Deutschland vor der Bundestagswahl: Ist Hitler ein Antisemit?

Deutschland vor der Bundestagswahl:

Ist Hitler ein Antisemit?




von Dr. Nathan Warszawski

Es herrscht Wahlkampf in Deutschland. Die größten Chancen, die nächste Regierung zu stellen, haben CDU/CSU gemeinsam mit der SPD. Kein schlechte Konstellation, vor allem da sie sich von der jetzigen Verbindung zwischen CDU/CSU/FDP nicht merklich unterscheiden wird. SPD und Grüne werden hoffentlich keine Mehrheit finden, es sei, sie werden von den Linken gestützt. Die Bürger werden dann auf letzte Freiheiten und viel Geld verzichten müssen. Es ist unwahrscheinlich, dass die Stromversorgung zusammenbrechen wird. Und wenn doch, dann werden Atomkraftwerke angeworfen. Schließlich will in der Demokratie jede Regierung wiedergewählt werden.

Die Parteien, die in die Regierung drängen, malen eine gefährliche Unbekannte an die Wand: Die €-Skeptiker der Alternativen für Deutschland AfD, könnten alle Planspiele über den Haufen werfen. Deshalb raten alle im Bundestag vertretenen Parteien, die AfD nicht zu wählen, lieber gar nicht wählen zu gehen, als das entscheidende Kreuz an falscher Stelle zu setzen. Sie sagen, dass die AfD einer faschistischer Ideologie anhängen soll, gar antisemitisch sei. Mag sein. Doch sind diejenigen, die solches behaupten, nicht selber Faschisten und Antisemiten, die in allen Parteien ein geregeltes Auskommen finden?

Sollte die AfD die 5%-Hürde überspringen und in den Bundestag einziehen, dann wird aus mathematischen Gründen eine große Koalition die nächsten vier Jahre regieren. Kein schlechte Konstellation. Eigentlich die beste.

Zurück zur Überschrift. Die Frage wird wohl jeder normal denkende Mensch bejahen. Hitler hat nie daran zweifeln lassen, dass er ein überzeugter Antisemit gewesen ist. Doch die Frage ist in der grammatikalischen Gegenwart gestellt. Verständlich lautet sie: Würde heute ein Mensch des öffentlichen Lebens, ein Politiker, Wissenschaftler, Kapitalist, Antisemitismusforscher, Nahostexperte oder Journalist, der sich zu Hitlers judenfeindlichem Weltbild offen bekennt, vom Mainstream als Antisemit bezeichnet werden?

Die Juden im heutigen Deutschland spielen keine wichtige Rolle, als dass Politiker sich gegenseitig des Antisemitismus bezichtigen müssten – mit Ausnahme der neu hinzugekommenen AfD, die die etablierten Parteien in ihren ausgetretenen Trampelpfaden stört. Die militärische Lage in Syrien lässt Israel in die Vergessenheit geraten. Die in Deutschland von mehr als 80% der Bevölkerung geliebte Behauptung, dass ohne Israel der Nahe Osten eine Oase des Friedens wäre, verhallt momentan unerwidert. Die Behauptung wird erneut erschallen, wenn ein westlicher militärischer Eingriff gegen Syrien nicht den welch auch immer gewünschten Effekt erzeugt. Derzeit genießen alle Juden die Galgenfrist, aus dem Wahlkampf herausgehalten zu werden. Juden leiden nicht unter Galgenfristen, sie profitieren davon.

Zurück zum Thema. Was ist Antisemitismus? Da der Antisemitismus genauso anpassungsfähig wie Juden ist, lässt er sich nicht definieren. Antisemitismus kann nur tautologisch erklärt werden mit einem sprachlichen Trick, der wissenschaftlich klingt: Antisemitismus ist der ungerechtfertigte physische oder semantischen Angriff auf Juden. Die Täter sind Antisemiten. Semantisch, da der Angriff verbal oder bildmäßig erfolgt.

Wenn ein körperlicher Angriff auf einen Menschen deshalb strafbar wäre, weil der Angegriffene Jude ist, dann wäre der Antisemitismus zumindest rechtlich geächtet. Doch der ungerechtfertigte körperliche Angriff ist immer strafbar, unabhängig von der Religionszugehörigkeit des Opfers. Verfolgt man die Meldungen der Presse, so drängt sich der Verdacht auf, dass antisemitische oder rassistische Gewalttaten im Vergleich zu „normalen“ Gewaltanwendungen milder bestraft werden, wenn der Täter einer Minorität angehört. So gesehen haben zu Unrecht angegriffene Juden in Deutschland eine höhere Wahrscheinlichkeit, dass ihre Misshandler bestraft werden, wenn die Religionszugehörigkeit der Opfer und der Täter vor Gericht und Presse unerwähnt bleibt.

Wir konstatieren, dass der gewalttätige Antisemitismus heute kein Eigenleben, keine juristische Existenzberechtigung hat und unter „normaler“ Gewaltanwendung subsumiert wird. Bleibt der Angriff auf Juden in Wort und Bild.

Der Künstler, der einen Juden auf der Domplatte zu Köln präsentiert, wie er ein palästinensischen Kind verspeist, und der Musiker, der in Düsseldorf ein Schwein aus Plastik mit Davidstern, bekannter unter den Namen “Judenstern”, auf der Bühne aufbläst, ist kein Antisemit, sondern übt legitim die Freiheit der Kunst aus. Auch das Zeigen des Hitlergrußes ist im kunstsinnigen Deutschland erlaubt. Lediglich die verbale form des Antisemitismus, dass der Judenstaat schuld am nicht vorhandenen Weltfrieden ist, fällt nicht unter der Freiheit der Kunst, sondern in die medizinische Rubrik der Alterssenilität, die in Deutschland ebenfalls keine Straftat darstellt. Dabei spielt das Alter und der Geisteszustand der Multiplikatoren, ob einfache Journalisten oder vermögende Verleger, keine Rolle.

Echter Antisemitismus kommt nur noch unter tumben Deutschen vor, die alkoholisiert ihrer Zunge freien Lauf lassen und zum Mord an Juden aufrufen, statt ungestraft iranische Herrscher zu zitieren. Die Minorität der echten Antisemiten spielt im politischen Leben Deutschlands keine Rolle mehr.

Somit gibt es im Deutschland des Wahlkampfes keinen Antisemitismus. Und somit wäre Hitler heute kein Antisemit. Er würde zu Recht als Antifaschist durchgehen und würde sich von dem ihm zujubelnden Pazifisten und Versteher toter Juden weder äußerlich, noch innerlich unterscheiden. Er wird für wenig Geld sicherheitshalber einen orthodoxen europäischen oder säkularen israelischen Alibijuden finden, der ihm, wie nach 1945, einen Persilschein aushändigen wird, obwohl dafür heute keine Notwendigkeit besteht.

 

Numeri 24 : 9 - Foto: von Muzej Revolucije Narodnosti Jugoslavije ; this edited version : Sting (Image:Benito_Mussolini_and_Adolf_Hitler.jpg) [Public domain], via Wikimedia Commons

 

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Autor: fischerde
Bild Quelle:


Montag, 09 September 2013






Deutschland braucht einen "Wadenbeisser" im Parlament. Als die Turnschufraktion damals erstmals einzog stellte sie unbequeme Fragen. Ich erhoffe mir das auch von der AfD.

Nichtwählen ist jedenfalls denkbar undemokratisch.