UN setzt Israel neben Hamas und zerstört ihre letzte GlaubwürdigkeitUN setzt Israel neben Hamas und zerstört ihre letzte Glaubwürdigkeit
Die Vereinten Nationen stellen israelische Behörden in eine Reihe mit Terrorgruppen. Für Israel ist das keine Kritik mehr, sondern eine moralische Umkehrung nach dem 7. Oktober.

Bildnachweis: Symbolbild
Es gibt Momente, in denen die Vereinten Nationen nicht mehr wie eine internationale Organisation wirken, sondern wie eine Bühne für die schlimmste Form politischer Verdrehung. Die Entscheidung, israelische Stellen auf eine Liste für konfliktbezogene sexuelle Gewalt zu setzen, gehört genau in diese Kategorie. Ausgerechnet Israel, dessen Bürger am 7. Oktober Opfer eines der grausamsten Terrorangriffe der jüngeren Geschichte wurden, soll nun neben Hamas und anderen Terrororganisationen erscheinen. Das ist nicht nur empörend. Es ist ein Angriff auf jedes moralische Maß.
Nach dem Bericht der Jerusalem Post soll der israelische Strafvollzug in die Liste aufgenommen werden. Weitere israelische Behörden sollen in ein Beobachtungsverfahren geraten, das eine spätere Aufnahme ermöglichen könnte. Israel weist die Anschuldigungen zurück, verweist auf übermittelte Unterlagen, Gespräche, Daten und die Bereitschaft zur Zusammenarbeit. Doch all das hat den UN Apparat offenbar nicht davon abgehalten, ausgerechnet in diesem historischen Moment eine Entscheidung zu treffen, die in Jerusalem nur als politische Anklage verstanden werden kann.
Der Kern des Skandals liegt nicht darin, dass Vorwürfe gegen staatliche Stellen grundsätzlich untersucht werden. Jeder demokratische Staat muss glaubwürdigen Anschuldigungen nachgehen. Israel ist davon nicht ausgenommen. Der Kern liegt darin, wie die UN hier ein moralisches Gleichgewicht konstruiert, wo keines bestehen darf. Hamas hat am 7. Oktober gemordet, vergewaltigt, verschleppt, gefoltert und ganze Familien ausgelöscht. Geiseln wurden in Gaza festgehalten und nach den Erkenntnissen internationaler Untersuchungen auch dort sexueller Gewalt ausgesetzt. Diese Verbrechen waren kein bürokratischer Streitfall. Sie waren Teil eines terroristischen Angriffs auf Juden und auf den Staat Israel.
Wer Israel nun in einer solchen Liste neben Hamas stellt, verwischt genau diese Grenze. Und diese Grenze ist entscheidend. Eine Demokratie, die sich im Krieg gegen eine Terrororganisation verteidigt, ist nicht moralisch identisch mit jener Terrororganisation. Ein Staat mit Gerichten, Ermittlungsbehörden, parlamentarischer Kontrolle, Medien und öffentlicher Debatte ist nicht dasselbe wie eine Organisation, die ihre Opfer verschleppt, ihre Toten verhöhnt und ihre Verbrechen als Widerstand verkauft. Wer diese Unterschiede einebnet, betreibt keine Menschenrechtspolitik. Er betreibt politische Entstellung.
Die UN versucht seit Jahren, Israel mit einer Besessenheit zu behandeln, die bei autoritären Regimen oft nicht einmal ansatzweise zu beobachten ist. Iran unterdrückt Frauen, hängt Oppositionelle, finanziert Terror und destabilisiert die Region. Russland führt einen brutalen Angriffskrieg. Syrien, Sudan, Jemen, Afghanistan und viele andere Schauplätze zeigen, wie tief Gewalt, sexuelle Verbrechen und staatliche Grausamkeit reichen können. Doch immer wieder steht Israel im Zentrum einer UN Empörung, die mit auffälliger Energie arbeitet, sobald der jüdische Staat angeklagt werden kann.
Das bedeutet nicht, dass Israel unfehlbar ist. Es bedeutet, dass die Maßstäbe sichtbar verrutscht sind. Wenn ein Land, das nach dem größten Massaker an Juden seit der Schoah seine Bevölkerung verteidigt, von den Vereinten Nationen in eine symbolische Nachbarschaft mit Hamas und anderen Terrorakteuren gerückt wird, dann ist der Schaden größer als ein diplomatischer Konflikt. Dann wird die Wahrheit selbst beschädigt.
Besonders schwer wiegt der Zeitpunkt. Die Welt hat sich nach dem 7. Oktober quälend langsam dazu durchgerungen, die sexuelle Gewalt der Hamas überhaupt ernst zu nehmen. Erst wurde geschwiegen. Dann wurde relativiert. Dann wurde gezweifelt. Dann wurden Opferberichte politisch zerredet. Viele jener Stimmen, die sonst sofort von Frauenrechten, internationalem Recht und sexualisierter Gewalt sprechen, wurden plötzlich vorsichtig, sobald die Opfer israelisch und jüdisch waren. Diese Scham bleibt. Sie klebt an Institutionen, Medien, Universitäten und Teilen der sogenannten Menschenrechtswelt.
Nun folgt der nächste Schritt: Statt diese moralische Lücke endlich zu schließen, rückt die UN Israel in den Fokus. Aus den Opfern wird der Angeklagte. Aus der Terrororganisation wird ein Vergleichspunkt. Aus der notwendigen Aufarbeitung von Hamas Verbrechen wird eine politische Balanceübung, bei der Israel offenbar ebenfalls belastet werden muss, damit die UN ihre vertraute Symmetrie bewahren kann. Genau diese Symmetrie ist falsch. Sie ist nicht ausgewogen. Sie ist nicht gerecht. Sie ist nicht humanitär. Sie ist eine Zumutung.
