Es droht die Ökostromlücke

Es droht die Ökostromlücke


Erneuerbare Energien sollen laut Klimaschutzprogramm 2030 der Bundesregierung insgesamt 65 Prozent des nationalen Bruttostromverbrauchs im Jahr 2030 decken.

Es droht die Ökostromlücke

Von Dr. Naftali Neugebauer

Eine Analyse des EWI zeigt, dass Deutschland das 65-Prozent-Ziel deutlich verpassen könnte. Ein Team des EWI hat berechnet, dass der Bruttostromverbrauch bis 2030 auf 748 Terawattstunden (TWh) steigen könnte.

Gleichzeitig würde die Stromerzeugung aus Erneuerbaren auf 345 TWh ansteigen. Der Anteil erneuerbarer Energien würde somit bei nur 46 Prozent statt der anvisierten 65 Prozent liegen.

Ob Deutschland das 65-Prozent-Ziel für 2030 erreicht, hängt vor allem von zwei zentralen Größen ab. Erstens spielt die zukünftige Entwicklung der Stromnachfrage eine zentrale Rolle. Zweitens der Ausbau erneuerbarer Energien, hier werden insbesondere die Windenergie und Photovoltaik entscheidend sein.

Die Bundesregierung geht gemäß BT-Drucksache 19/13900 bis 2030 von einem Bruttostromverbrauch „geringfügig unterhalb des heutigen Niveaus“ von 595 TWh aus.

Das EWI kommt hingegen – basierend auf der dena-Leitstudie und den Zielen gemäß des Klimaschutzprogramms 2030 – auf eine Bruttostromnachfrage von 748 TWh.

Auch ein Vergleich weiterer Szenarien etwa der dena-Leitstudie, des Bundesverbandes der Deutschen Industrie, der Bundesnetzagentur oder des Bundesverbandes Erneuerbare Energie zeigt ein heterogenes Bild für die Stromnachfrage. Die betrachteten Studien gehen jedoch mehrheitlich von einem steigenden Verbrauch aus.

„Zentrale Treiber für den Anstieg sind die wachsende Anzahl von Elektrofahrzeugen und Wärmepumpen“, sagt Max Gierkink, Manager am EWI. „Weiterhin gewinnt die Produktion von grünem Wasserstoff mit Hilfe des Elektrolyseverfahrens an Bedeutung.“

Aus den Analysen resultiert eine Spannbreite von 39% bis 67% für den Anteil erneuerbarer Energien. Bei einer Bruttostromnachfrage von 748 TWh und einer Erzeugung von 345 TWh, entsprechend der EWI-Analyse, wird ein Anteil von 46 Prozent erreicht. „Die Berechnungen für den Ausbau erneuerbarer Energien und die Entwicklung der Stromnachfrage deuten darauf hin, dass Deutschland das 65-Prozent-Ziel im Jahr 2030 verfehlen wird“, sagt Max Gierkink.

 

Glocalist - Quelle/Sender (gekürzt): EWI


Autor: Dr. Naftali Neugebau
Bild Quelle: (c) Pexels.com CCC, Symbolbild


Dienstag, 07 Januar 2020

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