In Berlin wird mit Plakaten zum Mord an Juden aufgerufen – und viele schauen wegIn Berlin wird mit Plakaten zum Mord an Juden aufgerufen – und viele schauen weg
Ein antisemitisches Plakat direkt vor der Humboldt-Universität zeigt: Der Aufruf zur Gewalt gegen Juden ist in der deutschen Hauptstadt längst kein Tabubruch mehr.

Von Christian Wolf (www.c-w-design.de), CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=42539903
In Berlin, mitten im intellektuellen Herzen der Hauptstadt, wenige Meter von einer der angesehensten Universitäten Deutschlands entfernt, klebte ein Plakat, das in seinem Hass und seiner Menschenverachtung keine Fragen offen lässt: Ein Bild des ermordeten israelischen Diplomaten Yaron Lischinsky, darüber das rote HamasHamas: Terrororganisation aus GazaHamas ist eine islamistische palästinensische Terrororganisation. Sie entstand 1987 aus dem Umfeld der Muslimbruderschaft, lehnt Israels Existenz ab und wird von Israel, den USA, der EU und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen-Dreieck und der Aufruf: „Make Zionists afraid“.
Es ist ein Satz, der in der deutschen Sprache harmlos klingt, aber in seinem KontextKontextualisierung: Fakten verständlich einordnenKontextualisierung bedeutet, Informationen in einen Zusammenhang zu stellen. Sie hilft, Ereignisse nicht isoliert zu betrachten, sondern mit Vorgeschichte, Ursachen, Folgen und beteiligten Akteuren zu verstehen.Mehr lesen eindeutig ist. Es ist ein Befehl. Ein Aufruf zur Angst. Und damit ein Aufruf zur Gewalt. Lischinsky war kein Soldat, kein Politiker, kein Kriegsakteur – er war Mitarbeiter der israelischen Botschaft in Washington und wurde in dieser Woche zusammen mit seiner Partnerin in den USA erschossen. Jetzt wird sein Gesicht in Berlin benutzt, um erneut Hass zu säen – gegen ihn, gegen IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen, gegen Juden.
Die Polizei hat das Plakat entfernt, nachdem zwei Bürger auf Social Media Alarm schlugen. Der Staatsschutz ermittelt. Das ist die formale Seite. Die andere Seite, die viel dunklere, ist die Tatsache, dass diese Plakate überhaupt dort hängen konnten – mitten in einem sogenannten „Bildungsviertel“, in unmittelbarer Nähe zur Humboldt-Universität und dem Grimm-Zentrum, einem Ort, an dem eigentlich Wissen, Forschung und Aufklärung regieren sollten. Stattdessen wächst auch hier der Hass.
Das rote Dreieck auf dem Plakat ist kein zufälliges Symbol. Es ist das Markenzeichen der Hamas, jener Terrororganisation, die am 7. Oktober in Israel ein beispielloses Blutbad anrichtete, über 1.200 Menschen ermordete und Hunderte entführte. Dieses Symbol ist längst zu einem Erkennungszeichen radikaler palästinensischer Gruppen geworden. Es prangt inzwischen auf T-Shirts, Stickern, Transparenten. Es ist ein Drohsymbol, vergleichbar mit Runen und Hakenkreuzen.
Der Ruf „Make Zionists afraid“ ist in diesem Kontext keine Meinungsäußerung, sondern ein Aufruf zur Einschüchterung, zur Angst, zum Terror. Wer diesen Satz über dem Bild eines Ermordeten platziert, sagt nicht „Ich bin solidarisch mit Palästinensern“. Er sagt: „Ich wünsche mir mehr Tote wie ihn.“
Was derzeit in Berlin geschieht, ist keine zufällige Entgleisung. Es ist die Folge eines Klimas, das seit Monaten mit Duldung der Politik gedeiht: Demonstrationen, auf denen das Existenzrecht IsraelsExistenzrecht Israels: Das Recht des jüdischen Staates auf SicherheitDas Existenzrecht Israels bezeichnet das Recht des jüdischen Staates, als souveräner Staat sicher und anerkannt zu bestehen. Wer Israel dieses Recht abspricht, kritisiert nicht nur eine Regierung, sondern stellt jüdische Selbstbestimmung grundsätzlich infrage.Mehr lesen in Frage gestellt wird, Universitäten, an denen jüdische Studierende sich nicht mehr sicher fühlen, Kunstprojekte, die antisemitische Botschaften verharmlosen, Parteien, die den Hass auf IsraelIsraelbezogener Antisemitismus: Wenn Israelhass Judenhass wirdIsraelbezogener Antisemitismus liegt vor, wenn Feindschaft gegen Juden auf Israel übertragen wird. Kritik an israelischer Politik ist nicht automatisch antisemitisch. Antisemitisch wird sie, wenn Israel dämonisiert, delegitimiert, mit doppelten Maßstäben behandelt oder Juden weltweit für Israel verantwortlich gemacht werden.Mehr lesen relativieren oder schweigend hinnehmen.
Der Staatsschutz ermittelt nun wegen Billigung von Straftaten und des Verwendens von Kennzeichen terroristischer Organisationen. Das ist das Mindeste. Doch es reicht nicht. Wer Plakate klebt, die das Gesicht eines Ermordeten mit einem Terrorzeichen und einem Gewaltaufruf verbinden, begeht mehr als eine Ordnungswidrigkeit. Er stellt sich bewusst auf die Seite der Mörder.
Dass dieses Plakat in Berlin hing, ist nicht nur ein Fall für Ermittler. Es ist ein moralischer Offenbarungseid für jene, die sich immer noch in der Komfortzone des liberalen AntisemitismusAntisemitismus: Judenhass in alten und neuen FormenAntisemitismus bezeichnet Judenhass und Feindschaft gegen Juden. Er reicht von Vorurteilen und Verschwörungserzählungen bis zu Ausgrenzung, Bedrohung und Gewalt.Mehr lesen wiegen. Für all jene, die „Israelkritik“ sagen, aber Hass meinen. Für jene, die das rote Dreieck nicht sehen wollen, weil es nicht zu ihrem Weltbild passt.
Der Vorfall ist ein Weckruf – und er darf nicht ungehört bleiben. Denn was in Berlin öffentlich plakatiert wird, ist nicht weniger als eine digitale Kopie dessen, was die Hamas auf Flugblätter druckt, bevor sie Raketen schießt. Es ist eine Frontlinie, direkt vor unseren Türen. Und jede Toleranz gegenüber diesen Zeichen und Parolen ist nichts anderes als eine Mittäterschaft.
Autor: Redaktion
Samstag, 24 Mai 2025