Israels Botschafter Danny Danon spricht deshalb von einer moralischen Schande und einem Zusammenbruch der Glaubwürdigkeit der UN. Diese Worte sind hart. Aber sie treffen den Kern. Eine Organisation, die Israel nach dem 7. Oktober in eine solche Liste rückt, während Hamas als Täter sexueller Gewalt längst als Terrororganisation bekannt ist, muss sich fragen lassen, ob sie noch zwischen Demokratie und Terror unterscheiden will oder ob sie diese Unterscheidung aus politischer Bequemlichkeit opfert.
Auch die Rolle von António Guterres ist in diesem Zusammenhang nicht zu trennen. Sein Verhältnis zu Israel ist seit dem 7. Oktober schwer belastet. In Jerusalem wird ihm vorgeworfen, die Massaker moralisch eingeordnet zu haben, statt sie mit der notwendigen Klarheit als barbarischen Terror gegen Israelis und Juden zu benennen. Die Auseinandersetzung um UNRWA, um Mitarbeiter mit Verbindungen zum 7. Oktober und um die jahrelange politische Schlagseite des UN Systems hat das Vertrauen weiter zerstört. Wenn Israel nun die Kontakte zum Büro des Generalsekretärs einfriert, ist das keine diplomatische Laune. Es ist die Folge eines tiefen Vertrauensbruchs.
Hinzu kommt eine gefährliche mediale Dynamik. In den vergangenen Wochen wurden schwere Anschuldigungen gegen israelische Sicherheitskräfte und Gefängnisbehörden in großen internationalen Medien erneut massiv verbreitet. Israel spricht von einer modernen Blutbeschuldigung und verweist darauf, dass Vorwürfe häufig in einem Klima erscheinen, in dem Israel bereits als schuldig gilt, bevor Fakten sauber überprüft sind. Natürlich müssen konkrete Fälle geprüft werden. Aber zwischen Prüfung und Kampagne liegt ein gewaltiger Unterschied. Genau diesen Unterschied scheint die internationale Debatte immer öfter zu verlieren.
Der Fall zeigt, wie aus Menschenrechtssprache ein politisches Werkzeug werden kann. Begriffe wie „sexuelle Gewalt“, „Muster“, „Verantwortung“ und „Monitoring“ besitzen enorme moralische Kraft. Sie dürfen nicht leichtfertig verwendet werden. Wenn sie in einem politischen Klima eingesetzt werden, das Israel ohnehin dauernd anklagt, entfalten sie eine Wirkung weit über juristische Fragen hinaus. Sie markieren. Sie stigmatisieren. Sie schaffen Schlagzeilen. Und sie prägen den Eindruck, Israel stehe moralisch auf derselben Stufe wie jene, die seine Bürger vergewaltigt und verschleppt haben.
Genau dagegen muss sich Israel wehren. Nicht, weil Israel über Kritik stehen würde. Sondern weil Kritik ihre Legitimität verliert, wenn sie die Wirklichkeit verdreht. Ein Staat, der sich gegen Hamas verteidigt, kann Fehler machen. Er kann Fehlverhalten einzelner Beamter untersuchen müssen. Er kann verpflichtet sein, Misshandlungen zu verhindern und Verantwortliche zur Rechenschaft zu ziehen. Aber er darf nicht in eine moralische Gleichstellung mit einer Terrororganisation gezwungen werden, deren Angriff auf Israel von Anfang an auf Entmenschlichung, Massaker und Vernichtung zielte.
Die UN hätte nach dem 7. Oktober eine einfache Aufgabe gehabt: den Opfern zuhören, die Täter benennen, die Geiseln in den Mittelpunkt stellen, Hamas isolieren und jede Form der Leugnung sexueller Gewalt bekämpfen. Stattdessen entsteht der Eindruck, dass der Apparat in New York wieder einmal reflexhaft nach einem Weg sucht, Israel nicht als Opfer stehen zu lassen. Als könne die Welt die jüdischen Opfer nur ertragen, wenn schnell eine Anklage gegen den jüdischen Staat daneben gestellt wird.
Das ist der eigentliche Skandal. Nicht die Existenz von Untersuchungen. Nicht der Anspruch, auch Demokratien an Recht und Moral zu messen. Sondern die politische Besessenheit, Israel selbst dort zu relativieren, wo die Verbrechen seiner Feinde mit erschütternder Klarheit dokumentiert sind.
Wenn die UN so weitermacht, verliert sie nicht nur Israels Vertrauen. Sie verliert das Vertrauen all jener, die noch glauben wollen, dass internationale Institutionen Wahrheit von Propaganda unterscheiden können. Eine Organisation, die Hamas und israelische Behörden in einer Weise zusammenführt, die moralisch als Gleichsetzung verstanden werden muss, beschädigt nicht Israel allein. Sie beschädigt die Sprache der Menschenrechte.
Denn wenn alles gleich schlimm erscheint, wird am Ende nichts mehr klar benannt. Dann verschwimmen Täter und Opfer. Dann verschwimmt Terror und Selbstverteidigung. Dann verschwimmt der 7. Oktober in einem Nebel aus Berichten, Listen und politischer Ausgewogenheit. Genau das darf nicht geschehen.
Israel hat jedes Recht, auf diese Entscheidung mit Härte zu reagieren. Die UN hat sich diese Reaktion selbst zuzuschreiben. Wer den jüdischen Staat nach dem 7. Oktober auf eine solche Liste setzt, darf sich über den Vorwurf der moralischen Verkommenheit nicht wundern. Es gibt Entscheidungen, die mehr offenbaren als sie begründen. Diese gehört dazu.
Autor: Redaktion
Donnerstag, 28 Mai 2026