Der Mensch wächst mit seinen Aufgaben: "Peace Now"-Chef bewacht Siedlungen

Der Mensch wächst mit seinen Aufgaben:

"Peace Now"-Chef bewacht Siedlungen




“Schalom Achschav” – oder auf Englisch “Peace Now” – die berühmt-berüchtigte israelische Nichtregierungsorganisation, auf der politischen Karte im extrem-linken Bereich angesiedelt, ist bekannt für ihre radikalen Aktivitäten für die Schaffung eines “totalen Friedens” mit den Palästinensern, die Unterschützung und Vorantreibung palästinenser-orientierten Verhandlungen und Abkommen unter dem Deckmantel israelischer Interessen und vor allem für ihren absoluten Widerstand gegen die israelische Verwaltung von Judäa und Samaria und den Siedlungsbau.

Der Herr und Pressesprecher der “Peace Now”-Bewegung heißt Yariv Oppenheimer, 39 aus dem israelischen Ramat Gan. Ein kompromissloser Eiferer für die Friedensbewegung, ein Kämpfer für ein gerechtes Israel, so wie es seiner Vorstellung, der Vorstellung der Randgruppe der Israelis, die er mit “Peace Now” vertritt, und der europäischen Geldgeber entspricht.

Ohne sich länger über die Ideologie, die Errungenschaften oder die Zukunftspläne dieser Organisation auszulassen, sollte eins klar sein: “Peace Now” und jüdische Siedlungen sind inkompatibel wie Feuer und Wasser.

Allerdings sind die Mitglieder der eifernden Bewegung ganz reguläre israelische Staatsbürger, genau wie ihre Gegenüber, die “Siedler”. Die meisten haben den Armeedienst hinter sich, und wie jeder ehemalige Soldat, der für Reservedienst eingetragen ist, muss diesen mindestens einmal im Jahr erfüllen.

Auch Yariv Oppenheimer blieb davon nicht verschont, und trat diesen Monat (April) in der israelischen khaki Uniform und in voller Kampfmontur seinen Reservedienst bei der Infanterieeinheit an.

Es fragt sich – wo? Ja, in Samaria natürlich!

Reservesoldat Oppenheimer bekam tatsächlich die Mission, die Siedlung Mevo Dotan im Nordwesten Samarias, nahe Jenin, zu bewachen – eine der Siedlungen, für die er und seine Organisation im zivilen Leben alle Anstrengungen an den Tag legten, damit sie geräumt werden würde.

In den israelischen Medien, so YNET, Channel 7/INN und Kikar haShabat, berichtete man nicht ohne Ironie über den neuen “Siedlerwächter”. Yariv Oppenheimer selbst offenbarte sich allerdings in den Interviews als recht offen und interessiert. So berichtete er den Israel National News:

“Die Sicht der IDF auf die Dinge ist anders, und daher ist es einfacher, ein Gespräch aufzubauen, selbst mit dem Wissen im Voraus, dass diese Gespräche unter uns bleiben und keinen Einfluss auf die Arbeit bei “Peace Now” haben werden. Ich bin hier, weil es die Entscheidung der Regierung ist und ich erfülle hier meine bürgerliche Pflicht.”

“Es ist nicht so, dass ich die Realität (der Siedlungen) nicht kenne, aber ich sehe es aus der militärischen Perspektive und aus der Perspektive der Siedler, und das ist noch mal etwas anderes. Ich muss die Realität aus dieser Richtung kennenlernen.”

Im Zuge seines Routineeinsatzes traf er selbstverständlich auf die Einwohner von Mevo Dotan und andere, und es kam auch wie erwartet zu Diskussionen: “Ich habe viele Menschen getroffen und wir hatten sehr interessante Diskussionen. Sie waren sehr höflich und es gab viel gegenseitigen Respekt auf beiden Seiten. Ich habe meine Sicht nicht geändert und auch sie haben ihre Position beibehalten, aber ich habe die Gedankengänge hinter ihr besser verstehen können.”

