Auch in Deutschland wird am 7. Oktober 2026 an zahlreichen Orten öffentlich erinnert. Die Formen reichen von stillen Mahnwachen und Schweigemärschen über Kundgebungen bis zu Gesprächen mit Überlebenden, Konzerten und Veranstaltungen über AntisemitismusAntisemitismus: Judenhass in alten und neuen FormenAntisemitismus bezeichnet Judenhass und Feindschaft gegen Juden. Er reicht von Vorurteilen und Verschwörungserzählungen bis zu Ausgrenzung, Bedrohung und Gewalt.Mehr lesen. Dieser Überblick enthält bewusst Veranstaltungen, die dem Gedenken an die Opfer, der Solidarität mit IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen und jüdischem Leben oder der Auseinandersetzung mit Antisemitismus gewidmet sind. Antiisraelische Gegenveranstaltungen sind nicht Bestandteil dieser Übersicht.
Stand der Zusammenstellung ist der 4. Oktober 2026. Berücksichtigt wurden öffentlich auffindbare und überprüfbare Ankündigungen. Gerade bei Veranstaltungen jüdischer Gemeinden können Anmeldung und Sicherheitskontrollen erforderlich sein; kurzfristige Änderungen sind deshalb möglich.
Aachen, 19:30 Uhr:In der Citykirche St. Nikolaus findet unter dem Titel „Drei Jahre danach – Erinnern, Gedenken, Handeln“ eine Veranstaltung gegen Antisemitismus statt. Die Gedenkrede hält Sylvia Löhrmann, Antisemitismusbeauftragte des Landes Nordrhein-Westfalen. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung wird erbeten. Spenden sollen Projekten zum Wiederaufbau des Kibbuz Nir Oz zugutekommen.
Augsburg, 18:30 Uhr:Im Hollbau des Anna Forums spricht Dr. Annette Seidel-Arpaci von RIAS Bayern über „Angriffe auf die Erinnerung“. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie in Deutschland drei Jahre nach dem Hamas-Massaker über den 7. Oktober gesprochen und gestritten wird. Die Veranstaltung gehört zu den Deutsch-Israelischen Literaturtagen 2026.
Berlin, 15:00 bis 16:00 Uhr:Auf demBebelplatzfindet die Gedenkzeremonie „7. Oktober. Nie vergessen. Niemals schweigen.“ statt. Angekündigt sind unter anderem Bundesinnenminister Alexander Dobrindt, die Präsidentin des Berliner Abgeordnetenhauses Cornelia Seibeld, Israels Botschafter Ron Prosor und Noga Friedmann. Die Teilnahme ist kostenfrei und ohne Anmeldung möglich.
Berlin, 16:00 bis 17:30 Uhr:Auf demSderotplatz in Zehlendorf, Ecke Martin-Buber-Straße/Potsdamer Straße, erinnern das Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf, die DIG Berlin und Brandenburg und weitere Partner an die Opfer des 7. Oktober. Sderots Bürgermeister Alon Davidi soll per Videobotschaft zugeschaltet werden; die israelische SängerinDana International: Israels Eurovision-Sieg, der mehr war als PopDana International ist eine israelische Sängerin und trans Frau. 1998 gewann sie mit „Diva“ für Israel den Eurovision Song Contest und wurde international zu einem Symbol für LGBT-Sichtbarkeit und israelische Popkultur.Mehr lesen Moran Magal begleitet die Gedenkstunde musikalisch.
Berlin, 17:00 Uhr:Am Gedenkstein für die ehemalige Synagoge in derKonrad-Wolf-Straße 91/92 in Lichtenberglädt das Bezirksamt zu einem stillen Gedenken ein. Besucher können Blumen und Kerzen mitbringen. Nach einer kurzen Gedenkrede sind hebräische Lieder vorgesehen.
Berlin, 17:30 bis 21:00 Uhr:An derKarl-Marx-Allee 33ist eine Gedenkkundgebung für die Opfer des antisemitischen Massakers angemeldet. Sie richtet sich gegen antisemitische Kontinuitäten und erklärt ihre Solidarität mit Juden sowie Menschen, die von Islamismus betroffen sind.
Berlin, 18:00 bis 22:00 Uhr:Erneut wird derBebelplatzzum Ort des Gedenkens. Eine Mahnwache erinnert an den dritten Jahrestag der antisemitischen Massaker und wendet sich gegen Antisemitismus und Antizionismus sowie gegen Bedrohungen jüdischen Lebens.
Bonn, 16:30 Uhr:Vor demAlten Rathaus am Marktveranstalten die Deutsch-Israelische Gesellschaft Bonn und die Synagogengemeinde Bonn eine stille Mahnwache. Gemeinsam soll der Ermordeten des 7. Oktober und ihrer Angehörigen gedacht werden.
Bremen, 17:30 Uhr:Auf demBremer Marktplatzveranstaltet die Deutsch-Israelische Gesellschaft Bremen/Unterweser eine Mahnwache. Sie erinnert an die Opfer des von der Hamas am 7. Oktober 2023 begonnenen Krieges und setzt ein Zeichen gegen die Umkehrung von Tätern und Opfern.
