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Israel warnt Deutschland: Iranische Anschlagsgefahr für Ramstein und Spangdahlem

Israel warnt Deutschland: Iranische Anschlagsgefahr für Ramstein und Spangdahlem


Iranische Geheimdienste sollen zwei der wichtigsten US-Militärstützpunkte in Deutschland ins Visier genommen haben. Israel warnte deutsche und amerikanische Dienste bereits vor rund drei Wochen. Einen konkreten Zeitpunkt oder einen bestätigten Anschlagsplan gibt es bislang nicht, doch die Hinweise auf mögliche Drohnenangriffe werden in Europa zunehmend ernst genommen.

Israel warnt Deutschland: Iranische Anschlagsgefahr für Ramstein und Spangdahlem
Bildnachweis: U.S. Army Corps of Engineers Europe District / Quelle

Der Krieg mit Iran erreicht Deutschland nicht erst über Diplomatie, Energiepreise oder politische Debatten. Nach übereinstimmenden Berichten westlicher Geheimdienstkreise sollen iranische Dienste amerikanische Militärstützpunkte in Europa als mögliche Ziele betrachten. Besonders im Fokus stehen demnach die Air Base Ramstein in der Westpfalz und der US-Stützpunkt Spangdahlem in der Eifel, beide in Rheinland-Pfalz. Israelische Geheimdienste sollen ihre deutschen und amerikanischen Partner bereits Mitte September vor einer erhöhten Gefahr gewarnt haben. WirtschaftsWoche bestätigte diese Hinweise nun unter Berufung auf mehrere westliche Geheimdienstvertreter. Zuvor hatte bereits die New York Times unter Berufung auf einen hochrangigen US-Regierungsvertreter über die israelische Warnung berichtet.

Wichtig ist die genaue Einordnung. Öffentlich bekannt ist bislang weder ein konkreter Anschlagszeitpunkt noch ein fertig ausgearbeiteter Operationsplan gegen eine der beiden deutschen Basen. Die Geheimdienstinformationen betreffen vielmehr eine erhöhte Gefahr iranisch gesteuerter oder unterstützter Angriffe auf amerikanische Einrichtungen in Europa. Dabei wird ausdrücklich auch der Einsatz von Drohnen als mögliches Szenario genannt. Das Bundesverteidigungsministerium und die amerikanischen Streitkräfte in Deutschland hatten die konkreten Geheimdienstinformationen zunächst nicht öffentlich bestätigt. Aus militärischer Vorsorge wird damit noch keine unmittelbar bevorstehende Attacke. Die Warnungen sind dennoch ernst, weil sie zu Entwicklungen in Großbritannien und zu öffentlichen Aussagen aus dem iranischen Machtapparat passen.

Warum ausgerechnet Ramstein und Spangdahlem?

Ramstein ist weit mehr als ein amerikanischer Flugplatz auf deutschem Boden. Die Basis ist das Hauptquartier der United States Air Forces in Europe and Air Forces Africa und zugleich Sitz des NATO Allied Air Command. Sie gehört zu den wichtigsten militärischen Logistikdrehscheiben der Vereinigten Staaten außerhalb Nordamerikas. Truppen, Material und Lufttransporte für Operationen im Nahen Osten laufen über Ramstein, außerdem befindet sich dort eine Satellitenrelaisstation, die für die Kommunikation bei amerikanischen Drohnenoperationen von Bedeutung ist. Seit Beginn des Krieges gegen Iran wird deshalb in Deutschland darüber gestritten, in welchem Umfang amerikanische Operationen über den Stützpunkt unterstützt werden. Die Bundesregierung stellte bereits im März klar, dass sie die Nutzung der US-Basen nicht einschränken werde. Die bestehenden Vereinbarungen bewegten sich innerhalb der deutschen Rechtsordnung und hätten völkerrechtlichen Bestand.

Spangdahlem ist kleiner, aber militärisch ebenfalls bedeutend. Dort ist das 52nd Fighter Wing der US Air Force stationiert. Seit Beginn des Iran-Krieges wurde die Basis verstärkt als logistischer Knotenpunkt für amerikanische Kampfflugzeuge genutzt. In den vergangenen Monaten waren von dort mehrfach Maschinen in Richtung Naher Osten verlegt worden, zugleich nahm der Verkehr militärischer Transportflugzeuge deutlich zu. Aus iranischer Sicht gehören beide Stützpunkte deshalb zu einer Infrastruktur, ohne die amerikanische Machtprojektion in Richtung Nahost erheblich schwieriger wäre.

Genau diese Argumentation taucht inzwischen offen in iranischen und regimernahen Veröffentlichungen auf. Der frühere Oberkommandierende der RevolutionsgardenIslamische Revolutionsgarden: Machtzentrum des iranischen RegimesDie Islamischen Revolutionsgarden sind eine mächtige militärische, politische und wirtschaftliche Organisation der Islamischen Republik Iran. Sie wurden nach der Revolution von 1979 gegründet, unterstehen dem Obersten Führer und steuern über die Quds-Einheit Irans regionales Terrornetzwerk.Mehr lesen Yahya Rahim Safavi bezeichnete Europa Ende September als Logistikraum für amerikanische Kriegführung. Iran-nahe Medien nannten anschließend ausdrücklich Ramstein, die britische Basis RAF Fairford, Aviano in Italien sowie amerikanisch genutzte Einrichtungen in Griechenland und Spanien. Die Botschaft dahinter ist gefährlich: Aus Teherans Sicht könnte eine militärische Einrichtung auch tausende Kilometer vom Iran entfernt zum Teil des Konflikts werden, sobald sie amerikanische Operationen unterstützt.

