Vertauschung von Tätern und Opfern: "Gedenkkultur" auf den Hund gekommen

Vertauschung von Tätern und Opfern:

"Gedenkkultur" auf den Hund gekommen




von Dr. Tilman Tarach

Gastbeitrag von Tilman Tarach

Wenn es noch eines Beweises bedurfte, daß das, was gemeinhin als “Deutsche Gedenkkultur” firmiert, vor allem eine widerliche Vertauschung von Opfern und Tätern propagiert, dann ist es wohl die geplante Veranstaltung eines Holocaustleugners oder -relativierers, eines Chemtrail-Irren, eines 9/11-"Truthers", eines Freundes von Neturei Karta und den Taliban, auf der Gedenkstätte des KZ Sachsenhausen. Meine Nachricht an die Zuständigen:

From: Tilman Tarach

To: info@gedenkstaette-sachsenhausen.de

Sent: Thursday, June 05, 2014 12:36 PM

Subject: Ihre Veranstaltung am 20. Juli

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich wurde darüber informiert, dass auf Ihrer Veranstaltung am 20. Juli in der Gedenkstätte Sachsenhausen neben Astrid Ley auch Christoph Hörstel sprechen wird. Ist das Ihr Ernst? Möchten Sie vielleicht demnächst auch Horst Mahler oder David Duke einladen?

Ich bitte um Stellungnahme.

MfG

Tilman Tarach

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Auf einem von Hörstel eingestellten Veranstaltungshinweis heißt es:

14:00 Uhr: Führung über das ehemalige KZ-Gelände durch die sachkundige Buchautorin Dr. Astrid Ley

16 Uhr: Veranstaltung auf dem Gelände im Gedenkbereich

Einführung: Dr. Astrid Ley & Christoph Hörstel

Was Hörstel über den Holocaust denkt, kann man einem Geplänkel auf seiner Facebook-Seite entnehmen. Hier einige Auszüge:

Simon Steiner:

“Herr Hörstel, Sie sollten die Menschen eher mal über die Wahrheit des „Holocaust“ und der Deutschen Vergangenheit aufklären. Oder wollen Sie mir sagen, sie hätten noch nie etwas von den Revisionisten gehört?”

Christoph Hörstel:

“Simon Steiner Jo. Alles zu seiner Zeit. Jetzt ist erstmal der 20. Juli dran.”

Simon Steiner (zu einem anderen Teilnehmer):

“Deine Ansicht von Hitler, dass er ein Verbrecher gewesen wäre, basiert immer noch auf der etablierten Geschichtsschreibung, nach der Hitler den zweiten Weltkrieg verursacht hätte und die Welt erobern wollte, was ja schon lange widerlegt ist. Dass man Juden in KZs steckte, war vielleicht nicht gerade feinfühlig, aber wenn man bedenkt, wie das Deutsche Volk vor 1933 regelrecht ausgehungert und wie viele Russen unter der jüdischen Bolschewistenherrschaft ermordet wurden, sehen die Verbrechen der Nationalsozialisten gleich viel weniger schlimm aus. (…)”

Eine Antwort der Gedenkstättenleitung steht aus.

UPDATE: Die Gedenkstätte hat Christoph Hörstel inzwischen abgesagt. Man habe erst nach den vielen Anfragen in Erfahrung gebracht, wer er ist, zudem habe es sich um eine “Drittveranstaltung” gehandelt. Anders als Hörstel in seiner Veranstaltungsankündigung behauptet, sei eine Beteiligung der Gedenkstätte oder ein gemeinsamer Auftritt ihrer stellv. Leiterin Astrid Ley mit Hörstel allerdings nie vorgesehen gewesen, so die Darstellung des Pressevertreters der Gedenkstätte.via Thomas von der Osten-Sacken in der Jungle World.

 

via Thomas von der Osten-Sacken in der Jungle World. - Foto: Eingang des KZ Sachsenhausen - die Täter aus dem "Volk der Dichter und Denker" verhöhnen zynisch die Opfer (Foto: von Mendeztrives (Eigenes Werk) [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html), CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/) oder FAL], via Wikimedia Commons)

 

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Autor: fischerde
Bild Quelle:


Samstag, 07 Juni 2014