Wie es auch sonst die Regel ist, so wurde Oppenheimer mit anderen Soldaten in die Häuser der Einwohner eingeladen – eine Praktik, die “Peace Now” seinerzeit gegen den Strich ging. Wie ist seine Stellungname jetzt ausgefallen?

“Du wirst in einer Siedlung oder einem Vorposten eingeladen, einem Ort, den die dort Wohnenden als ihr Heim betrachten, und du bist ein Gast bei ihnen zuhause. Das ist die Stimmung, die vermittelt wird. (…) Es ist keine simple Angelegenheit. Wir sind momentan alle zusammen in demselben Boot. Du bist bei Menschen zuhause eingeladen, und du möchtest menschlich sein, und genauso wollen auch sie menschlich und freundlich sein. Auf der anderen Seite gibt es ideologische Differenzen. Es handelt sich hier um zwei verschiedene Dinge, und man muss versuchen, ein Gleichgewicht zu finden.”

An die Siedler selbst verteilte Yariv Oppenheimer überraschenderweise “Komplimente”:

“Es gibt hier viele ehrliche Menschen. Sehr viel Idealismus, den ich ablehne, aber er ist hier. Die Menschen kommen hierhin nicht aus persönlichen Gründen, sondern um den Staat oder die Realität zu verändern, und das erinnert mich an den Einsatz aus ebensolchen Gründen seitens meiner linksgerichteten Freunde.”

Nicht alle waren überrascht von der Ankunft Oppenheimers in Uniform in Samaria; manche hatten die Einwohner vorgewarnt. Nichtsdestotrotz war die “kulturelle Begegnung” zwischen dem Hauptsiedlergegner und seinen bitteren Opponenten unter der “Schirmherrschaft” der israelischen Armee sicherlich als eine Bereicherung für alle Seiten zu betrachten.

Was könnte man daraus lernen? Sicherlich viel. Mir stechen vor allem zwei Dinge ins Auge:

– Vor allen kulturellen Begegnungen mit palästinensischen Arabern, brauchen Israelis zuallererst Begegnung zwischen Vertretern verschiedener politischer Richtungen unter der eigenen Bevölkerung!

– Die israelische Armee war und ist und wird noch lange ein mächtiger Garant für Integration und gegenseitiges Verständnis innerhalb der israelischen Gesellschaft bleiben. Gut, dass es in Israel einen verpflichtenden Militärdienst gibt, der Berührungspunkte zwischen Menschen schafft, die andersweitig verfremdeter nicht sein könnten: Drusen, Muslime, Christen und Juden; Russen und Marokkaner, Nord-Telaviver und Jerusalemer; “Peaceniks” und Siedler, vereint gemeinsam für eine große Sache – den Schutz des eigenen Landes.

Auf das Wohl der IDF! Auf das Wohl von Mevo Dotan und Yariv Oppenheimer, möge er noch viele Tage im Reservedienst sein!

 

Die Siedlerin - eine jüdische Stimme aus Judäa / Foto: Yariv Oppenheimer noch als AgitProp-Aktivist (Foto: von Oren Rozen (Eigenes Werk) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons)

 

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Autor: joerg
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Dienstag, 21 April 2015






"...Schaffung eines “totalen Friedens”..." Das Vokabular kommt mir irgendwie bekannt vor. Andererseits, Wirrköpfe gibt es auf der ganzen Welt, warum nicht auch bei Juden? ☺

Gab es eigentlich auch nur 1 Menschen in Polen der gegen die neunen Siedlungen im Westen war?Ich denke hätte ein Pole so etwas gesagt hätte man ihn aus dem Land gejagt oder als Nazi an die Russen ausgeliefert.

Das Wichtige ist gegenseitige Achtung und Respekt und das funktioniert unter den Juden mit weit voneinander liegenden Positionen, das ist ein gutes Ergebnis. Schade, dass es unter den Moslems daran meist fehlt.




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