Berlin-Kreuzberg: Gewalt und Hamas-Symbole bei spontaner Nahost-DemoBerlin-Kreuzberg: Gewalt und Hamas-Symbole bei spontaner Nahost-Demo
In Berlin kam es am Samstagabend zu Ausschreitungen bei einer spontanen pro-palästinensischen Demonstration. Pyrotechnik, Parolen, Festnahmen – und erneut zeigt sich, wie tief der importierte Hass auf Israel in deutschen Städten verankert ist.

Symbolbild
Im Stadtteil Kreuzberg kam es zu einer spontanen, nicht angemeldeten Demonstration, bei der sich mehrere Dutzend Menschen versammelten. Laut Polizeiangaben wurden am Kottbusser Damm Pyrotechnik gezündet, Mülleimer und E-Roller auf die Fahrbahn geworfen. Insgesamt wurden 15 Personen – neun Männer und sechs Frauen – festgenommen.
Gegen die Festgenommenen laufen acht Strafverfahren, unter anderem wegen Landfriedensbruchs, Beleidigung und des Verwendens von Kennzeichen terroristischer Organisationen. Augenzeugen berichteten von Parolen und Symbolen, die klar der HamasHamas: Terrororganisation aus GazaHamas ist eine islamistische palästinensische Terrororganisation. Sie entstand 1987 aus dem Umfeld der Muslimbruderschaft, lehnt Israels Existenz ab und wird von Israel, den USA, der EU und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen zuzuordnen seien. Die Polizei war mit rund 250 Einsatzkräften in den Stadtteilen Neukölln und Kreuzberg im Einsatz.
Verletzte Einsatzkräfte gab es nicht, doch der Vorfall reiht sich in eine lange Serie ähnlicher Ausschreitungen ein. Seit Beginn des GazaPalästina: Geschichte, Bedeutung und politischer Streit um einen aufgeladenen BegriffPalästina bezeichnet historisch eine Region im südlichen Levantegebiet und politisch heute vor allem den Anspruch auf palästinensische Staatlichkeit. Der Begriff ist eng mit jüdischer Geschichte, dem britischen Mandat, Israel und dem Nahostkonflikt verbunden.Mehr lesen-Krieges hat die Berliner Polizei Dutzende Demonstrationen registriert, bei denen antiisraelische HetzeVolksverhetzung: Wenn Hass strafbar wirdVolksverhetzung ist eine Straftat nach § 130 StGB. Gemeint sind unter anderem Hassaufrufe, Gewaltforderungen oder menschenwürdeverletzende Hetze gegen nationale, religiöse, ethnische oder andere geschützte Gruppen.Mehr lesen, Hamas-Rufe und offen antisemitische Parolen zu hören waren. Was als „Solidarität mit Palästina“ ausgegeben wird, ist immer häufiger eine Bühne für Hass auf IsraelIsraelbezogener Antisemitismus: Wenn Israelhass Judenhass wirdIsraelbezogener Antisemitismus liegt vor, wenn Feindschaft gegen Juden auf Israel übertragen wird. Kritik an israelischer Politik ist nicht automatisch antisemitisch. Antisemitisch wird sie, wenn Israel dämonisiert, delegitimiert, mit doppelten Maßstäben behandelt oder Juden weltweit für Israel verantwortlich gemacht werden.Mehr lesen.
Das Muster wiederholt sich: spontane Kundgebungen, getarnt als Friedensdemonstrationen, in Wahrheit politisch aufgeladen und zunehmend aggressiv. Die Sprache ist nicht die des Protests, sondern die der Feindbilder. Die Parolen stammen direkt aus der PropagandaDesinformation: Gezielte Täuschung der ÖffentlichkeitDesinformation bezeichnet bewusst verbreitete falsche oder irreführende Informationen. Ziel ist häufig, Menschen zu täuschen, Vertrauen zu zerstören, Konflikte zu verschärfen oder politische Entscheidungen zu beeinflussen.Mehr lesen der Hamas, die in Berlin von einer Minderheit lautstark, aber wirkungsvoll nachgeahmt wird.
Kreuzberg und Neukölln stehen damit sinnbildlich für ein Problem, das Deutschland zu lange ignoriert hat: den importierten AntisemitismusAntisemitismus: Judenhass in alten und neuen FormenAntisemitismus bezeichnet Judenhass und Feindschaft gegen Juden. Er reicht von Vorurteilen und Verschwörungserzählungen bis zu Ausgrenzung, Bedrohung und Gewalt.Mehr lesen, der inzwischen mitten in der Gesellschaft angekommen ist. Wenn in Berlin israelische Fahnen verbrannt und Terrororganisationen verherrlicht werden, ist das kein Ausdruck von Meinungsfreiheit, sondern ein Angriff auf die Werte dieses Landes.
Die Berliner Polizei spricht offiziell von einer „angespannten, aber unter Kontrolle gehaltenen Lage“. Doch hinter den nüchternen Einsatzberichten steht eine gesellschaftliche Realität, die beunruhigt: Der Nahostkonflikt ist längst auf deutschen Straßen angekommen – laut, wütend und zunehmend gewaltbereit.
Autor: Redaktion
Sonntag, 05 Oktober 2025