Bremen, 20:00 Uhr:In derVilla Ichon am Goetheplatzberichtet Ferdinand Heckel über sexuelle Gewalt während des Hamas-Massakers. Grundlage sind unter anderem Untersuchungen israelischer Krisenzentren und weitere dokumentierte Zeugenaussagen. Wegen der detaillierten Schilderungen gilt eine ausdrückliche Inhaltswarnung.
Darmstadt, ab 14:30 Uhr:Auf demFriedensplatzbeginnt eine Installation zum individuellen Gedenken an Opfer des 7. Oktober. Um18:30 Uhrfolgt die zentrale Kundgebung. Beteiligt sind unter anderem die DIG Darmstadt, die Jüdische Gemeinde Darmstadt und die Wissenschaftsstadt Darmstadt.
Dresden, 17:00 bis 19:00 Uhr:Auf demNeumarkt vor der Frauenkircheveranstaltet die DIG Dresden eine Mahnwache zum Gedenken an die Opfer des Hamas-Terrors. Als Redner sind unter anderem Sachsens Kultusminister Conrad Clemens, Dresdens Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch und der Journalist Constantin Schreiber angekündigt.
Düsseldorf, 18:00 Uhr:Auf demMarktplatz vor dem Rathausfindet die Kundgebung „Es ist uns ernst: Gegen jeden Antisemitismus“ statt. Mehr als 40 Institutionen aus Stadtgesellschaft, Religionsgemeinschaften, Kultur und weiteren Bereichen unterstützen den Aufruf für jüdisches Leben und gegen Judenhass.
Düsseldorf, 20:00 bis 21:30 Uhr:ImLeo-Baeck-Saal der Jüdischen Gemeinde Düsseldorfam Paul-Spiegel-Platz 1 findet das Gedenkkonzert „Lieder als Erinnerung“ mit Folkadu statt. Eine Anmeldung ist erforderlich.
Eltville am Rhein, 18:00 bis 21:00 Uhr:In derHospitalstube des Klosters Eberbach, Kloster-Eberbach-Straße 1, steht der Abend unter dem Titel „Der 7. Oktober – drei Jahre danach … Wie steht es um den Nahen Osten?“. Nach einer optionalen Schweigemeditation beginnt um 19 Uhr der Vortrag von Mirjam Rosenstein über die Folgen des Massakers, Antisemitismus und die Lage im Nahen Osten. Eine Anmeldung ist vorgesehen.
Frankfurt am Main, 5:29 bis 9:00 Uhr:Bereits vor Sonnenaufgang beginnt am Eingang desJüdischen Museums, Bertha-Pappenheim-Platz 1, eine Gebets- und Mahnwache unter dem Motto „Nie wieder ist jetzt!“. Kerzen, stilles Gedenken sowie Psalmlesungen und Gebete erinnern an den Morgen des 7. Oktober 2023.
Frankfurt am Main, 17:00 bis 20:00 Uhr:Auf demOpernplatzbeginnt um 17 Uhr das gemeinsame Gedenken des Bündnisses gegen Antisemitismus. Um17:30 Uhrstartet ein Schweigemarsch zur Westend-Synagoge. Die Veranstaltung steht ausdrücklich für Solidarität mit Israel und jüdischem Leben.
Frankfurt am Main, ab 17:30 Uhr:DasJüdische Museum Frankfurt, Bertha-Pappenheim-Platz 1, lädt unter dem Titel „Jüdische Stimmen der Gegenwartsliteratur“ zu Lesungen und Gesprächen ein. Iryna Fingerova beginnt um 17:30 Uhr, Dana von Suffrin um 19 Uhr und Dana Vowinckel um 20:30 Uhr. Die Veranstaltung findet ausdrücklich anlässlich des Gedenktags statt.
Freiburg im Breisgau, 17:00 bis 20:00 Uhr:Auf demPlatz der Alten Synagoge, Bertoldstraße 30, findet im Rahmen der Bildungs- und Aktionswochen gegen Antisemitismus ein Informationsstand statt.
Göttingen, 19:30 Uhr:ImT-Keller, Geismarlandstraße 19, liest und diskutiert Richard Schuberth aus „Vom Antisemitismus, der keiner sein will“. Das Buch beschäftigt sich insbesondere mit neueren Formen des Antisemitismus und den Reaktionen auf Israel nach dem 7. Oktober.
Halle an der Saale, 19:00 bis 21:00 Uhr:ImStadthaus am Marktplatzdiskutieren Volker Beck, Mirna Funk und Stephan Grigat unter dem Titel „Modernisierter Judenhass“ über den Zusammenhang zwischen Antizionismus und Antisemitismus. Veranstalter sind unter anderem der Landesverband Jüdischer Gemeinden Sachsen-Anhalt und die Jüdische Gemeinde Halle.
