Ein (un)passender Vergleich: Erweiterter Suizid vs. Selbstmordattentat

Ein (un)passender Vergleich:

Erweiterter Suizid vs. Selbstmordattentat




von Dr. Nathan Warszawski

Seit Kurzem sind wir um einen Begriff reicher: der erweiterte Suizid. Dieser Selbstmord schließt neben dem Selbstmörder weitere Tote ein, die selten mit ihrer Tötung einverstanden sind. Üblicherweise nimmt der Selbstmörder weitere Opfer billigend in Kauf. In manchen Fällen werden Menschen in der Umgebung des Selbstmörders mit Absicht ermordet, auch wenn sich diese Menschen nur zufällig am Ort der Tat befinden.

Die Absicht eines terroristischen Selbstmordattentäters besteht immer darin, Personen durch das Selbstmordattentat zu töten. Es ist also nicht das Factum, sondern die dahinter stehende Absicht, die den erweiterten Suizid vom Selbstmordattentat unterscheidet. Beim Amoklauf ist eine klare Unterscheidung nicht mehr gegeben. Der Amoklauf wird als eine Spezialität unter dem erweiterten Suizid verbucht.

Beim Flugzeugabsturz in den südfranzösischen Alpen mit insgesamt 150 Menschenopfern fällt es schwer von einem erweiterten Suizid zu sprechen. Allzu sehr ähnelt das Unglück einem vulgären Terroranschlag, wie wir ihn alle als 9/11 in New York fest in Erinnerung haben. Wegen den vielen Opfern in beiden Türmen des World Trade Centers treten die 147 getöteten Passagiere und Besatzungsmitglieder in beiden Flugzeugen zurück.

Sowohl erweiterte Suizide, als auch Selbstmordattentate können auf religiöse oder politische Vorstellungen basieren. Der erweiterte Suizide und das Selbstmordattentat weisen nicht nur auffällige Ähnlichkeiten, sondern große Übereinstimmungen auf. Selbst die Reaktionen oberster Politiker und der Medien auf beide Mordarten stimmen überein.

Eine Unterscheidung zwischen beiden Mordarten ist gesellschaftlich, politisch, wirtschaftlich und sprachlich nicht gerechtfertigt.

Es geht nicht darum, den jungen Co-Piloten aus Montabaur als Terroristen darzustellen. Die Verhinderung solcher seltenen Attentate obliegt nun den Fluggesellschaften. Es geht umgekehrt darum, aus dem Flugzeugabsturz Schlussfolgerungen auf gewöhnliche Terroristen zu ziehen. Da beide Selbstmordarten große Übereinstimmungen aufweisen, ist dies zweifellos angesagt.

Djihadisten, die für den Islamischen Staat in den Krieg ziehen, Mitglieder der Hamas, die wahllos israelische Bürger umbringen, sind letztendlich Selbstmordattentäter, da die Aktivisten mit ihrem eigenen Tod rechnen. Sie sind gewöhnlich männlich und jung wie der Co-Pilot aus Montabaur und entstammen der bürgerlichen Mittelschicht. Äußerlichkeiten, wie der Ruf „Allahu Akbar“ kurz vor Verrichtung ihrer ruchlosen Tat und ihrem Ableben, sind nicht entscheidend. Entscheidend ist, dass die Selbstmörder an psychischen Problemen in Form von Wahrnehmungsverzerrungen leiden. Bedeutend ist auch, dass die Selbstmörder eine möglichst hohe Publicity anstreben, die sie auch von Politik und insbesondere Medien erhalten.

Kann man Piloten mit Djihadisten vergleichen? Die Zahl der Djihadisten wird auf 100.000 geschätzt, die der Sunniten auf 1.300.000.000. Ungefähr 1/10 Promille der Sunniten sind Terroristen. Unter den Piloten Deutschlands oder weltweit wird der Anteil nicht signifikant verschieden sein. Nehmen wir jedoch die Unterabteilung der zum (sunnitischen) Islam Konvertierten, so ergibt sich ein anderes Bild. In Deutschland werden 30.000 zum Islam Konvertierte angenommen. Davon sind etwa 300 Djihadisten, die sich im Islamischen Staat verdingen, was einem Anteil von 1% entspricht, also dem 100-fachen Anteil selbstmörderischer Flugzeugpiloten entspricht.