Diese Rhetorik ist inzwischen mehr als theoretisches Drohmaterial. In Großbritannien wurden Ende September mehrere Männer in der Nähe von RAF Fairford wegen des Verdachts auf Vorbereitung eines Terroranschlags festgenommen. Später kam ein britisch-iranischer Doppelstaater hinzu. Die britische Regierung erklärte, es gebe starke Hinweise auf eine iranische Beteiligung. Die USA zogen kurz darauf zwölf B-1B-Bomber von Fairford ab und verlegten sie zurück in die Vereinigten Staaten. Das US-Europakommando bestätigte die Verlegung, erklärte aber nicht öffentlich, welcher konkrete Sicherheitsgrund den Schritt ausgelöst hatte. Amerikanische Medien berichteten jedoch, Geheimdienstinformationen über einen möglichen iranischen Drohnenangriff hätten bei der Entscheidung eine zentrale Rolle gespielt.

Teherans Krieg nach außen reicht längst bis Europa

Die Warnung für Deutschland fügt sich damit in ein wesentlich größeres Bild. haOlam hat wiederholt über iranische Geheimdienst- und TerrorstrukturenTerrorinfrastruktur: Wie Terrorgruppen Krieg in zivile Räume verlagernTerrorinfrastruktur bezeichnet Einrichtungen, Netzwerke und Strukturen, die Terrororganisationen für Angriffe, Waffenlagerung, Kommandoführung, Ausbildung, Raketenbeschuss, Tunnelbau oder Logistik nutzen. Besonders gefährlich wird sie, wenn sie in Wohngebieten, Schulen, Moscheen oder Krankenhäusern versteckt wird.Mehr lesen in Europa berichtet. Im Juni verurteilten mehr als zwanzig westliche Staaten gemeinsam tödliche Anschlagsplanungen iranischer Dienste gegen Oppositionelle, Journalisten sowie jüdische und israelische Ziele. Dabei wurden ausdrücklich die Geheimdienstorganisation der Revolutionsgarden, die Quds-EinheitQuds-Einheit: Irans geheime Kommandozentrale gegen IsraelDie Quds-Einheit ist die für Auslandseinsätze zuständige Eliteeinheit der Islamischen Revolutionsgarden des Iran. Sie unterstützt Terrororganisationen und Milizen in der Region, darunter Hisbollah, Hamas, Islamischer Dschihad, Huthi und schiitische Milizen.Mehr lesen und das iranische Geheimdienstministerium genannt. Die EU setzte die Revolutionsgarden im Februar auf ihre Terrorliste. Europol ging anschließend gegen tausende mit dem iranischen Machtapparat verbundene PropagandaDesinformation: Gezielte Täuschung der ÖffentlichkeitDesinformation bezeichnet bewusst verbreitete falsche oder irreführende Informationen. Ziel ist häufig, Menschen zu täuschen, Vertrauen zu zerstören, Konflikte zu verschärfen oder politische Entscheidungen zu beeinflussen.Mehr lesen- und Unterstützungsinhalte vor.

Die aktuelle Warnung ist deshalb auch eine Bestätigung dessen, wovor IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen seine europäischen Partner seit Jahren warnt. Das iranische Regime führt seine Konflikte nicht ausschließlich mit Raketen und Drohnen im Nahen Osten. Es nutzt Geheimdienste, Stellvertreter, kriminelle Netzwerke und verdeckte Strukturen, um Gegner auch außerhalb der Region unter Druck zu setzen. Großbritannien hat diese Erfahrung bereits gemacht. Nun stehen auch militärische Einrichtungen auf deutschem Boden ausdrücklich im Fokus der Sicherheitsbehörden.

Deutschland befindet sich dabei in einer besonderen Lage. Ramstein und Spangdahlem sind amerikanische Einrichtungen, liegen aber auf deutschem Staatsgebiet. Ein Anschlag dort wäre deshalb nicht irgendein Angriff auf eine entfernte amerikanische Militärbasis. Er würde unmittelbar Deutschland treffen, deutsche Sicherheitsbehörden binden und könnte deutsche Zivilisten gefährden. Gleichzeitig gehört der Schutz solcher Einrichtungen zu einer Sicherheitsarchitektur, von der Deutschland selbst militärisch profitiert.

Dass Iran unter enormem militärischen und wirtschaftlichen Druck steht, macht diese Gefahr nicht kleiner. Im Gegenteil. Das Regime hat in den vergangenen Monaten erhebliche Teile seiner militärischen Infrastruktur verloren, sein Atomprogramm wurde schwer getroffen, Sanktionen und Ölblockade setzen die Wirtschaft unter Druck. haOlam berichtete erst vor wenigen Tagen über die israelische Einschätzung, dass ein Regime mit immer weniger konventionellen Handlungsmöglichkeiten besonders gefährlich werden kann, wenn es versucht, seine verbliebene Fähigkeit zur Vergeltung demonstrativ einzusetzen.

Das bedeutet nicht, dass morgen Drohnen über Ramstein auftauchen.

Es bedeutet aber, dass Deutschland eine Entwicklung nicht länger als fernen Krieg im Nahen Osten behandeln kann.

Israel hat gewarnt. Großbritannien erlebt bereits, wie konkret iranische Bedrohungen gegen westliche Militärstandorte werden können. Und Teherans eigene Vertreter erklären inzwischen öffentlich, warum sie europäische Basen als Teil des Konflikts betrachten.

Ramstein und Spangdahlem liegen in Rheinland-Pfalz.

Für Irans Sicherheitsapparat liegen sie offenbar längst im Operationsraum.




Autor: Redaktion
Donnerstag, 08 Oktober 2026

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