Heftige Worte, falscher Ton: Giorgia Meloni greift Israel an – nach Angriff auf Kirche in GazaHeftige Worte, falscher Ton: Giorgia Meloni greift Israel an – nach Angriff auf Kirche in Gaza
Nach einem Luftschlag auf eine katholische Kirche in Gaza äußert sich Italiens Premierin empört – und belastet Israel, noch bevor Fakten gesichert sind. Doch wer schützt die Kirchen wirklich vor der Hamas?

Von governo.it, CC BY 3.0 it, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=130399634
Ein Luftangriff auf die katholische „Holy Family“-Kirche in GazaPalästina: Geschichte, Bedeutung und politischer Streit um einen aufgeladenen BegriffPalästina bezeichnet historisch eine Region im südlichen Levantegebiet und politisch heute vor allem den Anspruch auf palästinensische Staatlichkeit. Der Begriff ist eng mit jüdischer Geschichte, dem britischen Mandat, Israel und dem Nahostkonflikt verbunden.Mehr lesen-Stadt hat mehrere Menschen verletzt, darunter den aus Argentinien stammenden Priester Gabriel Romanelli. Während erste Meldungen von zwei Toten sprachen, erklärte das Lateinische Patriarchat von JerusalemJerusalem: Hauptstadt Israels und Herz jüdischer GeschichteJerusalem ist die Hauptstadt Israels und die größte Stadt des Landes. Für Juden ist sie seit Jahrtausenden religiöser und historischer Mittelpunkt. Zugleich ist Jerusalem auch für Christen und Muslime heilig und steht im Zentrum politischer Streitfragen.Mehr lesen am Donnerstag, es gebe zwar Verletzte, aber keine bestätigten Todesopfer. Die israelische Armee untersucht den Vorfall, der sich im dicht bebauten Zentrum von Gaza ereignete.
Besonders scharf reagierte Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni: In einer Erklärung verurteilte sie „die seit Monaten andauernden Angriffe gegen Zivilisten“ durch IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen und erklärte, kein militärisches Ziel rechtfertige ein solches Vorgehen. Was nach moralischer Klarheit klingen soll, offenbart bei näherem Hinsehen jedoch ein gefährliches Maß an Vorverurteilung – und politischen Kurzschluss.
Denn bislang ist unklar, was genau zum Schaden an der Kirche geführt hat. Klar ist nur: Die HamasHamas: Terrororganisation aus GazaHamas ist eine islamistische palästinensische Terrororganisation. Sie entstand 1987 aus dem Umfeld der Muslimbruderschaft, lehnt Israels Existenz ab und wird von Israel, den USA, der EU und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen nutzt systematisch zivile und religiöse Einrichtungen als militärische Deckung. Schon mehrfach wurden WaffenlagerTerrorinfrastruktur: Wie Terrorgruppen Krieg in zivile Räume verlagernTerrorinfrastruktur bezeichnet Einrichtungen, Netzwerke und Strukturen, die Terrororganisationen für Angriffe, Waffenlagerung, Kommandoführung, Ausbildung, Raketenbeschuss, Tunnelbau oder Logistik nutzen. Besonders gefährlich wird sie, wenn sie in Wohngebieten, Schulen, Moscheen oder Krankenhäusern versteckt wird.Mehr lesen unter Moscheen entdeckt oder Kommandozentralen in Krankenhäusern verortet. Dass auch Kirchen – darunter christliche Einrichtungen, die international besonders sensibel wahrgenommen werden – Teil dieser zynischen Strategie sein könnten, liegt nahe. Die israelische Armee betont regelmäßig, dass sie gezielte Maßnahmen ergreift, um zivile Opfer zu vermeiden, und Anschuldigungen sorgfältig prüft. So auch in diesem Fall.
Giorgia Melonis vorschnelle Verurteilung wirkt daher nicht nur überhastet, sondern politisch motiviert. Denn wer heute Israel öffentlich beschuldigt, ohne die komplexen militärischen Hintergründe zu benennen, trägt zur Delegitimierung eines demokratischen Staates bei, der sich gegen Terror verteidigt – und das unter ständiger Beobachtung einer teils feindseligen Weltöffentlichkeit.
Pfarrer Gabriel Romanelli, der durch Splitter am Bein verletzt wurde, ist seit Jahren ein Vermittler zwischen Kulturen. Sein direkter Kontakt zum verstorbenen Papst Franziskus machte ihn zu einer Stimme der Verständigung – auch gegenüber israelischen Gesprächspartnern. Dass seine Kirche nun möglicherweise in den Kampfzonen eines Hamas-Stützpunktes lag, wirft ein Schlaglicht auf den Missbrauch religiöser Stätten durch palästinensische Extremisten – und sollte auch Meloni zu denken geben.
Die italienische Regierungschefin hatte sich bislang bemüht, ein Gleichgewicht zwischen westlicher Solidarität mit Israel und humanitärem Engagement zu wahren. Doch mit ihrer jüngsten Wortmeldung überschreitet sie eine rote Linie: Sie stellt den jüdischen Staat öffentlich an den Pranger, ohne Beweise, ohne KontextKontextualisierung: Fakten verständlich einordnenKontextualisierung bedeutet, Informationen in einen Zusammenhang zu stellen. Sie hilft, Ereignisse nicht isoliert zu betrachten, sondern mit Vorgeschichte, Ursachen, Folgen und beteiligten Akteuren zu verstehen.Mehr lesen – und damit ohne Verantwortung.
Israel verteidigt nicht nur sich selbst, sondern auch die letzten christlichen Gemeinden im Gazastreifen, die von der Hamas längst als Faustpfand in ihrem asymmetrischen Krieg instrumentalisiert werden. Wer diesen Umstand ignoriert, betreibt letztlich das Geschäft jener Kräfte, die weder Christen noch Juden Raum zum Leben lassen.
Dass die Kirche durch den Angriff beschädigt wurde, ist tragisch. Aber wer wirklich schützen will, muss Ursachen benennen – und nicht Schlagzeilen bedienen.
Autor: Redaktion
Donnerstag, 17 Juli 2025