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Stuttgart setzt am 7. Oktober ein Zeichen: Solidarität mit Israel statt Schweigen

Stuttgart setzt am 7. Oktober ein Zeichen: Solidarität mit Israel statt Schweigen


Drei Jahre nach dem Hamas-Massaker im Westlichen Negev versammeln sich Überlebende, jüdische Vertreter und israelsolidarische Organisationen auf dem Stuttgarter Marktplatz. Die Kundgebung richtet sich ausdrücklich gegen Antisemitismus und für sichtbares jüdisches Leben.

Stuttgart setzt am 7. Oktober ein Zeichen: Solidarität mit Israel statt Schweigen
Bildnachweis: Symbolbild / KI

Am Mittwoch, dem 7. Oktober 2026, soll auf dem Stuttgarter Marktplatz ein deutliches Zeichen gesetzt werden: Um 17 Uhr beginnt dort die Kundgebung „Solidarität mit IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen – gegen jeden AntisemitismusAntisemitismus: Judenhass in alten und neuen FormenAntisemitismus bezeichnet Judenhass und Feindschaft gegen Juden. Er reicht von Vorurteilen und Verschwörungserzählungen bis zu Ausgrenzung, Bedrohung und Gewalt.Mehr lesen“. Veranstalter sind die Deutsch-Israelische Gesellschaft Region Stuttgart und die Internationale Christliche Botschaft JerusalemJerusalem: Hauptstadt Israels und Herz jüdischer GeschichteJerusalem ist die Hauptstadt Israels und die größte Stadt des Landes. Für Juden ist sie seit Jahrtausenden religiöser und historischer Mittelpunkt. Zugleich ist Jerusalem auch für Christen und Muslime heilig und steht im Zentrum politischer Streitfragen.Mehr lesen. Unterstützt wird die Veranstaltung von weiteren israelsolidarischen Organisationen und Initiativen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Der Zeitpunkt ist bewusst gewählt. Am 7. Oktober jährt sich zum dritten Mal der Terrorangriff der HamasHamas: Terrororganisation aus GazaHamas ist eine islamistische palästinensische Terrororganisation. Sie entstand 1987 aus dem Umfeld der Muslimbruderschaft, lehnt Israels Existenz ab und wird von Israel, den USA, der EU und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen und weiterer Terroristen auf Israel. Mehr als 1.200 Menschen wurden damals ermordet, 251 Menschen als Geiseln in den GazastreifenPalästina: Geschichte, Bedeutung und politischer Streit um einen aufgeladenen BegriffPalästina bezeichnet historisch eine Region im südlichen Levantegebiet und politisch heute vor allem den Anspruch auf palästinensische Staatlichkeit. Der Begriff ist eng mit jüdischer Geschichte, dem britischen Mandat, Israel und dem Nahostkonflikt verbunden.Mehr lesen verschleppt. Terroristen drangen in israelische Ortschaften, Kibbuze und Militärstützpunkte ein und überfielen unter anderem das Nova-Musikfestival. Der Angriff markierte für Israel eine historische Zäsur und löste den bis heute nachwirkenden Krieg gegen die Hamas aus.

Die Stuttgarter Veranstalter stellen deshalb nicht nur das Gedenken an die Opfer in den Mittelpunkt. Ihr Aufruf verbindet die Erinnerung ausdrücklich mit Solidarität für Israel, mit dem Recht des Landes, sich gegen Terror zu verteidigen, und mit der Forderung, jüdisches Leben auch in Deutschland wieder selbstverständlich und sichtbar im öffentlichen Raum zu ermöglichen.

Zugleich richtet sich die Kundgebung gegen den Antisemitismus, der sich seit dem 7. Oktober 20237. Oktober 2023: Das Hamas-Massaker, das Israel veränderteDer 7. Oktober 2023 war der Tag des Hamas-Massakers in Israel. Terroristen aus Gaza ermordeten etwa 1.200 Menschen, vor allem Zivilisten, und verschleppten mehr als 240 Geiseln in den Gazastreifen.Mehr lesen in Deutschland auf Demonstrationen, im Internet und in gesellschaftlichen Debatten immer wieder offen gezeigt hat. Die Veranstalter sprechen ausdrücklich vom Vernichtungsantisemitismus im Nahen Osten und vom Antisemitismus auf deutschen Straßen.

