Internationaler Protest gegen Aufwertung antiisraelischer Propaganda in Deutschland

Internationaler Protest gegen Aufwertung antiisraelischer Propaganda in Deutschland




In seiner Reihe Die Story wollte der Staatsfunk am Montag wissen, “wie judenfeindlich ist Deutschland?” Vom Zentrum für Antisemitismusforschung (ZfA) in Berlin, laut Selbstdarstellung “zählt [es] zu den weltweit bedeutendsten Einrichtungen seiner Art”, erhoffte Das Erste sich offenbar keine Antwort.

Weshalb das so ist, wird beim Blick auf die Aktivitäten dieser “bedeutendsten” Einrichtung klar. Am übernächsten Wochenende lädt das ZfA gemeinsam mit der Stiftung “Erinnerung, Verantwortung, Zukunft” (EVZ) und dem Jüdischen Museum zu einer Konferenz, die der britische Philosoph Brian Klug mit einer Keynote bereichern soll.

Will die Konferenz “Antisemitism in Europe Today” untersuchen und besprechen, erhoffen sich die Veranstalter von Brian Klug offenbar Aufklärung darüber, was das denn eigentlich sein könnte: Antisemitismus. “What do we mean when we say ‘antisemitism’?”, so ist der öffentliche Vortrag des Keynote Speakers überschrieben.

Nun ist die Herstellung begrifflicher Klarheit an sich gar keine schlechte Idee. Doch ausgerechnet Brian Klug damit zu beauftragen, das Phänomen Antisemitismus näher zu definieren, ist ein Ausweis moralischer wie wissenschaftlicher Unredlichkeit, die ihresgleichen sucht: Brian Klug nämlich ist berüchtigt dafür, “modernen” Antisemitismus zu leugnen.

Schon im April 2004 analysierte Gidon D. Remba, damals Repräsentant von Peace Now (!) in Chicago, “in his zealous effort to reject the logic of the ‘new anti-Semitism’ writers, Klug refuses to admit the pervasiveness of anti-Jewish racism that today underlies much of the anti-Zionism an anti-Israel invective in the Arab world and on the European left”.

Und auch heute zeigen sich namhafte Antisemitismusforscher aus aller Welt entsetzt darüber, daß Brian Klug in Berlin die große Bühne überlassen wird. In einem Dossier, das das Berlin International Center for the Study of Antisemitism (BICSA) am Mittwoch veröffentlichte, kommentiert etwa Gerald Steinberg, Politikwissenschaftler und Gründer von NGO Monitor, die Einladung Brian Klugs:

“Instead of learning from history, these German institutions have shamefully allowed themselves to contribute to the spread of hatred and modern antisemitism in the form of anti-Zionism, while abusing the memory of the Holocaust.”

“Klug is no objective academic; he is an agitator with a political agenda”, urteilt Sam Westrop, während Jörg Rensmann ergänzt, die Wahl Brian Klugs dokumentiere “the increasing tendency in Germany to give anti-Zionist motivated delegitimization of the sovereign Jewish state more and more space, both on a cultural and academic level”.

Efraim Karsh nennt den Gedanken daran, daß das Jüdische Museum in Berlin zum 75. Jahrestag der “Reichskristallnacht” mit Brian Klug einen Gegner Israels auftreten läßt, “mind boggling”, während Samuel Laster dem ZfA vorwirft, es umgebe sich “with alibi-Jews and we-distance-ourself-Jews who uninhibitedly devote themselves to their ‘criticism of Israel’”.

Clemens Heni, Gründer und Direktor des BICSA, wiederum erinnert daran, daß Brian Klug in der deutschen Hauptstadt schon einschlägig bekannt ist: mehrfach hielt er auf Einladung der antiisraelischen Gruppierung AK Nahost, die auch Verbindungen zu den international agierenden Schlägern des BDS Movement pflegt, Vorträge in Berlin.

In diesem Rahmen allerdings blieben “Israelkritiker” unter sich. ZfA, EVZ und Jüdisches Museum, sollte man meinen, haben als Institutionen, die sich “seriös” oder gar “bedeutend” nennen, kein Interesse daran, sich zweifelhaften Gruppierungen wie dem AK Nahost anzunähern. De facto aber tun sie es, wenn auch sie Brian Klug einladen.

Bislang mehr als ein Dutzend Anmerkungen und Kommentare internationaler Wissenschaftler, die das BICSA-Dossier versammelt, zeichnen ein erschreckende Bild vom Zustand deutscher staatlicher Antisemitismusforschung, die sich einer “Bedeutsamkeit” rühmt, über die sie doch nur noch als Negativbeispiel verfügt.

 

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Autor: fischerde
Bild Quelle:


Donnerstag, 31 Oktober 2013