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60.000 Menschen in Toronto setzen starkes Zeichen für Israel

60.000 Menschen in Toronto setzen starkes Zeichen für Israel


In Toronto versammelten sich mehr als 60.000 Menschen zum „Walk With Israel“. Der Marsch wurde von massiver Polizeipräsenz begleitet, während antiisraelische Gegendemonstranten für Störungen sorgten.

60.000 Menschen in Toronto setzen starkes Zeichen für Israel
Bildnachweis: UJA Federation of Greater Toronto

Mehr als 60.000 Menschen haben am Sonntag in Toronto am jährlichen „Walk With IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen“ teilgenommen und damit ein deutliches Zeichen der Solidarität mit Israel gesetzt. Nach Angaben der UJA Federation of Greater Toronto, die den Marsch organisiert, handelte es sich um die größte Beteiligung in der 57-jährigen Geschichte der Veranstaltung. Die Zahl stützt sich laut UJA auf Schätzungen der Toronto Police. Auch JNS berichtete von rund 60.000 Teilnehmern, während lokale kanadische Medien von Zehntausenden sprachen, die sich unter starker Polizeipräsenz auf den Weg machten.

Der Marsch führte von der Temple Sinai Congregation bis zum Sherman Campus und verwandelte Teile von Midtown Toronto in ein sichtbares Bekenntnis zu Israel und jüdischem Leben. Teilnehmer trugen israelische und kanadische Flaggen, daneben waren nach Berichten auch iranische Löwen-und-Sonne-Flaggen zu sehen, die von Gegnern des islamischen Regimes in Teheran verwendet werden. Für die Organisatoren war der Tag ein Ausdruck jüdischer Einheit, Stolz und Verbindung mit Israel. Für viele Teilnehmer dürfte er zugleich eine Antwort auf eine Zeit gewesen sein, in der jüdische Gemeinden in Kanada und anderen westlichen Ländern immer häufiger unter Druck stehen.

Die UJA Federation stellte in ihrer Pressemitteilung den Charakter des Marsches als größte jährliche jüdische Gemeinschaftsveranstaltung Kanadas heraus. Ken Tanenbaum, Vorsitzender des Board of Directors der UJA Federation of Greater Toronto, sprach von einer Demonstration der Stärke, Widerstandskraft und Einheit. UJA-Präsident und CEO Adam Minsky erklärte, zehntausende Menschen hätten sich öffentlich und stolz für ihre Gemeinschaft, ihre Werte und ihre Verbindung zu Israel versammelt. Hass werde die jüdische Gemeinschaft nicht definieren. Man wähle Einheit statt Spaltung, Verbindung statt Angst und Hoffnung statt Hass. Diese Worte sind nicht nur Veranstaltungssprache. Sie beschreiben die Lage vieler jüdischer Gemeinden in der DiasporaDiaspora: Jüdisches Leben außerhalb IsraelsDiaspora bezeichnet die Zerstreuung eines Volkes außerhalb seiner historischen Heimat. In jüdischem Zusammenhang meint der Begriff besonders die jüdischen Gemeinschaften außerhalb Israels. Die jüdische Diaspora entstand durch Exil, Vertreibung, Migration und jahrhundertelanges Leben als Minderheit.Mehr lesen nach dem 7. Oktober 20237. Oktober 2023: Das Hamas-Massaker, das Israel veränderteDer 7. Oktober 2023 war der Tag des Hamas-Massakers in Israel. Terroristen aus Gaza ermordeten etwa 1.200 Menschen, vor allem Zivilisten, und verschleppten mehr als 240 Geiseln in den Gazastreifen.Mehr lesen sehr genau.

Dass ein friedlicher Solidaritätsmarsch für Israel in Toronto zugleich unter massiven Sicherheitsvorkehrungen stattfinden musste, ist der zweite, weniger festliche Teil dieser Geschichte. Toronto Police hatte im Vorfeld eine starke Polizeipräsenz angekündigt. Nach Angaben lokaler Medien waren Beamte vor Ort, um Zusammenstöße zu verhindern und Teilnehmer wie Gegendemonstranten räumlich zu trennen. Die UJA verweist zudem auf die Zusammenarbeit mit dem Jewish Security Network, Toronto Police Service, privaten Sicherheitsunternehmen, Shomrim, Hatzoloh und weiteren Partnerorganisationen.

Die Sicherheitsmaßnahmen waren nicht abstrakt. Während des Marsches kam es zu antiisraelischen Gegenprotesten. Toronto Police bestätigte nach Medienberichten sechs Festnahmen im Zusammenhang mit der Veranstaltung. TorontoToday berichtete unter Berufung auf Polizeiinformationen unter anderem von Festnahmen im Bereich Bathurst Street und Sheppard Avenue West sowie im Earl Bales Park. Genannt wurden Vorwürfe wie Behinderung eines Beamten, Angriff auf einen Beamten und weitere Zwischenfälle im Umfeld der Gegenproteste.

