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Iran verweigert gemeinsames Foto, während Pakistan in der Schweiz von Weltfrieden spricht

Iran verweigert gemeinsames Foto, während Pakistan in der Schweiz von Weltfrieden spricht


In Bürgenstock verkaufen Vermittler die Iran-Gespräche als historischen Friedenstag. Doch Teherans Auftreten zeigt, wie brüchig diese Inszenierung ist.

Iran verweigert gemeinsames Foto, während Pakistan in der Schweiz von Weltfrieden spricht
Bildnachweis: Symbolbild / KI

Nach Trumps Drohung mit einer möglichen US-Kontrolle über die Straße von HormusStraße von Hormus: Die gefährlichste Engstelle der WeltwirtschaftDie Straße von Hormus ist eine Meerenge zwischen Iran und Oman. Sie verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman und ist eine der wichtigsten Routen für Öl und Flüssigerdgas weltweit.Mehr lesen versucht die Schweizer Verhandlungsrunde nun, das Bild einer großen Friedensinitiative zu erzeugen. In Bürgenstock traten Vertreter der USA, Pakistans und Katars vor die Presse und sprachen von Fortschritt, regionaler Ordnung und einer möglichen historischen Wende. Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif dankte Donald Trump ausdrücklich für dessen Rolle und erklärte, man erlebe einen großen Tag, der zum Weltfrieden führen werde. US-Vizepräsident JD Vance sprach von Trumps Führung, von Diplomatie und von einem Nahen Osten, der in zehn Jahren anders aussehen solle als heute.

Das klingt nach Aufbruch. Doch schon am ersten Tag zeigte sich, wie brüchig diese Inszenierung ist. Nach Angaben der JerusalemJerusalem: Hauptstadt Israels und Herz jüdischer GeschichteJerusalem ist die Hauptstadt Israels und die größte Stadt des Landes. Für Juden ist sie seit Jahrtausenden religiöser und historischer Mittelpunkt. Zugleich ist Jerusalem auch für Christen und Muslime heilig und steht im Zentrum politischer Streitfragen.Mehr lesen Post unter Berufung auf Maariv und eine iranische Quelle bei Tasnim soll die iranische Delegation ein gemeinsames Gruppenfoto mit der amerikanischen Delegation verweigert haben. Der iranische Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf soll zudem nicht zur Pressekonferenz erschienen sein. Wer Weltfrieden ausruft, aber nicht einmal ein gemeinsames Bild zustande bringt, sollte vorsichtig sein mit großen Worten.

Genau darin liegt der politische Kern dieses Treffens. Die Schweiz liefert den würdigen Rahmen, Pakistan und Katar den vermittelnden Ton, Washington die Erzählung von Trumps diplomatischer Stärke. Iran aber zeigt schon in den Symbolen, dass es die Gespräche nicht als Kapitulation versteht. Teheran sitzt nicht am Tisch, um seine Machtarchitektur einfach abzubauen. Es sitzt dort, um Bedingungen zu stellen, Zeit zu gewinnen, wirtschaftliche Entlastung zu erreichen und seine regionalen Hebel möglichst teuer zu verkaufen.

Besonders deutlich wird das am Libanon. Nach Angaben der Jerusalem Post wurde eine Sondersitzung zum Konflikt zwischen IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen und der HisbollahHisbollah: Irans Terrorarmee im LibanonDie Hisbollah ist eine schiitisch islamistische Organisation im Libanon. Sie wurde in den frühen 1980er Jahren mit Unterstützung des Iran aufgebaut, verfügt über eine politische und militärische Struktur und wird von den USA, Israel und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen in die Gespräche aufgenommen. Weder Israel noch die Hisbollah nehmen daran teil. Das allein sagt viel über die Schieflage des Prozesses. Über Israels Sicherheitslage im Norden wird verhandelt, während Jerusalem nicht direkt am Tisch sitzt. Die Hisbollah, die den Süden Libanons über Jahre in eine bewaffnete Front gegen Israel verwandelt hat, sitzt ebenfalls nicht offiziell dort, aber ihr Schutzpatron Iran macht ihren Bestand zum politischen Druckmittel.