Überlebende berichten in Stuttgart

Zu den angekündigten Gästen gehört Eva Erben aus Ashkelon. Die 1930 geborene HolocaustShoah: Der nationalsozialistische Mord an sechs Millionen JudenShoah ist der hebräische Begriff für die Katastrophe der Vernichtung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland und seine Helfer. Rund sechs Millionen Juden wurden ermordet.Mehr lesen-Überlebende überstand Theresienstadt, AuschwitzShoah: Der nationalsozialistische Mord an sechs Millionen JudenShoah ist der hebräische Begriff für die Katastrophe der Vernichtung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland und seine Helfer. Rund sechs Millionen Juden wurden ermordet.Mehr lesen und Todesmärsche und lebt seit 1948 in Israel. Für ihr jahrzehntelanges Engagement in der Erinnerungsarbeit erhielt sie das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse.

Ihre Anwesenheit verbindet zwei Erfahrungen jüdischer Geschichte, die nicht gegeneinander ausgespielt werden dürfen: die Erinnerung an die Shoah und die heutige Bedrohung jüdischen Lebens. Gerade am Jahrestag des 7. Oktober erhält diese Verbindung besonderes Gewicht.

Mit Adele Raemer kommt zudem eine Frau nach Stuttgart, die den 7. Oktober selbst im israelischen Grenzgebiet zum Gazastreifen überlebt hat. Raemer lebt im Kibbuz Nirim und verbrachte den Terrorangriff im Schutzraum ihres Hauses. Seit Jahren versucht sie international zu erklären, was das Leben der Menschen in den Gemeinden des Westlichen Negev unter Raketenbeschuss und terroristischer Bedrohung bedeutet.

Ihre Stimme gibt dem Jahrestag eine Perspektive, die in abstrakten politischen Debatten schnell verloren geht: Hinter dem Begriff „7. Oktober“ stehen konkrete Menschen, Familien und zerstörte Gemeinschaften.

Angekündigt sind außerdem Maral Salmassi vom Berliner ZERA Institute, Oliver Vrankovic als Vorsitzender der DIG Stuttgart, Gottfried Bühler von der ICEJ Deutschland und Michael Kashi aus dem Vorstand der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württembergs. Das ZERA Institute befasst sich unter anderem mit Online-Radikalisierung, Extremismus und Antisemitismus. Musikalisch begleitet werden soll die Kundgebung von der Jugendband „Sela“ von Christen an der Seite Israels.

Die Kundgebung ist Teil einer Reihe von Veranstaltungen in Baden-Württemberg rund um den Jahrestag. Dazu gehören Filmvorführungen, Vorträge, Konzerte und Diskussionen über Antisemitismus. Die DIG Stuttgart organisiert seit dem 7. Oktober regelmäßig Kundgebungen, Informationsstände und Veranstaltungen zur Solidarität mit Israel.

Erinnerung an den Ausgangspunkt des Krieges

Gerade drei Jahre nach dem Massaker hat diese öffentliche Präsenz Gewicht. Der 7. Oktober droht in Teilen der öffentlichen Debatte zunehmend hinter den politischen Auseinandersetzungen über den Gaza-Krieg zu verschwinden. Wer jedoch über diesen Krieg spricht, ohne seinen Ausgangspunkt zu benennen, entfernt den Terrorangriff aus seiner Vorgeschichte.

Die Stuttgarter Kundgebung setzt dem bewusst die Erinnerung an die Ermordeten, die Verschleppten und die Überlebenden entgegen. Im Mittelpunkt stehen nicht abstrakte politische Schlagworte, sondern die Opfer des Terrorangriffs, die Bedrohung jüdischen Lebens und die Solidarität mit Israel.

Auch die Unterstützung iranischer Regimegegner ist ausdrücklich Bestandteil des Aufrufs. Damit richtet sich die Veranstaltung gegen jene islamistischen und antisemitischen Ideologien, die nicht nur Israel bedrohen, sondern auch Menschen im Iran und darüber hinaus unterdrücken.

Am 7. Oktober um 17 Uhr wird diese Haltung auf dem Stuttgarter Marktplatz sichtbar werden. Drei Jahre nach dem schlimmsten Massaker an Juden seit der Shoah ist es keineswegs selbstverständlich, dass Solidarität mit Israel im öffentlichen Raum klar und ohne Relativierungen ausgesprochen wird. Umso wichtiger ist es, dass Erinnerung, jüdisches Leben und Unterstützung für den jüdischen Staat sichtbar bleiben.




Autor: Redaktion
Montag, 05 Oktober 2026

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