Nach Darstellung der JerusalemJerusalem: Hauptstadt Israels und Herz jüdischer GeschichteJerusalem ist die Hauptstadt Israels und die größte Stadt des Landes. Für Juden ist sie seit Jahrtausenden religiöser und historischer Mittelpunkt. Zugleich ist Jerusalem auch für Christen und Muslime heilig und steht im Zentrum politischer Streitfragen.Mehr lesen Post versammelten sich antiisraelische Gegendemonstranten in der Nähe des Earl Bales Park zu einem „Walk Against Israel“. In sozialen Medien kursierten demnach Videos, in denen Aktivisten Teilnehmer beschimpften und „IntifadaIntifada: Ein Wort für Terror gegen IsraelIntifada bedeutet wörtlich etwa „Abschütteln“. Politisch bezeichnet der Begriff vor allem zwei palästinensische Gewaltwellen gegen Israel. Besonders die Zweite Intifada wurde durch Selbstmordanschläge, Schussangriffe und Terror gegen israelische Zivilisten geprägt. Heute wird der Begriff oft leichtfertig als Parole benutzt.Mehr lesen“-Parolen riefen. Berichtet wurde auch von Situationen, in denen Polizisten angegangen wurden. Die Polizei hatte bereits vorab deutlich gemacht, dass Gegendemonstrationen als Teil demokratischer Versammlungsfreiheit erlaubt seien, Einschüchterung, Drohungen und Gewalt jedoch nicht toleriert würden.

Genau darin liegt der politische Kern dieses Tages. Es ist nicht problematisch, wenn in einer Demokratie gegen Israel protestiert wird. Problematisch wird es dort, wo aus Protest Einschüchterung wird, wo jüdische oder proisraelische Teilnehmer beschimpft werden und wo Solidarität mit Israel nur noch unter schwerem Polizeischutz öffentlich sichtbar werden kann. Ein solcher Zustand sagt nicht nur etwas über den NahostkonfliktPalästina: Geschichte, Bedeutung und politischer Streit um einen aufgeladenen BegriffPalästina bezeichnet historisch eine Region im südlichen Levantegebiet und politisch heute vor allem den Anspruch auf palästinensische Staatlichkeit. Der Begriff ist eng mit jüdischer Geschichte, dem britischen Mandat, Israel und dem Nahostkonflikt verbunden.Mehr lesen aus. Er sagt etwas über den Zustand westlicher Gesellschaften aus.

Der „Walk With Israel“ war zugleich eine Spendenveranstaltung. Nach Angaben der UJA fließen die Mittel in Hilfe für Israelis, die vom Krieg betroffen sind. Genannt werden unter anderem psychologische Unterstützung, Versorgung von Evakuierten, Traumahilfe und langfristige Wiederaufbauprogramme für betroffene Gemeinden. Die offizielle Kampagnenseite beschreibt den Walk als Veranstaltung zur Unterstützung von Israelis in Not und zur Feier jüdischen Lebens.

Damit bekam der Marsch eine doppelte Bedeutung. Er war ein öffentliches Zeichen in Kanada und zugleich eine praktische Hilfe für Israel. Während Israelis weiterhin mit Raketenalarm, Evakuierungen, Traumata und Unsicherheit leben, zeigte eine große jüdische Diaspora-Gemeinschaft: Die Verbindung zu Israel ist nicht nur symbolisch. Sie ist persönlich, politisch und konkret.

Für deutsche Leser ist dieser Blick nach Toronto mehr als ein Auslandsthema. Auch in Deutschland müssen jüdische Einrichtungen geschützt werden. Auch hier werden proisraelische Veranstaltungen angefeindet. Auch hier erleben viele Juden seit dem 7. Oktober, dass öffentliche Solidarität mit Israel nicht mehr selbstverständlich ist, sondern Mut verlangt. Toronto zeigt, dass jüdische Gemeinden darauf nicht nur mit Rückzug reagieren. Sie können sichtbar bleiben, organisiert auftreten, Verbündete sammeln und ihre Verbindung zu Israel öffentlich verteidigen.

Die Zahl von 60.000 Teilnehmern ist deshalb mehr als eine Statistik. Sie steht für Menschen, die sich trotz Gegenprotesten und Sicherheitslage nicht aus dem öffentlichen Raum verdrängen ließen. Sie steht für eine jüdische Gemeinschaft, die nicht zulässt, dass AntisemitismusAntisemitismus: Judenhass in alten und neuen FormenAntisemitismus bezeichnet Judenhass und Feindschaft gegen Juden. Er reicht von Vorurteilen und Verschwörungserzählungen bis zu Ausgrenzung, Bedrohung und Gewalt.Mehr lesen und antiisraelischer Druck das Bild der Stadt bestimmen. Und sie steht für eine Solidarität mit Israel, die gerade dann sichtbar wird, wenn Gegner hoffen, jüdische Stimmen würden leiser.

Toronto hat an diesem Sonntag gezeigt, wie jüdische Selbstbehauptung in der Diaspora aussehen kann: offen, friedlich, sichtbar und geschützt, aber nicht eingeschüchtert. Der starke Polizeischutz war notwendig. Der Teilnehmerrekord war die Antwort.




Autor: Redaktion
Dienstag, 09 Juni 2026

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