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Frankfurt gedenkt der Opfer des 7. Oktober mit Schweigemarsch zur Westend-Synagoge

Frankfurt gedenkt der Opfer des 7. Oktober mit Schweigemarsch zur Westend-Synagoge


Drei Jahre nach dem Hamas-Massaker erinnert Frankfurt mit einer Mahnwache und einem Schweigemarsch an die Ermordeten und Verschleppten. Der Weg vom Opernplatz zur Westend-Synagoge soll zugleich ein sichtbares Zeichen der Solidarität mit Israel und jüdischem Leben setzen.

Frankfurt gedenkt der Opfer des 7. Oktober mit Schweigemarsch zur Westend-Synagoge
Bildnachweis: Symbolbild / KI

Am 7. Oktober 2026 jährt sich der Terrorangriff der HamasHamas: Terrororganisation aus GazaHamas ist eine islamistische palästinensische Terrororganisation. Sie entstand 1987 aus dem Umfeld der Muslimbruderschaft, lehnt Israels Existenz ab und wird von Israel, den USA, der EU und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen und weiterer Terroristen auf IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen zum dritten Mal. Auch Frankfurt wird an diesem Tag an die Opfer erinnern. Im Mittelpunkt steht am späten Nachmittag ein Schweigemarsch vom Opernplatz zur Westend-Synagoge, zu dem das Bündnis gegen AntisemitismusAntisemitismus: Judenhass in alten und neuen FormenAntisemitismus bezeichnet Judenhass und Feindschaft gegen Juden. Er reicht von Vorurteilen und Verschwörungserzählungen bis zu Ausgrenzung, Bedrohung und Gewalt.Mehr lesen in Frankfurt einlädt.

Das gemeinsame Gedenken beginnt um 17 Uhr auf dem Opernplatz. Ab 17.30 Uhr führt der Schweigemarsch zur Westend-Synagoge. Die Jüdische Gemeinde Frankfurt beschreibt die Veranstaltung ausdrücklich als Erinnerung an die Opfer des 7. Oktober 20237. Oktober 2023: Das Hamas-Massaker, das Israel veränderteDer 7. Oktober 2023 war der Tag des Hamas-Massakers in Israel. Terroristen aus Gaza ermordeten etwa 1.200 Menschen, vor allem Zivilisten, und verschleppten mehr als 240 Geiseln in den Gazastreifen.Mehr lesen und als Zeichen der Solidarität mit Israel und jüdischem Leben.

Der stille Charakter der Veranstaltung ist bewusst gewählt. Drei Jahre nach einem Terrorangriff, bei dem Hamas-Terroristen und weitere Angreifer israelische Ortschaften, Kibbuze und das Nova-Musikfestival überfielen, Familien ermordeten und 251 Menschen als Geiseln in den GazastreifenPalästina: Geschichte, Bedeutung und politischer Streit um einen aufgeladenen BegriffPalästina bezeichnet historisch eine Region im südlichen Levantegebiet und politisch heute vor allem den Anspruch auf palästinensische Staatlichkeit. Der Begriff ist eng mit jüdischer Geschichte, dem britischen Mandat, Israel und dem Nahostkonflikt verbunden.Mehr lesen verschleppten, soll nicht die politische Lautstärke im Vordergrund stehen. Im Mittelpunkt stehen die Menschen, deren Leben am 7. Oktober 2023 ausgelöscht oder für immer verändert wurde.

Der Tag begann damals mit massiven Raketenangriffen und dem Eindringen bewaffneter Terroristen aus dem Gazastreifen nach Israel. Mehr als 1.200 Menschen wurden ermordet. Der Angriff wurde zum schwersten Massenmord an Juden seit der ShoahShoah: Der nationalsozialistische Mord an sechs Millionen JudenShoah ist der hebräische Begriff für die Katastrophe der Vernichtung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland und seine Helfer. Rund sechs Millionen Juden wurden ermordet.Mehr lesen und zu einer Zäsur für Israel, aber auch für jüdisches Leben weltweit.

Frankfurt erinnert bereits vor Sonnenaufgang

Das Gedenken beginnt in Frankfurt schon am frühen Morgen. Von 5.29 Uhr bis 9 Uhr veranstalten die Evangelische Allianz Frankfurt und die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen eine Gebets- und Mahnwache am Jüdischen Museum auf dem Bertha-Pappenheim-Platz.

Unter dem Motto „Nie wieder ist jetzt!“ sind Kerzen, stille Momente sowie regelmäßige Psalmlesungen und Gebete vorgesehen. Gebetet werden soll für die Leidtragenden, für Frieden im Nahen Osten und ausdrücklich für Schutz vor Antisemitismus.

Die Wahl der frühen Uhrzeit verweist auf den Morgen des 7. Oktober 2023 und macht deutlich, dass das Erinnern nicht bei allgemeinen Friedensappellen stehen bleiben soll. Benannt wird, woran erinnert wird: an das Massaker der Hamas und seine Opfer.

Auch das Jüdische Museum Frankfurt widmet den Tag jüdischen Perspektiven. Am Nachmittag und Abend stehen bei einer Veranstaltung jüdische Stimmen der Gegenwartsliteratur im Mittelpunkt. Iryna Fingerova, Dana von Suffrin und Dana Vowinckel sollen über ihre neuen Werke sprechen und persönliche sowie literarische Perspektiven auf jüdisches Leben nach dem 7. Oktober sichtbar machen.

Dass ein solcher Jahrestag in Frankfurt nicht allein mit einer offiziellen Gedenkstunde begangen wird, sondern an mehreren Orten und in unterschiedlichen Formen, besitzt besondere Bedeutung. Seit dem 7. Oktober 2023 ist der Antisemitismus auch in Deutschland sichtbarer, aggressiver und selbstverständlicher geworden. RIAS Hessen dokumentiert seit Jahren antisemitische Vorfälle im Zusammenhang mit Demonstrationen, politischen Mobilisierungen und alltäglichen Begegnungen.

Frankfurt hat diese Entwicklung selbst erlebt. Israelfeindliche Parolen und eine zunehmende Radikalisierung auf Demonstrationen führten in den vergangenen Jahren wiederholt zu politischen und juristischen Auseinandersetzungen. haOlam berichtete über Terrorverherrlichung, Vernichtungsparolen und den wachsenden Widerstand gegen Judenhass in der Stadt.

Gerade deshalb ist der Schweigemarsch zur Westend-Synagoge mehr als eine Erinnerungsveranstaltung. Er macht sichtbar, dass jüdisches Leben nicht aus dem öffentlichen Raum gedrängt werden darf und dass Solidarität mit Israel nicht zur Mutprobe werden darf.

Die Westend-Synagoge ist dafür ein symbolträchtiges Ziel. Sie gehört zu den bedeutendsten jüdischen Orten Frankfurts und steht für die Kontinuität jüdischen Lebens trotz Verfolgung und Vernichtung. Wer am 7. Oktober dorthin schweigend marschiert, erinnert deshalb nicht nur an Israel. Er setzt zugleich ein Zeichen dafür, dass Juden in Frankfurt nicht alleinstehen.

Drei Jahre nach dem Massaker bleibt diese Botschaft notwendig. Erinnerung darf nicht zur Routine werden und der Ausgangspunkt des Krieges darf nicht aus der öffentlichen Wahrnehmung verschwinden. Der 7. Oktober begann mit einem Terrorangriff auf Israel. Frankfurt erinnert an diesem Tag an die Menschen, die ihm zum Opfer fielen.




Autor: Redaktion
Montag, 05 Oktober 2026

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