Von Freunden zu Anklägern – wie Italien, Australien und Norwegen den internationalen Druck auf Israel verschärfen

Von Freunden zu Anklägern – wie Italien, Australien und Norwegen den internationalen Druck auf Israel verschärfen


Noch vor wenigen Monaten galt Italien als einer der letzten verlässlichen Partner Israels in der EU. Jetzt spricht der Verteidigungsminister von „Verlust der Menschlichkeit“ – während Australien und Norwegen Maßnahmen gegen Israel einleiten. Die internationale Bühne wird kälter.

Von Freunden zu Anklägern – wie Italien, Australien und Norwegen den internationalen Druck auf Israel verschärfen

Es ist eine Entwicklung, die in JerusalemJerusalem: Hauptstadt Israels und Herz jüdischer GeschichteJerusalem ist die Hauptstadt Israels und die größte Stadt des Landes. Für Juden ist sie seit Jahrtausenden religiöser und historischer Mittelpunkt. Zugleich ist Jerusalem auch für Christen und Muslime heilig und steht im Zentrum politischer Streitfragen.Mehr lesen mit äußerster Sorge beobachtet wird: Länder, die noch vor Kurzem als stabile diplomatische Stützen Israels galten, schließen sich nun dem wachsenden Chor der Kritiker an. Am Montag erklärte Italiens Verteidigungsminister Guido Crosetto in einer beispiellosen Wortwahl, die israelische Regierung habe „ihre Menschlichkeit und ihren Verstand verloren“. Der Kampf gegen Terroristen, so Crosetto, könne nicht länger als Entschuldigung herhalten, um „grundlegende Rechte und Dienstleistungen für die Zivilbevölkerung in GazaPalästina: Geschichte, Bedeutung und politischer Streit um einen aufgeladenen BegriffPalästina bezeichnet historisch eine Region im südlichen Levantegebiet und politisch heute vor allem den Anspruch auf palästinensische Staatlichkeit. Der Begriff ist eng mit jüdischer Geschichte, dem britischen Mandat, Israel und dem Nahostkonflikt verbunden.Mehr lesen zu verweigern“.

Diese Rhetorik ist nicht nur ein Bruch mit der bisherigen Linie Roms, sondern auch ein Signal: Selbst innerhalb der traditionell IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen-freundlichen Staaten Europas schwindet die Geduld. Erst zwei Tage zuvor hatte Italiens Außenminister Antonio Tajani gewarnt, eine Bodenoffensive in Gaza könne für Israel zu einem „zweiten Vietnam“ werden – und die Bereitschaft bekundet, sich an einer von arabischen Staaten geführten UN-Mission zu beteiligen, um eine palästinensische Einheit zu schaffen.

Gleichzeitig kündigte Norwegens gigantische Staatsfondsverwaltung – mit einem Anlagevolumen von zwei Billionen US-Dollar – den Rückzug aus israelischen Investitionen an. Offiziell begründet wurde dieser Schritt mit den „ethischen Leitlinien“ der Fonds, die es verböten, in Unternehmen zu investieren, die angeblich „zur Besatzung in Judäa und SamariaJudäa und Samaria: Israels historisches Kernland im politischen StreitJudäa und Samaria bezeichnen historische Landschaften zwischen Jerusalem, dem Jordantal und den zentralen Höhenzügen des Landes Israel. In Israel ist der Begriff gebräuchlich. International wird das Gebiet oft anders bezeichnet und politisch als umstritten eingeordnet.Mehr lesen oder zum Krieg in Gaza beitragen“. Die Botschaft ist klar: Wirtschaftlicher Druck soll politische Entscheidungen in Jerusalem erzwingen.

Australien wiederum steht kurz davor, einen symbolträchtigen Schritt zu gehen: Premierminister Anthony Albanese kündigte an, sein Land werde im September bei der UN-Generalversammlung für die Anerkennung eines palästinensischen Staates stimmen. Er beruft sich auf angebliche Zusicherungen von Mahmud AbbasPLO: Die Organisation zwischen Terrorgeschichte, Oslo und MachtverlustDie PLO ist die Palästinensische Befreiungsorganisation. Sie wurde 1964 gegründet, wurde später international als Vertreterin der Palästinenser anerkannt und spielte im Oslo-Prozess eine zentrale Rolle.Mehr lesen, dieser Staat werde „entmilitarisiert, demokratisch gewählt und Israel anerkennenExistenzrecht Israels: Das Recht des jüdischen Staates auf SicherheitDas Existenzrecht Israels bezeichnet das Recht des jüdischen Staates, als souveräner Staat sicher und anerkannt zu bestehen. Wer Israel dieses Recht abspricht, kritisiert nicht nur eine Regierung, sondern stellt jüdische Selbstbestimmung grundsätzlich infrage.Mehr lesen“. Dass solche Zusagen von einer Führung kommen, die seit 2006 keine Wahlen mehr abgehalten hat, scheint in Canberra niemanden zu irritieren. Auch Neuseeland prüft nun eine ähnliche Anerkennung.

Die Liste der Mahner und Ankläger wächst. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron erklärte, Israels Plan für Gaza sei „eine Katastrophe von beispiellosem Ausmaß in Vorbereitung“ und warnte, die „ersten Opfer“ einer Offensive würden die Geiseln selbst sein. Der britische Premierminister Keir Starmer sprach von tiefer Besorgnis über die „wiederholten Angriffe auf Journalisten in Gaza“.

Diese internationale Frontbildung ist nicht zufällig. Sie speist sich aus einer Mischung aus wachsendem medialen Druck – befeuert von Berichterstattung, die HamasHamas: Terrororganisation aus GazaHamas ist eine islamistische palästinensische Terrororganisation. Sie entstand 1987 aus dem Umfeld der Muslimbruderschaft, lehnt Israels Existenz ab und wird von Israel, den USA, der EU und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen-Narrative übernimmt – und der politischen Versuchung, mit klaren Anti-Israel-Positionen innenpolitisch zu punkten. Für Israel bedeutet das eine strategische Doppelbelastung: Neben der militärischen Herausforderung in Gaza und an anderen Fronten steht das Land nun auch vor einer massiven diplomatischen Offensive, in der moralische Empörung als Waffe eingesetzt wird.

Premierminister Netanyahu reagierte am Sonntagabend mit einer Pressekonferenz, in der er fünf Grundsätze für das Ende des Krieges vorstellte: eine schnelle Kriegsbeendigung, verstärkter humanitärer Zugang, ein sicherer Versorgungskorridor, juristische Gegenwehr gegen internationale Medien, die gefälschte Bilder verbreiten, und die Entschlossenheit, auch ohne deutsche Waffenhilfe weiterzukämpfen. Er verwies darauf, dass Israel seit Kriegsbeginn fast zwei Millionen Tonnen Hilfsgüter nach Gaza geliefert habe – während Hamas diese plündere und der UN die Verteilung verweigere.

Die Botschaft aus Jerusalem: Israel sieht sich in einem Verteidigungskrieg, der ohne die Zerschlagung der Hamas nicht enden kann. Die Botschaft aus Rom, Canberra, Oslo und Paris: Die Geduld ist am Ende, und der Druck soll so hoch werden, dass Israel den Kurs ändert.

Zwischen diesen beiden Welten wächst die Kluft. Und wer die Geschichte kennt, weiß: In Zeiten, in denen Israel auf der internationalen Bühne zunehmend isoliert wird, sind die politischen Entscheidungen, die jetzt fallen, von langfristiger Tragweite – vielleicht sogar existenzieller Natur.




Autor: Redaktion
Montag, 11 August 2025

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