angegriffen wird, ist das keine abstrakte Debatte, sondern eine konkrete Herausforderung.
Autor: Redaktion
Bild Quelle: By PiggyBank Canada from Toronto, Canada - Scotiabank Retail Location, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=150592146
Donnerstag, 19 Februar 2026