Wenn Gewerkschaften Israel-Flüge blockieren wollen: Antisemitismus im BodenpersonalWenn Gewerkschaften Israel-Flüge blockieren wollen: Antisemitismus im Bodenpersonal
In Brüssel fordern Gewerkschaften, dass Abfertigungspersonal keine Israel-Flüge bedienen müsse. Hinter der angeblich „moralischen“ Haltung verbirgt sich ein alter europäischer Reflex: der Boykott gegen Juden – diesmal getarnt als Gewerkschaftspolitik.

Der Konflikt um die Wiederaufnahme der IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen-Flüge durch Brussels Airlines zeigt, wie tief AntisemitismusAntisemitismus: Judenhass in alten und neuen FormenAntisemitismus bezeichnet Judenhass und Feindschaft gegen Juden. Er reicht von Vorurteilen und Verschwörungserzählungen bis zu Ausgrenzung, Bedrohung und Gewalt.Mehr lesen im Alltag Europas verankert bleibt – selbst an Orten, die auf Neutralität und Verlässlichkeit angewiesen sind. Die Gewerkschaften der Abfertigungsfirma Alyzia am Flughafen Brüssel verlangen für ihre Mitglieder ein Sonderrecht: Wer aus „moralischen Gründen“ keine Koffer, Fracht oder Maschinen nach Israel anfassen will, solle davon befreit werden – ohne Nachteile, versteht sich.
Doch dabei blieb es nicht. In einer gemeinsamen Erklärung riefen die Gewerkschaften dazu auf, die Flüge nach Tel Aviv gleich ganz auszusetzen. Begründung: angeblich müsse der „Genozid im GazastreifenPalästina: Geschichte, Bedeutung und politischer Streit um einen aufgeladenen BegriffPalästina bezeichnet historisch eine Region im südlichen Levantegebiet und politisch heute vor allem den Anspruch auf palästinensische Staatlichkeit. Der Begriff ist eng mit jüdischer Geschichte, dem britischen Mandat, Israel und dem Nahostkonflikt verbunden.Mehr lesen und im Westjordanland“ beendet sein. Damit übernehmen die Gewerkschaften unverhohlen die PropagandaDesinformation: Gezielte Täuschung der ÖffentlichkeitDesinformation bezeichnet bewusst verbreitete falsche oder irreführende Informationen. Ziel ist häufig, Menschen zu täuschen, Vertrauen zu zerstören, Konflikte zu verschärfen oder politische Entscheidungen zu beeinflussen.Mehr lesen der HamasHamas: Terrororganisation aus GazaHamas ist eine islamistische palästinensische Terrororganisation. Sie entstand 1987 aus dem Umfeld der Muslimbruderschaft, lehnt Israels Existenz ab und wird von Israel, den USA, der EU und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen und stellen Israel an den Pranger, während sie Terror und Raketenangriffe verschweigen. Wer so argumentiert, verlässt das Feld der Arbeitsrechte und betritt das der politischen Kampfansage.
Brussels Airlines versichert, dass die Flüge ausschließlich mit freiwilligen Crews durchgeführt würden. Doch beim Bodenpersonal ist der Schaden längst angerichtet. Alyzia, ein Unternehmen mit über 5.000 Beschäftigten, das seit 2021 den Vertrag am Brüsseler Flughafen hält, schweigt bislang zu den Forderungen. Gewerkschaften drohen mit Maßnahmen, sollte es keine sanktionsfreie Ausstiegsmöglichkeit geben. Damit wird das Risiko sichtbar: ein einzelner Arbeitsplatzkonflikt wird zum Hebel, den internationalen Luftverkehr mit Israel politisch zu instrumentalisieren.
Die Entwicklung fällt in eine heikle Phase. Lufthansa fliegt seit dem 1. August wieder nach Tel Aviv, auch Aegean, Wizz Air und United Airlines haben den Dienst längst aufgenommen. Swiss will Ende September nachziehen. Gerade jetzt, da Israel wieder stärker ins globale Netz eingebunden wird, sendet Brüssel ein fatales Signal: Während andere Staaten Normalität suchen, erklärt man im Herzen Europas den Boykott.
Diese Forderungen erinnern unweigerlich an alte Muster. Schon in den 1930er Jahren begann die Diskriminierung nicht mit Verfolgung, sondern mit Boykott. „Kauft nicht bei Juden“ war damals die Parole, heute heißt sie „Bedient keine Flüge nach Israel“. In beiden Fällen steckt derselbe Kern dahinter: die Ausgrenzung des jüdischen Lebens aus der Normalität. Ob sich eine Gewerkschaft „moralisch“ nennt oder eine Diktatur, die Mechanismen bleiben identisch.
Dass sich europäische Gewerkschaften im Jahr 2025 mit solcher Leichtigkeit vor den Karren der Hamas spannen lassen, zeigt nicht nur ein Problem von Fehlinformation und Propaganda. Es ist ein Beweis, wie tief sich IsraelhassAnti-Zionismus: Wenn Israelhass als Politik getarnt wirdAnti-Zionismus bezeichnet die Ablehnung des Zionismus und damit häufig die Ablehnung jüdischer Selbstbestimmung im Staat Israel. Nicht jede Kritik an israelischer Politik ist antisemitisch. Anti-Zionismus wird jedoch dort antisemitisch, wo Israel delegitimiert, dämonisiert oder mit doppelten Maßstäben behandelt wird.Mehr lesen in der politischen Kultur Europas eingenistet hat. Am Flughafen Brüssel, einem Symbol für internationale Offenheit und Verbindung, wird ausgerechnet der einzige jüdische Staat gezielt isoliert – und das im Namen angeblicher Menschenrechte.
Wer Gepäck nach Tel Aviv verweigert, verweigert mehr als Arbeit. Er verweigert den Dialog, die Normalität und das elementare Recht eines demokratischen Landes, als gleichwertiger Partner am internationalen Leben teilzunehmen. Der Skandal um Brussels Airlines ist deshalb mehr als eine innerbetriebliche Auseinandersetzung: Er ist ein Lehrstück darüber, wie Antisemitismus heute daherkommt – in Uniform, mit Gewerkschaftsausweis und mit „moralischer Begründung“.
Autor: Redaktion
Sonntag, 17 August 2025