Das Märchen vom gewaltlosen palästinensisch-arabischen `Widerstand´

Das Märchen vom gewaltlosen palästinensisch-arabischen `Widerstand´




Elder of Ziyon, 18. Mai 2011

 

In Foreign Poliy schreibt Yousef Munayyer über „Die verborgene Geschichte der Gewaltlosigkeit Palästinas“. Er impliziert, dass es die erste von palästinensischen Arabern organisierte Gewalt erst 1935 gab:

 

Erst, als gewaltlosen Protesten mit heftiger Unterdrückung begegnet wurde, begannen die palästinensische Guerilla-Bewegungen. Nachdem der 81-jährige Husseini einige Monate, nachdem er geschlagen wurde, starb, organisierte ein junger, in Haifa lebender Imam namens Scheik Izzedin al-Qassam (der Namensgeber des militärischen Arms der Hamas) die erste militante Operation gegen die britische Mandatsregierung. Sein Tod in der Schlacht mit britischen Soldaten entfachte die arabische Rebellion, die 1936 begann und bis 1939 andauerte.

 

Erstaunlich: Munayyer sagt kein Wort zu den arabischen Krawallen von 1920 (5 tote Juden), die arabischen Krawalle von 1921 (43 tote Juden) und die arabischen Pogrome von 1929 (mehr als 100 abgeschlachtete Juden) – Krawalle, die vom berüchtigten Mufti von Jerusalem geplant und koordiniert wurden.

 

Hat er das übersetzen oder war das eine absichtliche Irreführung seitens Munayyers? Nun, werfen wir einen Blick darauf, wie er die arabische Revolte von 1936-1939 beschreibt, die die Araber die Große Rebellion nennen:

 

Die ersten Phasen dieser Revolte begannen mit gewaltlosem Widerstrand in Form von mehr Streiks und Protesten; die Wirtschaft kam sechs Monate lang zum Erliegen, als Palästinenserführer einen Stopp der Arbeit forderten. Dies wurde von der Mandatsregierung harsch niedergeschlagen, wie der britische Historiker Matthew Hughes angibt, darunter mit Bomben auf mehr als 200 Gebäude in Jaffa am 16. Juni 1936. Die Unterdrückung sowohl des gewalttätigen wie des gewaltlosen palästinensischen Widerspruchs vernichtete die Fähigkeit der palästinensischen Gesellschaft beträchtlich, was den Weg für die Entvölkerung Palästinas und zur Gründung des Staates Israel ein Jahrzehnt später ebnete.

 

Die Meinung, dass die ersten sechs Monate der Revolte gewaltfrei waren, ist komplett falsch. Wie ich früher schon bewiesen habe, töteten Araber Juden vom Anfang der Revolte im April 1936 an. Am 22. April wurden in Jaffa sieben umgebracht. Später in derselben Woche wurden rund 6000 Juden aus Angst vor den „gewaltlosen“ Demonstrationen aus ihren Häusern in Jaffa evakuiert.

 

Im Mai wurden drei getötet, als eine Bombe ins Edison-Kino geworfen wurde; drei weitere wurden in Jerusalem tot geschossen.

 

Die „Große Revolte“ war durch und durch gewalttätig und endete mit den Morden nicht nur vieler Juden und Briten, sondern auch damit, dass Araber Hunderte anderer Araber töteten, von denen sie das Gefühl hatten, sie würden ihre Sache nicht genug unterstützen.

 

Monayyer fährt dann damit fort, dass er eine neue Definition von gewaltlosem Widerstand aufbringt:

 

In Wirklichkeit praktizierten, obwohl die Mehrheit der einheimischen Bevölkerung während der Nakba entvölkert wurden, Tausende Palästinenser gewaltlosen Widerstand, indem sie es ablehnten ihre Häuser zu verlassen, als sie bedroht wurden.

 

Here stellt er die Geschichte auf den Kopf. Viele, wenn nicht die meisten arabischen Gemeinden wurden von den Zionisten nicht direkt bedroht – Fakt ist, dass es bedeutende Gemeinden wie Jaffa gab, wo die Zionisten die Araber zum Bleiben aufriefen, aber denjenigen, die blieben, von anderen Arabern wegen „Kollaboration“ mit den Zionisten gedroht wurde. Jetzt sagt Munayyer, dass diejenigen, die blieben, tatsächlich Widerstand gegen die Zionisten leisteten!

 

Mit seinen Lügen ist er damit noch nicht am Ende.

 

Die erste und die zweite Intifada unterschieden sich beträchtlich. In der ersten Intifada der späten 1980-er Jahre wandten die Palästinenser verschiedene gewaltlose Taktiken an, von Massendemonstrationen über Streiks bis hin zu Protesten. Obwohl die überwiegende Mehrheit des Aktivismus gewaltlos war, erinnern sich viele nur an die zumeist symbolischen Steinwürfe.

 

Fakt ist: Während dieser „gewaltlosen“ Intifada wurden 164 Israelis getötet. Nicht nur das, es wurden auch 1000 palästinensisch Araber getötet – von anderen palästinensischen Arabern, die behaupteten, die Getöteten seien „Kollaborateure“!

 

Doch nur 12 der 70.000 israelischen Soldaten, die während der Intifada regelmäßig in den besetzten Gebieten stationiert waren, starben in diesem vierjährigen Aufstand, was klar die Zurückhaltung demonstriert, mit der der palästinensische Widerspruch ausgeübt wurde.

 

Man vermerke, wie er seine Äußerung formuliert, dass „nur“ 12 Soldaten in den Gebieten getötet wurden. Fakt ist, dass rund 60 der Toten Israels Soldaten waren.

 

Die einzige Schlussfolgerung ist, dass Munayyer sein Publikum wissentlich täuscht, indem er sich auf die Tatsache verlässt, dass die meisten Menschen die „Fakten“ nicht überprüfen, die so unmissverständlich geäußert werden.

 

Munayyer versucht den Lesern seiner Kolumne eine Maske über die Augen zu legen. Wir ihn irgendjemand darauf ansprechen?

 

UPDATE: Der sehr sachkundige Yisrael Medad fügt hinzu, dass Al-Qassams organisierte Terrorgruppe um 1930 entstand und dass die erste Gewalttat der arabischen Krawalle von 1936 eine Woche früher stattfand als ich schrieb, nämlich am 15. April; dabei wurden bei Nur Shams zwei Juden ermordet.

 

Aus dem Englischen übersetzt von Heplev.

 

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Autor: haolam.de
Bild Quelle:


Samstag, 28 Mai 2011






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-wiederstand und die befreiung Palästinas.