Hannover, 18:30 bis 21:00 Uhr:ImZeitZentrum Zivilcourage, Theodor-Lessing-Platz 1A, findet die Gedenkveranstaltung „3 Jahre danach“ statt. Sonja Bohl-Denker, deren Tochter Karolin im Kibbuz Nir Oz von Terroristen ermordet wurde, wird sprechen. Eren Güvercin hält einen Vortrag darüber, wie der 7. Oktober ihn als Muslim verändert hat. Der Eintritt ist frei; wegen der Sicherheitskontrollen sollte zusätzliche Zeit eingeplant werden.
Kassel, 16:00 Uhr:Auf demFriedrichsplatzruft das Bündnis gegen Antisemitismus Kassel zur Kundgebung „7. Oktober 2023 – Nie vergessen“ auf. Neben dem Gedenken an die Opfer geht es um Solidarität mit Juden und Israel sowie um die Opfer aus Kassels israelischer Partnerstadt Ramat Gan.
Kiel, 17:00 bis 19:00 Uhr:Auf demAsmus-Bremer-Platzfindet eine Mahnwache für die Opfer des 7. Oktober statt. Organisiert wird sie vom Jungen Forum der DIG Kiel, Kiel gegen Antisemitismus und dem Bündnis gegen Antisemitismus Kiel. Besonders erinnert werden soll auch an die deutschen Opfer des Terrorangriffs.
München, 19:00 Uhr:ImJüdischen Gemeindezentrum, St.-Jakobs-Platz 18, berichtet Dafna Gerstner unter dem Titel „Sie kamen, um uns zu töten“ über ihr Leben vor und nach dem 7. Oktober. Gerstner überlebte das Hamas-Massaker im Kibbuz Be’eri; ihr Bruder Eitan wurde bei der Verteidigung des Kibbuz ermordet. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung bei der IKG ist erforderlich.
Nürnberg, 18:00 Uhr und 20:00 Uhr:ImStaatstheater Nürnberg, XRT 3. Etage, findet die szenische Lesung „Auch wenn es dunkel ist – Berichte vom 7. Oktober“ statt. Zu hören sind Zeugnisse von Überlebenden, Angehörigen und Menschen, deren Familien von den Terroristen angegriffen wurden. Für beide Vorstellungen ist eine Anmeldung vorgesehen.
Regensburg, 19:00 Uhr:ImJüdischen Gemeindezentrum, Am Brixener Hof 2, findet „Drei Jahre danach – Gedenkveranstaltung mit Konzert“ statt. Die Veranstaltung gehört zur Reihe „Tsuzamen“ und ist ausschließlich nach vorheriger Anmeldung bei der Jüdischen Gemeinde zugänglich.
Stuttgart, 17:00 bis 19:00 Uhr:Auf demMarktplatzfindet die große Kundgebung „Solidarität mit Israel – gegen jeden Antisemitismus“ statt. Unter den angekündigten Gästen sind die HolocaustShoah: Der nationalsozialistische Mord an sechs Millionen JudenShoah ist der hebräische Begriff für die Katastrophe der Vernichtung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland und seine Helfer. Rund sechs Millionen Juden wurden ermordet.Mehr lesen-Überlebende Eva Erben, die Überlebende des 7. Oktober Adele Raemer, Maral Salmassi, Oliver Vrankovic, Gottfried Bühler und Michael Kashi.
Wuppertal, 12:00 Uhr:Auf demWilly-Brandt-Platz in Elberfeldlädt das Wuppertaler Bündnis gegen Antisemitismus zur Kundgebung „Gedenken an die Opfer der Hamas“ ein.
Wuppertal, 19:00 Uhr:In derBegegnungsstätte Alte Synagogefolgt der Vortrag „Visuelle Resonanzen – Der Angriff vom 7. Oktober und die Gewalt als Bild“ mit Prof. Dr. Tobias Ebbrecht-Hartmann.
Die Übersicht zeigt, dass der 7. Oktober auch drei Jahre nach dem Massaker nicht aus dem öffentlichen Raum verschwunden ist. Zwischen Kiel und München, Dresden und Düsseldorf kommen Menschen zusammen, um die Namen und Geschichten der Opfer nicht hinter politischen Schlagworten verschwinden zu lassen. Gerade weil der Jahrestag inzwischen selbst zum Gegenstand politischer Auseinandersetzungen geworden ist, besitzen diese Veranstaltungen eine einfache, aber wichtige Botschaft: Der 7. Oktober war ein Terrorangriff der Hamas auf Israel, seine Opfer dürfen nicht vergessen werden und jüdisches Leben muss auch in Deutschland sichtbar und sicher sein.
Wer eine Veranstaltung besuchen möchte, sollte die Angaben beim jeweiligen Veranstalter unmittelbar vor der Anreise noch einmal kontrollieren. Bei jüdischen Einrichtungen können aus Sicherheitsgründen Anmeldung, Ausweiskontrolle oder geänderte Zugangsvoraussetzungen gelten.