Vance erklärte auf eine Frage zu Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, man habe in den vergangenen Tagen große Fortschritte erzielt, um die Waffenruhe im Libanon zu sichern. Er betonte, die USA hätten mehr getan, um den Konflikt im Libanon zu stoppen, als jede andere Regierung in den vergangenen Monaten. Diese Aussage mag in Washington als Stärke verkauft werden. Aus israelischer Sicht klingt sie gefährlich selbstzufrieden. Denn eine Waffenruhe ist nur dann mehr als ein Papier, wenn die Hisbollah nicht wieder aufrüsten, sich nicht neu eingraben und nicht erneut israelische Gemeinden bedrohen kann.

Das ist keine theoretische Frage. Israels Norden hat erlebt, was es bedeutet, wenn eine iranisch gestützte Terrororganisation über Jahre Raketen, Drohnen, Panzerabwehrwaffen und Stellungen direkt an der Grenze aufbaut. Wer jetzt in der Schweiz über Ruhe im Libanon spricht, muss zuerst erklären, wie diese Bedrohung dauerhaft beseitigt werden soll. Eine Feuerpause, die Israel zum Stillhalten verpflichtet, während die Hisbollah ihre Struktur erhält, ist keine Friedensordnung. Sie ist eine Verschiebung des nächsten Krieges.

Auch die Straße von Hormus bleibt Teil dieses Machtspiels. Die USA bestreiten nach Angaben der Jerusalem Post iranische Behauptungen, die Meerenge sei vollständig geschlossen, und verweisen darauf, dass Handelsschiffe die Route weiterhin genutzt hätten. Gleichzeitig berichten iranische Quellen, die Durchfahrt werde nicht wieder freigegeben, solange die Waffenruhe im Libanon nicht respektiert werde. Das bedeutet: Iran verknüpft globale Energieversorgung, Libanon und seine eigene Verhandlungsposition zu einem einzigen Druckpaket.

Genau deshalb ist die Friedensrhetorik aus Bürgenstock so problematisch. Sie klingt, als gehe es um einen geordneten diplomatischen Prozess. Tatsächlich aber geht es um einen regionalen Machtkampf nach dem Iran-Krieg 2026. Teheran wurde militärisch getroffen, politisch aber nicht gebrochen. Es versucht nun, die Trümmer seiner alten Abschreckung in neue Verhandlungsmacht zu verwandeln. Hormus, Hisbollah, Urananreicherung, eingefrorene Gelder und Ölsanktionen gehören für Iran zusammen. Wer diese Themen trennt, versteht die Strategie des Regimes nicht.

Pakistan spielt dabei die Rolle des optimistischen Vermittlers. Katar spricht von einem Anfang. Vance stellt Trump als Architekten einer neuen Ordnung dar. Doch die wichtigste Frage bleibt unbeantwortet: Was gibt Iran wirklich auf? Wenn Teheran weiter an Urananreicherung festhält, seine Raketen nicht ernsthaft begrenzt, seine Stellvertreter nicht stoppt und zugleich auf wirtschaftliche Erleichterungen drängt, dann ist der Begriff Frieden zu groß für das, was in Bürgenstock geschieht.

Für Israel zählt nicht, ob in der Schweiz schöne Sätze fallen. Für Israel zählt, ob Familien in Kiryat Shmona, Metula, Nahariya und anderen Orten im Norden wieder sicher leben können. Für Israel zählt, ob die Hisbollah zurückgedrängt wird oder nur eine Pause erhält. Für Israel zählt, ob Iran tatsächlich geschwächt wird oder ob es durch Diplomatie das zurückbekommt, was es militärisch verloren hat.

Kein anderer Staat würde akzeptieren, dass über seine Grenzsicherheit verhandelt wird, während die bewaffnete Bedrohung bestehen bleibt. Kein anderer Staat würde seinen Bürgern erklären, sie müssten auf Schutz verzichten, weil Vermittler in einem Schweizer Luxushotel von Weltfrieden sprechen. Genau diesen Maßstab muss man auch an Israel anlegen.

Die Bilder aus Bürgenstock sollen Stabilität zeigen. Doch zwischen den Worten liegt Misstrauen. Iran verweigert das gemeinsame Foto, Vance redet von Fortschritt, Pakistan feiert einen großen Tag, Katar spricht vom Beginn, Trump droht parallel mit Gewalt und Hormus bleibt umstritten. Das ist keine stabile Friedensarchitektur. Es ist ein diplomatisches Tauziehen, bei dem Israel sehr genau darauf achten muss, nicht zum Preis einer amerikanisch-iranischen Einigung zu werden.




Autor: Redaktion
Sonntag, 21 Juni 2026

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