Woher stammt die Diskrepanz? Es ist offensichtlich, dass ein Flug in die Türkei einfacher zu buchen ist als der Erwerb einer Fluglizenz bei der Lufthansa. Somit können wir sicher davon ausgehen, dass der IQ eines Terrorpiloten den eines Djihadisten bei Weitem übertrifft. Die Zugehörigkeit zur Zunft der Piloten ist schwieriger zu erlangen als die Zugehörigkeit zum Islam, die nur wenige Momente beansprucht. Dies ist ein bemerkenswert wichtiger Unterschied, der nicht unterschlagen werden soll!

Der erweiterte Selbstmord des Piloten kann, muss jedoch nicht eine politische oder religiöse Forderung enthalten. Genauso verhält es sich bei dem Djihadisten. Deren fehlendes Wissen über den Islam schließt jegliche religiöse, deren niedriger IQ und geringes Allgemeinwissen schließt jegliche vernünftige politische Forderung aus.

Bedeutet das, dass die ruchlosen Taten des Djihadisten unislamisch sind? Nicht unbedingt! Wie die Fluglizenz ist der Übertritt zum Islam der Schlüssel zum Terror. 99% der deutschen Islam-Konvertiten sind keine Terroristen, jedoch 100 Mal öfters als Piloten, die zu 99,99% nichts mit Terrorismus im Sinn haben. Der Flug in die Türkei ist somit sicherer als der anschließende Aufenthalt in der Türkei.

Ein einflussreicher Imam aus Ägypten predigt, dass Muslime sich aller vorhandenen Waffen bemächtigen dürfen, um Ungläubige ( = Nicht-Sunniten ) zu töten. Neben Messer und Beile empfiehlt der Gottesmann PKWs, die in die Menge rasen. Ein Auto ist zwar ein schwächeres Mordwerkzeug als ein Flugzeug, wird jedoch im Nahen Osten oft und mit großem Erfolg eingesetzt.

Worauf müssen wir in Europa uns gefasst machen?

Der erweiterte Selbstmord im Flugzeug wird Nachahmer finden, insbesondere bei Billigfluglinien, deren Sicherheitsstandards gegenüber teuren Fluglinien herabgesenkt sind. Die Angst der potentiellen Fluggäste wird viele Fluglinien in den Konkurs schlittern lassen, was zu einer Erhöhung der Flugpreise führen wird. Wahrscheinlich wird die deutsche Bundesregierung diesen glücklichen Umstand ausnützen, um die Kerosinsteuer von den Fluglinien einzutreiben, was zu einer zusätzlichen Preiserhöhung der Flüge führen wird.

Begrenzte terroristische Attentate (PKW, Messer, Beil) werden nicht nur in islamischen Ländern, sondern auch in Europa zunehmen. Von diesen Attentaten werden wie üblich mehr Muslime als Nichtmuslime betroffen sein, was die Anzahl und Größe der No-go-Areas vermehren und vergrößern wird.

Bereits jetzt sieht eine Verordnung vor, dass immer mindestens zwei Personen während des Fluges sich im Cockpit befinden müssen, was einen Generalverdacht gegenüber Piloten bedeutet. Der Generalverdacht wird sich ohne größere Gegenwehr auf weitere Bereiche ausdehnen, wie die Videoüberwachung ganzer Städte. Der Datenschutz, der bereits heute durchlöchert ist, hört auf zu existieren. Darunter werden auch Flüchtlinge und Asylsuchende leiden, die schneller abgeschoben werden.

Politiker haben das schlimme Geschehen in den französischen Alpen als „unfassbar“ bezeichnet, was keinesfalls der Realität entspricht. Der an Terror aus dem Fernsehen gewöhnte Konsument hat den Flugzeugabsturz gut und realistisch verarbeitet. Es sind die Politiker und in ihrem Tross die Medien, die einen Macht-, Geld- und Einflussverlust befürchten und ihn erleiden werden. Der erweiterte Selbstmord eines Co-Piloten hat die gesellschaftliche und moralische Landschaft Europas für immer verändert. Selbst das Interesse an Griechenland tritt zurück.

 

Numeri 24 : 9

 

Dr. Nathan Warszawski bei haOlam.de (Auswahl):


Autor: joerg
Bild Quelle:


Dienstag, 31 März 2015






Es gibt keine absolute Sicherheit, weder vor Unfällen, noch vor Attentaten noch vor schlechter Kommentierung. Das gilt für alle Politiker und Medien, auch für diesen Fall, die schnelle Einordnung ohne Beweise in die Rubrik "Selbstmord" ist schon erstaunlich.




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